Die kognitiven Dissonanzen des Simon-Wiesenthal-Centers


Foto: dapd

Das Simon-Wiesenthal-Center hat Jakob Augstein als schlimmen Antisemiten deklariert: Das ist unsinnig und die Begründung lächerlich.

Von Nils MinkmarFrankfurter Allgemeine

Die Nominierung von Jakob Augstein auf Platz neun der Liste der zehn schlimmsten Antisemiten ist ein schwerer intellektueller und strategischer Fehler des Simon Wiesenthal Centers (SWC). So wird nicht nur ein kritischer Journalist in unangemessene Gesellschaft gestellt, all jenen, die zu recht auf ihr stehen – den neun anderen Personen und Gruppen also, wird es leicht gemacht, sich mit dem Verwies auf solche Beliebigkeit zu exkulpieren.

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7 Comments

  1. Ob Kommentare zum Besatzungsdrama in der West-Bank, Ost-Jerusalem und Gaza mit klassischen politischen Kampfbegriffen des 20. Jahrhunderts „links“ oder „rechts“ auszuhebeln sind, scheint zweifelhaft. Denn nach der UNO Abstimmung zum Staat Israel und zu Menschenrechten in 1948 könnten nur diese noch ein Massstab für die Kritik am Umgang mit den Menschen sein. 

    Über einen Palästinenserstaat -in den seit 1967 von den Israelis besetzten drei besetzten Gebieten- wird zwar seit Jahrzehnten gestritten und verhandelt…. mit einem verheerenden Ergebnis für die palästinensische Bevölkerung. Wie auch die Frage „Ist Israel ein säkularer Staat oder ist es ein jüdischer Staat?“ kaum trivial ist, wie uns der Linguist, NahOstkenner und amerikanische Jude Noam Chomsky erläutert.

    http://palaestina-israel.blog.de/2010/02/21/noam-chomsky-interview-8049247/

    Erklärend ist auch das Buch „Palästina – Frieden, nicht Apartheid“ des ehemaligen US Präsidente Jimmy Carter über die Zustände in den israelisch besetzten Gebieten. Es wurde nicht im Elfenbeinturm geschrieben, sondern nach Feldarbeit vor Ort.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Palästina_-_Frieden,_nicht_Apartheid

    Der fast 90 jährige Israeli Uri Averni – von der Friedensbewegung Gush Shalom – anslysiert palästinensisches Leben in den besetzten Gebieten  wie auch in Israel: Die Palästinenser in den besetzten Gebieten sind der Willkür israelischer Siedler wie auch den Schikanen der Besatzungsarmee ausgeliefert; die palästinensischen Bürger im Staate Israel sind dort Bürger 2. Klasse.

    http://www.uri-avnery.de

    Die Palästinensiche Staatsgründung verläuft wie die “ faire“ Teilung einer Pizza, wobei eine Partei mit dem Verzehr der Pizza schon lange begonnen hat, darf die andere Partei verhandeln und zusehen……   😉

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  2. Das ist nicht so einfach wie man es sich gerne machen würde.
    Israels Regierung ist kein orthodoxes Regime und Israel selbst ist trotz starker Vereinnahmung säkular.
    Augstein tut das was Elfenbeinturmjournalisten tun, er kritisiert Israel von einem sicheren Hafen aus.
    Antisemitisch wird es durchaus wenn er NUR Israel kritisiert, dabei Likud und Co. als israelische Äquivalente zur NPD ansieht und noch einiges mehr.
    Es ist leider sehr traurig für das linke Establishment hier in DE diesen Unsinn auch noch zu unterstützen.

    Dazu müsste man mit einigen Mythen aufräumen zum Beispiel auch den Mythos der Siedlungsbau im Westjordanland würde prinzipiell von supernationalisten betrieben die per se den Palästinensern ihr Hab und Gut stehlen möchten. Selbst das ist nicht der Fall. Auch ist GAZA kein KZ und es herrscht auch keine Apartheid. Im Gegenteil Tel Aviv z.Bsp. ist die homosexuellenfreundlichste Stadt der Welt, dort können schwule Araber hin kommen und auch ein neues Leben beginnen.
    Stammzellforschung wird ausgebaut, selbst mit Segen der Ultraorthodoxie da gemäß der Talmud Interpretation Leibesfrüchte keine Menschen sind. Also nix mit Pro-Life etc.

    Das fällt alles unter den Tisch.

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  3. Das Problem liegt wohl im Fehlen einer verbindlichen Definition von Antisemitismus. So wird nach Bedarfalles alles was bestimmte Lobbys nicht mögen mit dieser Keule bearbeitet. Es wäre höchste Zeit den Begriff auf ethnische Diskriminierungen im Sinne von Menschenrechtsverletzungen zu präzisieren. Damit wäre auch das Recht auf freie Meinungsäußerung wieder allgemein gültig.

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  4. Das Simom Wiesenthal Center SWC zieht mit dieser Hitliste des Antisemitismus von Wien nach Absurdistan…..wo ihr amtlicher „Kronzeuge für Antisemitismus“ Henryk M. Broder ja schon seit längerem haust. 😉

    Jakob Augstein ist mit Günther Grass und einer langen Liste sogenannter „selbsthassender“ Juden aber in keiner schlechten Gesellschaft, aber sicher in keiner antisemitischen….wie auch die Giordano Bruno Stiftung, die sich „erdreistete“ an der bronzezeitlichen Folklore am Penis von Neugeborenen Säuglingen zu zweifeln und das auch noch mittels einer politischen Karikatur… 😉

    Ob das SWC vielleicht doch nur einen hintergründigen Beitrag zur Karnevalssession 2013 geplant hatte…? 😉

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  5. Genauso wie Feministinnen entlarven sich fundamentalistische Juden durch ihre Paranoia und wahllose Diffamierungen. Das normale Volk begreift dies schon längst. Es ist nur schade, daß in der offiziellen Politik so viele angepaßte Menschen agieren, die sich nicht trauen, die Wahrheit zu sagen.

    Es braucht halt seine Zeit, bis die eigentlich offensichtliche, aber unterdrückte Wahrheit Allgemeingut wird. Zukünftige Generationen werden sehr verwundert sein, wie unsere Zeit mit dem barbarischen Beschneidungsritual umgegangen ist. Was für hirnrissige Intellektualisierungen akzeptiert und toleriert wurden – nur weil bestimmte Juden ihre pathologische Religiosität davon abhängig machen. Religiosität ist auch in aufgeklärter Form möglich – ohne hirnrissige Rituale, die die Verfechter vor schmerzhaften Einsichten schützen sollen.

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  6. Das SW-Center ist auch nur eine Repräsentanz einer Steinzeitreligion. Wenn das klassische Feindbild langsam verschwindet, droht solchen Institutionen der Untergang.

    Durch Drohung mit Dämonen, Verdammnis und Höllenpein sichert sich religiöser Humbug seine zahlenden Idioten und belegt so eigene Zweifel am Glauben „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des (christlichen) Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der – Drohung, Drohung, Drohung“.

    Die Oberhirten verstoßen gegen die gepredigte Moral und Ethik, sie morden, rauben, fälschen, missbrauchen, huren, zocken und drohen ihrer Elite um sie durch Angst zu disziplinieren. Religionen und Diktaturen als paranoide Zwangssysteme überleben nur, wenn sie Kritik und abweichendes Handeln brutal unterdrücken oder auszurotten. Dazu befarf es leicht begreifbare Feindbilder

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