Graumann: „Es herrscht ein Mangel an Respekt vor Religionen“


Dieter Graumann, Bild: dapd

Warum jüdisches Leben trotz aller Misstöne in Deutschland sicher ist: Dieter Graumann, der Präsident des Zentralrats der Juden, über das Verhältnis der Deutschen zu den Juden.

Von Richard HerzingerDIE WELT

Seit zwei Jahren ist Dieter Graumann Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. In dieser Zeit war er mit heftigen Debatten über die Zulässigkeit der rituellen Beschneidung jüdischer Jungen ebenso konfrontiert wie mit wachsender antisemitischer Gewalt und zunehmender Feindseligkeit gegenüber Israel. Dabei trotzdem guter Laune zu bleiben, hilft dem Lokalpatrioten nicht zuletzt das ausgezeichnete Abschneiden der Frankfurter Eintracht in der Fußball-Bundesliga.

Die Welt: Kann man die Beschneidung jüdischer Jungen ablehnen, ohne Antisemit zu sein?

Dieter Graumann: Aber selbstverständlich! Gegen einen kritischen Diskurs ist ja gar nichts einzuwenden. Ich habe, als die Frage der Beschneidung hochkam, allerdings festgestellt, dass die meisten Menschen in Deutschland darüber schlicht gar nichts wussten. Dabei praktizieren wir die Beschneidung ja nicht konspirativ, sondern offen und transparent, und das seit Jahrtausenden. Es hat sich nur offenbar kein Mensch dafür interessiert. Dass man vor etwas erst einmal zurückschreckt, das einem fremd vorkommt, kann ich durchaus nachvollziehen. Genau aus diesem Grund haben wir, die jüdische Gemeinschaft, uns auch sehr offen der Debatte gestellt.

weiterlesen

5 Comments

  1. Nein, die Ansichten von Religioten muss ich ganz bestimmt nicht respektieren.
    Ich kann es akzeptieren, dass manche Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Sozialisierung solchen Blödsinn im Kopf sitzen haben.
    Ich kann es tolerieren, solange diese Menschen mir mit ihrem Mist nicht allzusehr auf den Sack gehen.
    Ich habe jedoch noch nie irgendeinen klitzekleinen Hinweis darauf entdeckt, das der Hirnseuche Religion irgendeine Form von Respekt von meiner Seite aus zuzugestehen wäre.

    Gefällt mir

  2. Ich habe vor religiösen Ansichten Respekt – den gleichen Respekt wie vor der Aussage eines Freundes, seine Frau sei schön und seine Kinder wohlerzogen – selbst wenn ich die Familien kenne… (Er möge mich aber bitte nicht um meine ehrliche Meinung bitten, wenn er sie nicht ertragen kann.)

    Mehr kann man von mir nicht erwarten.

    Gefällt mir

  3. Respekt hat jeder verdient, der sich mit seinem Können, gesunden Ehrgeiz und viel Aufwand für das Wohl Anderer einsetzt

    Dagegen sind Hochstapler, Wahrsager, Astrologen, Homöopathen, Geistheiler, Priester, Pfarrer, Erleuchtete, All-wissende nur gewöhnliche Kriminelle, die mit abstrusen Märchen versuchen Menschen um ihr Geld zu betrügen und sich dabei nicht scheuen Wehrlose zu verstümmeln, sexuell zu mißbrauchen oder in heiligen Kriegen zu ermorden.
    Wer für solchen moralischen Abschaum Respekt verlangt, der sollte noch einmal ganz von vorne anfangen so etwa beim 4.ten Lebensjahr

    Gefällt mir

  4. Natürlich herrscht ein Mangel an Respekt vor Religionen und das zu Recht.
    Zumindest bei den Menschen die ihren Denkapparat gebrauchen, ist
    Respekt vor Religiotität mit Sicherheit nicht zu erwarten. Religioten gegenüber, welche ihre eigenen Babys verstümmeln um einem, aus der Nase gezogenen, imaginären, steinzeitlichen Wunschvorgesetzten zu buckeln, können vernunftbevorzugende und bodenständige Erdenbürger sicherlich keinen Deut an Respekt, für ihre belämmerten Gedankengänge entgegenbringen. Das sollten alle Religioten letztlich auch mal respektieren bevor sie, von realistisch eingestellten Mitbürgern, Respekt einfordern.

    Gefällt mir

  5. Glückwunsch dem Herrn Graumann vom Zentralrat für den treffsicheren  internationalen LobbyEinsatz bei Bundesregierung und Parlament zur Erhaltung der blutigen Amputation von Vorhäuten jüdischer Säuglinge und muslimischer Knaben.
      😉 
    Unsere Kanzlerin hatte uns zwar zu Beginn der Debatte eine „Komikernation“ versprochen….aber anders als sonst….. sich diesmal eilfertig ans Werk gemacht. In einem (rassistischen ?  😉  ) Gesetz werden nun nur männliche Säuglinge und Knaben zweier semitischer Religionen ohne Not dem Schutz der UN Kinderschutzkonvention vom 20. November 1989 entzogen und einem neuen wohl eher „teutonischen“ Sorgerecht für Eltern ausgeliefert. 😉

    Da kann man Herrn Graumann nur zustimmen: Bronzezeitliche Folklore am Säugling ist schon ein Wert an sich. 😉  Der Jubel der schutzbefohlenen Kinder wird Herrn Graumann sicher sein,   😉 ….wenigsten bevor der Wundschmerz beim Säugling einsetzt….  😉 

    Aber so bleibt auch der bewährte Arbeitsplatz des rituellen Säuglingbeschneiders (mohel) in der Kultusgemeinde erhalten, der sich weiterhin ohne medizinische Lizenz – aber mit Zustimmung von Eltern im Zustand des „Gotteswahns“ -siehe Richard Dawkins oder Christopher Hitchins  – mit dem Messer am Säugling zu schaffen machen kann. Arbeitsplätze sind eben alles was in dieser Krise zählt…..  😉 

    Obwohl Herr Graumann mit einem servilen wie auch eilfertigen Bundestag zusammenarbeiten konnte, ist die Zustimmungsrate zur Verstümmelung des Sexualorgans von Knaben während der Debatte in der Bevölkerung weiter von 47 % auf unter 30 % gefallen…. 😉 …. was aber die vom Volk gewählten Abgeordneten nicht hinderte, sich mit fast 75% für den Erhalt des blutigen Rituals zu entscheiden.   ;-)…. wodurch wir dem politischen Ziel der Kanzlerin für eine „Komikernation“ wohl näher gekommen sind….scheinbar ein besonderers hintergründiger Humor, dem Beginn der Karnevalssession 2013 angemessen….     😉

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.