Peter Higgs kritisiert „antireligiösen Fundamentalismus“ bei Richard Dawkins


Higgs_DawkinsIn einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El Mundo kritisiert Peter Higgs, theoretischer Physiker und geistiger Vater des Higgs-Bosons, den „antireligiösen Fundamentalismus“ bei Richard Dawkins. Einer mehr in der Reihe derjenigen, die Dawkins „rocking the boat“, seinen typisch britischen Humor, die Eloquenz und stringente Logik, als unangenehm, ja peinlich finden.

Peter Higgs

„Dawkins konzentriert sich sehr oft, bei seinen Angriffen, auf die Fundamentalisten. Aber es gibt viele Gläubige, die einfach keine Fundamentalisten sind.“

Richtig ist, Glauben und Fundamentalismus, gemeint ist religiöser, sind zwei verschiedene Dinge. Higgs verkennt aber, dass seine gemässigten Gläubigen den Grundstock für jedweden religiösen Fundamentalismus bilden. Sie sind das Beet, auf denen extreme Bibelgläubigkeit, Frömmigkeit, Kreationismus und obskure antidemokratische Weltsichten aufwachsen.

Die fatalen Folgen religiöser Überzeugungen, von Dawkins kritisiert, sieht Higgs auch. Findet aber den Umgang mit religiösen Menschen durch Dawkins eher peinlich.
Man muss Dawkins nicht in allem zustimmen, die Methoden, die Art und Weise der Religionskritik sind durchaus kritikwürdig, das bleibt dem jeweiligen Betrachter vorbehalten. Dawkins hat aber wie kein anderer unserer Zeit, den Ungläubigen, den Atheisten eine öffentliche Stimme gegeben. Peinlich sind die Erwiderungen der Religioten, nicht Dawkins.

7 Comments

  1. Kanns kaum glauben. Higgs soll das so gesagt haben?
    oder hat nur mal ne Zeitung schnell versucht, ihre Einnahmen bissl anzuheben? wäre nicht das erste mal…

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  2. @Josef Sefton Dezember 29, 2012 um 6:35 vormittags

    „Hilfsbereitschaft und Empathie sind Gaben Gottes.“

    Beweis/Beleg durch Behauptung?

    „Nur die Liebe Gottes kann das Gute im Menschen bewahren.“

    Beweis/Beleg durch Behauptung?

    „Perversion, ungerechte Kriege und die Ausbeutung
    Andersdenkender ist nicht von Gott gewollt.“

    Beweis/Beleg durch Behauptung?

    Wenn Du es denn, wie von mir vermutet, daher nimmst:
    Dein Märchenbuch (Bibel) sagt da was ganz anderes dazu! Schon mal wirklich gelesen?
    Die besteht im Wesentlichen genau aus „Perversion, ungerechten Kriegen und der Ausbeutung
    Andersdenkender“!

    Aber woher weißt Du das alles? Komm, erzähl!
    Aber komm mir nicht mit Märchenbüchern! Und schon gar nicht mit >= 2000 Jahre alten, von orientalischen Ziegenhirten aus der Wüste! Knapp der Bronzezeit entkommen!

    Und sowas soll uns heute (außer literarisch) noch was sagen können?

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    1. @awmrkl, der belegt gar nichts. Der weiß noch nicht mal was ein Argument ist. Dafür bringt er saudumme Bibelsprüche en gros. die noch dazu völlig am Thema vorbeigehen.

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  3. Hilfsbereitschaft und Empathie sind Gaben Gottes.
    Nur die Liebe Gottes kann das Gute im Menschen bewahren.
    Perversion, ungerechte Kriege und die Ausbeutung
    Andersdenkender ist nicht von Gott gewollt.

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  4. @emporda

    Das ist Unsinn, ein blinder Gefolgsmann der r.k. Kirche hat seinen Verstand freiwillig umgebracht, aber viele Katholiken haben noch Verstand, Werte und Vernunft. Man sollte sich hüten alle Katholiken in einen Topf zu werfen. Es gibt brauchbare Christen und die sind die einzigen möglichen Verbündeten gegen die Monster in Menschengestalt in den Reihen des Christentums.

    Einer der großen Unterschiede zwischen Anhängern einer Weltanschauung und den Anhängern einer Religion sollte der Verzicht auf Missionierung sein und auch die Fähigkeit den brauchbaren Menschen auf der anderen Seite die Hand zu reichen, um gemeinsam gegen die Monster zu kämpfen. Der durchschnittliche Gläubige wird erst zum Monster, wenn die Monster die Macht haben und das haben die Monster unter Christen schon oft auch nur als winzige Minderheit vollbracht.

    Es ist alles andere als schlau, edel, ehrhaft und humanistisch auf ein ebenso barbarisches Niveau abzusinken wie Avatare der finsteren Seite des Christentums.

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  5. Als Kreationismus gilt der gefährliche religiöse Fundamentalismus aus dem puritanisch bigotten England. Für geistig arme Kreationisten und Superfromme ist die Bibel fehlerlos, der viel später erfundene Heilige Geist hat sie persönlich diktiert. Der Übergang von einfacher Frömmigkeit zum psychopathologischen Wahn wird im ewig wahren RKK Dogmen No.56 mehr als deutlich: „Wer sagt, die menschlichen Wissenschaften müssten mit solcher Freiheit behandelt werden, dass ihre Behauptungen als wahr festgehalten und von der Kirche nicht verworfen werden könnten, auch wenn sie der geoffenbarten Lehre widersprächen, der sei ausgeschlossen.“

    Wenn immer die Oberhirten des religiösen Wahns ihre Botschaft nicht mehr an den Mann bringen, dann hat ohne jeden Beweis und total unbemerkt der große Zampano im Himmel selber agiert. Es wäre doch gelacht, würde man damit das große Heer der Volldioten nicht überzeugen können um riesigen den Geldfluß aufrecht zu erhalten.

