Stammbaum des Glaubens

© Nora Coenenberg
© Nora Coenenberg

Nur eine Minderheit der Menschen feiert in dieser Woche das christliche Weihnachtsfest. Der Rest glaubt an andere Götter – oder an gar nichts. Die unzähligen Glaubensrichtungen und -lehren zu erfassen ist ebenso schwierig, wie die Zahl ihrer Anhänger zu nennen. Eine Annäherung an die größten und bekanntesten Religionen

Von Nora Coenenberg | Claudia FüßlerZEIT ONLINE

Eine vollständige Übersicht über die Religionen der Welt zu geben sei ein Ding der Unmöglichkeit, sagen Religionswissenschaftler. Das liegt nicht nur an ihrer großen Zahl und ihren unterschiedlichen Strömungen auf allen Kontinenten, sondern vor allem an der Schwierigkeit der Systematisierung. Mit westlichen Kriterien lassen sich die Elemente vieler Religionen nicht fassen. Zudem gibt es viele Anschauungen, die nicht klar einzuordnen sind: Ist der Konfuzianismus eine Philosophie oder doch eine Religion, weil es dafür Tempel gibt? Und wie viele Angehörige einer Kirche praktizieren ihren Glauben? Zum Schintoismus etwa bekennen sich vier Millionen Japaner, an Festtagen haben sich aber schon 108 Millionen beteiligt. Die hier veröffentlichten Zahlen sind von den Anhängern herausgegebene Schätzungen.

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Mit unscharfer Logik, „fein abgestimmt“ gegen Dawkins

Religion und Vernunft haben nichts miteinander zu tun – behauptet der radikale Religionskritiker Richard Dawkins. Ein US-Bestsellerbuch, das mit intellektueller Brillanz die Gegenthese vertritt, ist jetzt auf Deutsch erscheinen.

merkur-online.de

Wie kommt es, das aktuell ein Buch erschienen ist, das den Anspruch erhebt, ein Werk zu widerlegen, das bereits sechs Jahre auf dem Buckel hat? Besagter Bestseller ist der „Gotteswahn“ des Biologen Richard Dawkins, eine massive Polemik gegen die Religion im Allgemeinen und den christlichen Glauben im Besonderen.

Nun ist es nicht so, dass Dawkins Werk bis heute unwidersprochen geblieben wäre. Das Buch erntete rasch auch vernichtende Kritiken: Dawkins stelle ein Zerrbild der Religion dar, wurde ihm vorgeworfen. Außerdem propagiere er einen vermeintlich unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Naturwissenschaft und Glaube, der sich bei näherem Hinsehen vielmehr als Gegensatz zwischen den beiden philosophischen Systemen des Materialismus und Theismus darstelle. Somit argumentiere Dawkins nicht mit DER Naturwissenschaft an sich, sondern mit einer materialistischen Weltsicht, die er an die Naturwissenschaft herantrage. Zumal, so ein weiterer Kritikpunkt, offenbare der brillante Rhetoriker Dawkins in punkto Philosophie und Theologie eklatante Wissenslücken.

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Vatikan: Gottesglaube ist kein Parteiprogramm

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild

Der Aufruf von deutschen Politikern zur Ökumene stößt bei der katholischen Kirche auf entschiedene Ablehnung. Ihr oberster Glaubenshüter Erzbischof Müller sagt, die Katholiken könnten nicht von den Protestanten verlangen, den katholischen Glauben zu übernehmen. Das gelte auch umgekehrt.

n-tv

Der oberste Glaubenshüter der katholischen Kirche, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat den Einsatz prominenter Katholiken und Protestanten für ein Ende der Kirchenspaltung kritisiert. Deutsche Spitzenpolitiker täten mit Aufrufen wie „Ökumene jetzt!“ so als sei Kirche eine politische Partei, sagte der Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre der „Rheinischen Post“. Müller gilt als eingefleischter Erzkonservativer.

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B16 und der Bethlehem-Stern: Der Kosmos spricht über Christus

Komet Hale-Bopp am Abend des 8.April 1997, Bildautor: Bernhard Kindermann

Benedikt XVI. beschäftigt sich im dritten Jesus-Buch mit astronomischer Forschung zum Weihnachtsstern – Himmelserscheinung ist eine „Absage an die Astrologie“

kath.net

Im seinem dritten Jesus-Band zu den Kindheitserzählungen beschäftigt sich Papst Benedikt XVI. unter anderem mit dem Stern von Bethlehem – auch aus wissenschaftlicher Sicht. Die im Matthäusevangelium erwähnte Himmelserscheinung, die die „Sterndeuter aus dem Osten“ zur Krippe führte, kann auch astronomisch erklärt werden, legt der Heilige Vater dar und fügt auch seine theologische Deutung hinzu: „Der Kosmos spricht von Christus“, so das Resümee des Papstes.

Während frühe kirchliche Überlieferungen und Hymnen den Weihnachtsstern bloß bildhaft beschrieben – nämlich als etwas „Wunderbares“, das „die Sonne an Schönheit und Leuchtkraft“ übertrifft – so habe die moderne Astronomie die Frage nach dem Stern neu gestellt, stellt der Papst fest.

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