Graumann: „Es herrscht ein Mangel an Respekt vor Religionen“

Dieter Graumann, Bild: dapd

Warum jüdisches Leben trotz aller Misstöne in Deutschland sicher ist: Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden, über das Verhältnis der Deutschen zu den Juden.

Von Richard HerzingerDIE WELT

Seit zwei Jahren ist Dieter Graumann Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. In dieser Zeit war er mit heftigen Debatten über die Zulässigkeit der rituellen Beschneidung jüdischer Jungen ebenso konfrontiert wie mit wachsender antisemitischer Gewalt und zunehmender Feindseligkeit gegenüber Israel. Dabei trotzdem guter Laune zu bleiben, hilft dem Lokalpatrioten nicht zuletzt das ausgezeichnete Abschneiden der Frankfurter Eintracht in der Fußball-Bundesliga.

Die Welt: Kann man die Beschneidung jüdischer Jungen ablehnen, ohne Antisemit zu sein?

Dieter Graumann: Aber selbstverständlich! Gegen einen kritischen Diskurs ist ja gar nichts einzuwenden. Ich habe, als die Frage der Beschneidung hochkam, allerdings festgestellt, dass die meisten Menschen in Deutschland darüber schlicht gar nichts wussten. Dabei praktizieren wir die Beschneidung ja nicht konspirativ, sondern offen und transparent, und das seit Jahrtausenden. Es hat sich nur offenbar kein Mensch dafür interessiert. Dass man vor etwas erst einmal zurückschreckt, das einem fremd vorkommt, kann ich durchaus nachvollziehen. Genau aus diesem Grund haben wir, die jüdische Gemeinschaft, uns auch sehr offen der Debatte gestellt.

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Dodo Meisner über „die totale Profanierung des Sakralen“

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„Die totale Profanierung des Sakralen“ sei eine Folge des falsch verstandenen Konzils, so Kardinal Meisner.

kath.net

Die katholische Kirche hat sich nach Einschätzung des Kölner Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) zu sehr dem Zeitgeist angepasst. Der Sinn für das Heilige sei abhandengekommen, kritisierte er in einem Interview der in Würzburg erscheinenden „Die Tagespost“ (Samstag). Die Sakramentenkatechese sei sträflich vernachlässigt und äußere Zeichen der Ehrfurcht ersatzlos gestrichen worden.

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