    Durch Drohung mit Dämonen, Verdammnis und Höllenpein sichert sich religiöser Humbug seine zahlenden Idioten und belegt so eigene Zweifel am Glauben „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der – Drohung, Drohung, Drohung“.

    Der hochgradig demente Titan menschlicher Verarschung hat als RKK Großinquisitor all-wissend geschwurbelt: „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“

    Ein Christ der Kinderficker Sekte hat weder Moral noch eigenen Willen, unfähig selber das Leben zu meistern wird er zur abhängigen Marionette. Den Glauben zu hinterfragen oder gar denken gilt als teuflische Sünde wie etwa sich auf die Menschenrechte zu berufen.

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  6. In der 5. Auflage (Okt. 2012) meines Buches »Warum ich kein Christ sein will – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung« schreibe ich in einem vergleichbaren Zusammenhang:

    Der vom Fernsehen bekannte Astrophysiker und Philosoph Professor HARALD LESCH ist in seiner Person ebenfalls ein Beispiel für eine mir höchst zweifelhaft erscheinende Harmonie von Naturwissenschaft und Religion. Jeder, der ihn einmal erlebt hat, wie er lediglich mit Tafel und Kreide, oft nur mit Sprache und Gestik, den Urknall erklärt, ist zunächst fasziniert von seinen didaktischen Fähigkeiten. Er kann erklären und begeistern und uns innerhalb kurzer Zeit eine Vorstellung von der überwältigenden Pracht des Kosmos und der Eleganz der in ihm waltenden Naturgesetze vermitteln. Die Selbstorganisation der Natur kann er uns in beispielhaft verständlicher Einfachheit vor Augen führen, und zwar ohne jeden Rückgriff auf göttliches Wirken.

    Andererseits sagt er von sich, »ich bin vom Scheitel bis zur Sohle Protestant«. Ein Bekenntnis, das aufhorchen und für einen Moment einem Wissenschaftler seines Formats respektvoll Beachtung schenken lässt. Aber man fragt sich sofort, wie zwei so gegensätzliche Konzepte unterschiedlichster Natur zusammenpassen: eine in sich geschlossene, keine übernatürliche Kräfte benötigende Beschreibung des Naturgeschehens einerseits und ein Glauben an einen mit Wundern ins Weltgeschehen eingreifenden Gott andererseits, an dessen Dreieinigkeit mit Heiligem Geist und Gottessohn Jesus, an Erbsünde und Opfertod zwecks Erlösung der Menschheit.

    Dass er an eine Macht glaubt, die hinter allen Dingen stehe, könnte ich noch hinnehmen. Denn auch Nichtgläubige und Atheisten haben keine einfachen, wenn überhaupt, Antworten auf die Frage nach dem letzten Urgrund allen Seins. Aber die Künstlichkeit und logische Brüchigkeit des christlichen Glaubens an einen allmächtigen Gott, der die Menschheit erschaffen haben soll, die ihm aber so bösartig und sündig geriet, dass sie der Erlösung durch ein göttlich veranlasstes Menschenopfer bedürfe, ist – für mich – von einer solchen Vorsintflutlichkeit des Denkens, dass ich mich frage, wie zwei so verschiedene Konzepte und vor allem Denkweisen ohne intellektuelle Bedrängnisse in einem Kopf nebeneinander bestehen können. Kommen doch in diesem Gegensatz von naturwissenschaftlicher Eleganz und legendenhafter Einfalt etwa 4000 Jahre Kulturgeschichte zum Ausdruck.

    Ist es frühkindliche Indoktrination, von der er sich nicht befreien kann, ist es – was ich nicht unterstellen mag – der Preis für eine ihm sonst nicht mögliche medienwirksame Entfaltungsmöglichkeit und öffentliche Anerkennung, ist es ein bewusstes Akzeptieren von Gegensätzlichkeiten, weil keines der beiden Weltbilder für sich allein ihm eine Antwort auf das »Wie funktioniert die Welt« und »Warum gibt es die Welt« darstellt? Dennoch: Die Durchdachtheit, innere Stimmigkeit und Erklärungskraft unseres heutigen naturwissenschaftlichen Weltbildes und die Einfalt und Archaik des christlichen Glaubens lassen sich meines Erachtens intellektuell redlich nicht miteinander vereinbaren. Ein solches zweigeteiltes Weltbild kann nur hingenommen werden, wenn Einheitlichkeit, Stimmigkeit, Plausibilität, Eleganz als Kriterien keine Bedeutung beigemessen wird. Solches Denken stellt für mich eine Flucht aus der Realität in eine mystische Welt von Wunsch und Phantasie dar.
    Bei weiterem Nachfragen zieht man sich dann gern auf eine pantheistische Auffassung zurück, also eine Vorstellung, nach der Gott und Welt letztlich identisch seien. Aber was sagt ein solchermaßen verallgemeinerter Gottesglaube noch? Und was ist mit den Kernaussagen der christlichen Lehre, wie vereinbaren die sich mit einem solchen aufgelösten Gottesbegriff? (www.uwelehnert.de)

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