R. Dawkins: Wie die Götter die Welt auskotzten

Foto: Getty Images/Robert Harding World Imagery Waren die Milben auch schon auf der Arche Noah, fragt sich der Spötter Richard Dawkins

Neues vom Oberhaupt der Atheisten: Der britische Biologe Richard Dawkins erzählt uns vergnüglich, wie die Erde und alles Getier entstand – vom Nashorn mit Spinnenbeinen bis zur Staubmilbe.

Von Cosima LutzDIE WELT

Nach dem Mythos eines Bantu-Volkes im Kongo erbrach am Anfang Gott Bumba unter starken Magenschmerzen Sonne, Mond und Sterne. Schließlich kotzte er sich auch die Tiere und die Menschen aus dem Leib.

In Tasmanien hatten die Leute anfangs Känguruschwänze und keine Knie. Der Gott, der das angerichtet hatte, war gerade vom Himmel gefallen und wollte, schwer verletzt, schnell noch etwas Gutes tun, also lieber einen fehlerhaften als gar keinen Menschen machen, ein anderer Gott musste es dann richten. Und die biblische Überlieferung spricht zwar von einer suppigen Erst-Finsternis, darüber schwebte aber der vermutlich schmerzfreie Geist Gottes und schuf dann alles ordentlich mit Hand und Hauch.

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Mensch und Natur: Willkommen im Anthropozän

Foto: eoVision/GeoEye, 2011, distributed by e-GEOSDie drittgrößte Stadt der USA beeindruckt mit Wolkenkratzern am Chicago River, während Yachthafen, ein Vergnügungspark und eine Wasseraufbereitungsanlage in den See ragen.
Foto: eoVision/GeoEye, 2011, distributed by e-GEOS
Die drittgrößte Stadt der USA beeindruckt mit Wolkenkratzern am Chicago River, während Yachthafen, ein Vergnügungspark und eine Wasseraufbereitungsanlage in den See ragen.

In dieser Woche wird in Berlin eine neue erdgeschichtliche Epoche eingeläutet: Das Anthropozän. Der Begriff soll unser Denken verändern. Ein Gespräch mit dem Geobiologen Reinhold Leinfelder

Von Ulrich SchnabelZEIT ONLINE

DIE ZEIT: Sie sind einer der Initiatoren des Anthropozän-Projektes, das am 10. Januar in Berlin startet. Worum geht es?

Reinhold Leinfelder: Der Begriff Anthropozän – Menschenzeit – soll zum Ausdruck bringen, dass wir die erdgeschichtlich relativ stabile Epoche des Holozäns hinter uns gelassen haben und etwa seit dem Jahr 1800 in eine neue Epoche eingetreten sind, in der der Mensch zum dominierenden geologischen Faktor geworden ist. Das kann man an vielen Punkten festmachen: Mehr als 90 Prozent allen Pflanzenwachstums findet in Systemen statt, die der Mensch beeinflusst, 90 Prozent der Biomasse aller lebenden Säugetiere werden vom Menschen und seinen Haustieren gestellt, und mehr als drei Viertel der eisfreien Landoberfläche sind nicht mehr im ursprünglichen Zustand.

ZEIT: Dass der Mensch die Umwelt formt, wissen wir ja schon lange. Was ist neu am Anthropozän außer dem Begriff an sich?

Leinfelder: Neu ist die Erkenntnis, dass wir ein untrennbarer Teil des Systems sind. Noch denken wir in Gegensätzen: Auf der einen Seite die »gute« Natur, die man bewahren muss; auf der anderen der Mensch und die »böse« Technik, deren Einfluss man zurückdrängen muss. Doch dieser Dualismus ist überholt. Natur und Kultur sind Teile eines Gesamtsystems geworden. Das eine lässt sich nicht ohne das andere begreifen.

