Peter Higgs kritisiert „antireligiösen Fundamentalismus“ bei Richard Dawkins

Higgs_DawkinsIn einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El Mundo kritisiert Peter Higgs, theoretischer Physiker und geistiger Vater des Higgs-Bosons, den „antireligiösen Fundamentalismus“ bei Richard Dawkins. Einer mehr in der Reihe derjenigen, die Dawkins „rocking the boat“, seinen typisch britischen Humor, die Eloquenz und stringente Logik, als unangenehm, ja peinlich finden.

Peter Higgs

„Dawkins konzentriert sich sehr oft, bei seinen Angriffen, auf die Fundamentalisten. Aber es gibt viele Gläubige, die einfach keine Fundamentalisten sind.“

Richtig ist, Glauben und Fundamentalismus, gemeint ist religiöser, sind zwei verschiedene Dinge. Higgs verkennt aber, dass seine gemässigten Gläubigen den Grundstock für jedweden religiösen Fundamentalismus bilden. Sie sind das Beet, auf denen extreme Bibelgläubigkeit, Frömmigkeit, Kreationismus und obskure antidemokratische Weltsichten aufwachsen.

Die fatalen Folgen religiöser Überzeugungen, von Dawkins kritisiert, sieht Higgs auch. Findet aber den Umgang mit religiösen Menschen durch Dawkins eher peinlich.
Man muss Dawkins nicht in allem zustimmen, die Methoden, die Art und Weise der Religionskritik sind durchaus kritikwürdig, das bleibt dem jeweiligen Betrachter vorbehalten. Dawkins hat aber wie kein anderer unserer Zeit, den Ungläubigen, den Atheisten eine öffentliche Stimme gegeben. Peinlich sind die Erwiderungen der Religioten, nicht Dawkins.

Kroatien: Sexualkundeunterricht empört katholische „Auoterotiker“

Kardinal Josip Bozanic: „absolut unannehmbare Positionen zur Sexualität und zur Ehe“ REUTERS

Bisher ist Sexualerziehung in kroatischen Schulen nicht Bestandteil des Lehrplans. Das soll sich nun nach dem Willen der Regierung ändern. Die katholische Kirche ist empört: Die Jugend werde verdorben.

SpON

Die mächtige katholische Kirche in Kroatien protestiert gegen die Pläne der sozialdemokratischen Regierung, Sexualkundeunterricht an den Schulen anzubieten. Hohe Kirchenvertreter kritisieren, die neuen Lehrpläne „über Sex von Minderjährigen, Masturbation, Pornografie, Empfängnisverhütung und Abreibung“ verdürben die Jugend. Sie enthielten „absolut unannehmbare Positionen zur Sexualität und zur Ehe im Gegensatz zur christlichen Anthropologie und zum Wesen des kroatischen Volkes“.

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Ilse Aigner: Kruzifix im Verbraucherministerium

Freie Dekoration: Ministerin Ilse Aigner übte schon auf der Grünen Woche. Bild: reuters

Im Besucherraum des Verbraucherministeriums gibt es ein Kruzifix. Eine Gruppe Grünen-Besucher fordert Ministerin Ilse Aigner (CSU) nun zum Abhängen auf.

Von Heide Oestreich taz

Die Gäste staunten nicht schlecht. Der Referent des Bundesverbraucherministeriums hatte die Gruppe, die der hessische Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour aus seinem Wahlkreis nach Berlin geladen hatte, in einen Besucherraum geführt. Dort hing gut sichtbar ein Kreuz, etwa 30 cm groß. Waren sie in einem christlichen Ministerium gelandet? Gab es nicht so etwas wie ein staatliches Neutralitätsgebot?

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Die größte Gefahr des Friedens ist religiöser Wahn

religion_dark_agesEs befremdet, wenn Papst Benedikt XVI. in der Christmette die Leugnung Gottes als Hauptgefahr für den Frieden nennt. Nicht die Atheisten sind die, vor denen wir uns fürchten müssen.

Von Alan PosenerDIE WELT

Karl Marx hatte unrecht. Das Bewusstsein bestimmt das Sein. Und wenn die Erde ein Ort des Unfriedens ist, so hat das auch mit dem Bewusstsein ihrer Bewohner zu tun. Nicht wegen materieller Güter schlachten sich die Menschen überall auf der Welt ab, wie es naive Materialisten glauben, sondern wegen ideeller Werte.

84 Prozent der Menschen bekennen sich zu einer Religion: 31,5 Prozent zum Christentum, 23,5 Prozent zum Islam, 15 Prozent zum Hinduismus, 7,1 Prozent zum Buddhismus. Zu glauben, der unfriedliche Zustand der Spezies habe nichts mit ihrem Hang zu tun, sich Götter zu schaffen, widerspricht der statistischen Evidenz. Und den Nachrichten.

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Islam-Experte: Schwein in der Media-Markt-Werbung gilt als unrein

Montage: brightsblog
Montage: brightsblog

Der türkische Ethnomarketing-Experte Burhanettin Gözüakça hat jetzt eine Studie vorgestellt, aus der hervorgeht, dass Unternehmen in Deutschland viel Marketing-Potenzial verschwenden, weil sie ihre Werbung nicht auf türkisch machen.

ShortNews

Einige Unternehmen übersetzen ihre deutsch gedrehte Werbung einfach auf türkisch. Doch das sei der falsche Weg, erklärte der Experte. Vielmehr müssten die deutschen Unternehmen ihre Werbung komplett neu mit religiösen und kulturellen Einflüssen für die Moslems drehen.

Als Beispiel dafür, wie Werbung überhaupt nicht Islam-konform sei, nannte Gözüakça die Media-Markt-Werbung, in der ein Schwein zu sehen ist. Dabei wirbt Media Markt mit dem Slogan „saubillig“. Das Schwein sei bei den Muslimen jedoch unrein, weshalb solche Werbung für sie nicht akzeptabel sei.

Original-Artikel BILD

Italien: Frauenmorde mit dem Segen der Kirche

Ob solche Schuhe schon zu provozierend sind? Bild: es.war.einmal.. / photocase.com

Ein italienischer Priester rechtfertigt die häufigen Feminizide. Frauen seien selbst schuld, weil sie Männer provozierten und sich schlampig verhielten.

Von Michael Brauntaz

Am Weihnachtstag wurde Olga Ricchio, 51 Jahre alt, im ligurischen Lerici von ihrem Mann erschossen. Von einem Mann, der den Entschluss seiner Frau, sich von ihm zu trennen, mit Mord beantwortete. Es war das vorerst letzte Delikt in einer Kette von Bluttaten – von „Feminiziden“, wie es in Italien mittlerweile heißt –, die mit weit über 100 Opfern pro Jahr zur traurigen Routine geworden sind.

Zu einer Routine, auf die ein katholischer Priester aus dem ebenfalls in Ligurien gelegenen Nest Bordighera pünktlich zu Weihnachten mit einer zynischen Erklärung reagierte. Einen langen Brief hängte Don Piero Corsi ans Schwarze Brett vor der barocken Kirche. Der Titel: „Die Frauen und der Feminizid. Sie sollten gesunde Selbstkritik üben. Wie oft provozieren sie?“

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