Mohammed goes Simpsons: Eine Provokation?

Mohammed goes Simpsons / Bild: (c) EPA (YOAN VALAT)

Am Mittwoch veröffentlichte das französische Magazin „Charlie Hebdo“ einen Comic über den Propheten – mit einem knollennasigen, knallgelben Mohammed.

Von Bettina SteinerDie Presse.com

Der Band sei „völlig halal“, er entspreche also den religiösen Vorschriften des Islam. So hatte der Herausgeber des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ vor der Veröffentlichung des 64 Seiten starken Bandes über das Leben Mohammeds Protesten in der islamischen Welt vorzubeugen versucht: Diese Biografie sei „vom Islam autorisiert“. Die Religionssoziologin Zineb El-Rhazoui hat daran mitgewirkt, sie bestätigt: „Es ist eine seriöse Veröffentlichung.“ Man habe monatelang recherchiert, um den Lebenslauf Mohammeds nachzuzeichnen, wie er in islamischen Quellen beschrieben sei.

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Die kognitiven Dissonanzen des Simon-Wiesenthal-Centers

Foto: dapd

Das Simon-Wiesenthal-Center hat Jakob Augstein als schlimmen Antisemiten deklariert: Das ist unsinnig und die Begründung lächerlich.

Von Nils MinkmarFrankfurter Allgemeine

Die Nominierung von Jakob Augstein auf Platz neun der Liste der zehn schlimmsten Antisemiten ist ein schwerer intellektueller und strategischer Fehler des Simon Wiesenthal Centers (SWC). So wird nicht nur ein kritischer Journalist in unangemessene Gesellschaft gestellt, all jenen, die zu recht auf ihr stehen – den neun anderen Personen und Gruppen also, wird es leicht gemacht, sich mit dem Verwies auf solche Beliebigkeit zu exkulpieren.

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Die Schöpfung: Ken Ham, R.Junker, Adam und Eva=Kreationismus

Der Mensch als Krone der Schöpfung, von Gott vor ungefähr 6000 Jahren erschaffen oder das Produkt von Millionen Jahren Evolution? Kreationisten glauben an die Wahrheit der biblischen Schöpfungsgeschichte und lehnen die Evolutionstheorie ab.

In den USA pilgern sie ins ‚Creation Museum‘, wo sie ihre Sicht vom Anfang des Lebens bestätigt sehen. In Deutschland bezieht vor allem die Studiengemeinschaft Wort und Wissen Stellung gegen die gängige Lehrmeinung. Christliche Bekenntnisschulen gestalten den Biologieunterricht evolutionskritisch. Warum wird dieses Thema auch noch 150 Jahre nach Charles Darwins ‚Entstehung der Arten‘ so kontrovers diskutiert? An Schauplätzen in Deutschland, Nordamerika und dem Vatikan, beleuchten wir die aktuelle Diskussion pro und contra Evolution, sprechen mit Evolutionsgegnern, Wissenschaftlern und Theologen.

UN-Experte Heiner Bielefeldt: „Freiheit ist kein Freibrief“

Heiner Bielefeldt ist UN-Sonderberichterstatter. (Cornelius Wachinger)

Für den UN-Experten Heiner Bielefeldt ist Beschneidung kein trivialer, aber ein Identität stiftender Eingriff.

Von Cornelia Breuer-IffWZ newsline

Überall auf der Welt werden Menschen wegen ihrer religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen verfolgt, misshandelt und unterdrückt. In Deutschland ist die Freiheit des Glaubens im Grundgesetz garantiert. Der Sonderberichterstatter der Uno für Religions- und Weltanschauungsfreiheit ist derzeit ein Deutscher. Wir sprachen mit Heiner Bielefeldt über Knabenbeschneidung, Religionskritik und Islamunterricht an Schulen.

Herr Professor Bielefeldt, wer ist der größte Feind der Religionsfreiheit?

Heiner Bielefeldt: Weltweit gesehen? Der Hass. Hass, der sich einerseits aus Verachtung, andererseits aus Angst speist. Die schlimmsten Übergriffe sind unglaubliche Hassausbrüche.

Unionsfraktionschef Volker Kauder hat dieser Tage hingegen gezielt den Islamismus als Bedrohung der Religionsfreiheit weltweit gegeißelt.

Bielefeldt: Die Religionsfreiheit wird von ganz vielen Seiten bedroht. Die Vorstellungen von einer natürlichen Täterreligion oder einer natürlichen Opferreligion kommen einem bei meiner Arbeit abhanden. Es ist naiv zu glauben, man könne in die heiligen Bücher schauen und daraus dann die Welt erklären. Solche simplen Zuordnungen möchte ich auflösen. Es gibt Hindu-Fanatismus in Indien, im Iran werden Anhänger der Bahai grausamst verfolgt, und es gibt gewaltbereite Buddhisten. Natürlich spielt der politische Islam eine Rolle, und mit Blick auf Ägypten sorge ich mich um die Kopten, aber auch um atheistische Blogger.

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