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Fleischatlas – Daten und Fakten über Tiere als Nahrungsmittel

Viel zu selten fragen wir uns, was wir eigentlich gerade essen. Dabei ist Essen nicht nur ein kulinarischer Genuss, sondern eine politische und ethische Entscheidung. Was hat das Schnitzel auf unserem Teller mit dem Regenwald im Amazonas zu tun? Und wie hängt es mit ländlicher Armut und Hunger in Kamerun zusammen? Wie werden die Tiere, die wir essen, gehalten und welche Auswirkungen hat die Massentierhaltung auf unser Klima?

Heinrich Böll Stiftung

All diese Fragen lassen sich nicht allein durch einen Blick auf die Verpackung von Wurst und Fleisch im Supermarkt beantworten. Gerade darum ist es der Heinrich-Böll-Stiftung und dem BUND ein Anliegen, über die vielfältigen Dimensionen der Fleischproduktion dessen Konsum zu informieren und Alternativen aufzuzeigen.

In der traditionellen bäuerlichen Tierhaltung muss das eigene Land ausreichend Futter für die Tiere geben. Mist und Gülle wiederum werden auf die hofeigenen Felder ausgebracht und sind gut für die Bodenqualität. Nur so können lokale Nährstoffkreisläufe entstehen, die eine zukunftsgerichtete und gerechte Landwirtschaft ausmachen und auch den Tierrechten Rechnung tragen.

Mit unserem Atlas möchten wir Sie einladen zu einer Reise um die Welt und Einblicke in globale Zusammenhänge geben, die mit unserem Fleischkonsum verbunden sind. Denn nur informierte und kritische Konsumentinnen und Konsumenten können richtige Entscheidungen treffen.

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Katholische Wahrheit: Lügen, tricksen, verschleiern, bescheißen

Nach dem Abbruch der Missbrauchsaufklärung durch die katholische Kirche hagelt es Kritik (Bild: AP)

Die Katholische Kirche will nicht schuld sein, und die Wissenschaftler des Kriminologischen Instituts Niedersachsen wollen es auch nicht: Nach dem Aus für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche werden weitere Details bekannt. Juristischem Druck der Kirche will sich der Kriminologe Christian Pfeiffer nicht beugen.

dradio.de

Inzwischen wurden weitere Details zu dem Streit zwischen der Kirche und dem Institutsleiter Christian Pfeiffer bekannt. Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, räumte im Deutschlandfunk ein, es habe Differenzen über die Auswertung von Tonband-Interviews gegeben. Hier gehe es um delikate Daten, die einen besonderen Schutz von Persönlichkeitsrechten erforderten. Von Kontrolle oder Zensur könne jedoch nicht die Rede sein. Auch den Verwurf, die katholische Kirche habe brisante Akten vernichtet, bestreitet er.

Pfeiffer dagegen bekräftigte seine Vorwürfe. Und er denkt auch nicht daran, sich an eine Unterlassungserklärung der Bischöfe zu halten. Diese sei rechtlich ungültig, sagte Pfeiffer dem Evangelischen Pressedienst. Die Kirche will es dem Kriminologen damit untersagen, wegen der aufgekündigten Zusammenarbeit von Zensur zu sprechen.

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Katholische Kirche geht juristisch gegen Pfeiffer vor(ARD)

Kirche geht gegen Pfeiffer vor(ZEIT ONLINE)

Eklatantes Systemversagen

Saudi-Prinz will Frauen Autofahren erlauben

foto: reuters Eine Aktivistin im Juni 2011 bei der Aktion Woman2Drive

Der 82-jährige Prinz Talal ist als Reformer bekannt – Schon seit einigen Jahren fordern AktivistInnen die Aufhebung des Fahrverbots

derStandard.at

Der saudiarabische Prinz Talal Ben Abdel Asis (Talal bin Abdelaziz) hat sich für das Recht von Frauen aufs Autofahren ausgesprochen. „Diejenigen, die sagen, dass die Mischung der Geschlechter und das Autofahren für Frauen sittenwidrig sind – halten sie es für logisch, einem Chauffeur zu erlauben, Tag und Nacht in den Häusern zu bleiben?“, sagte der 82-Jährige. Viele Familien müssten sich zudem wegen des Fahrverbots für Frauen zwangsläufig verschulden, um einen Fahrer zu bezahlen.

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