Keine Zusammenarbeit mit Humanisten: Kirche kündigt Obdachlosenambulanz


Kirchliche Verbände wollten nicht mit Humanisten zusammenarbeiten. Den Preis bezahlen Berlins Obdachlose. Foto: picture alliance / dpa

Weil die evangelische Kirche eine Zusammenarbeit mit den Humanisten ablehnt, sind die Tage der Obdachlosenambulanz am Ostbahnhof gezählt.

Von Thomas KlattBerliner Zeitung

Noch im November zu Beginn der Kältesaison riefen die Sozialverbände und insbesondere die Kirchen zu gemeinsamen Anstrengungen in der Obdachlosenarbeit auf. Es fehlt vor allem an Geld und geeigneten Räumlichkeiten für Notübernachtungen. Doch wenn es konkret wird, dann möchten zumindest die Protestanten längst nicht mit jedem gegen die Armut ankämpfen. Eine Zusammenarbeit mit den Humanisten jedenfalls lehnt die evangelische Kirche ab.

Konkret unterhält die MUT Gesellschaft für Gesundheit mbH, eine Tochterunternehmung der Ärztekammer, am Ostbahnhof eine Ambulanz. Unter anderen hatte hier einst die bekannte Obdachlosenärztin Jenny de la Torre gearbeitet. Jeden Öffnungstag werden hier bis zu 30 Kranke medizinisch versorgt, sie können sich duschen oder erhalten saubere Kleidung. Jetzt aber hat die MUT offensichtlich aus Finanznot kurzfristig einen neuen Träger gesucht und ihn gefunden. Der Humanistische Verband HVD soll hier wie auch für drei weitere MUT-Standorte die Geschäfte leiten.

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