Lammert kritisiert Scheitern der Missbrauchsstudie

Foto: dapd Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU): „Mit dem Forschungsauftrag sollten die öffentlich angemeldeten Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Aufklärungsinteresses der katholischen Kirche ausgeräumt werden“

Bundestagspräsident Lammert ist enttäuscht, dass die Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche gescheitert ist. Diese wehrt sich juristisch gegen Zensurvorwürfe des Kriminologen Pfeiffer.

DIE WELT

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat mit Kritik auf das Scheitern einer Studie zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche reagiert.

Lammert sagte der „Welt“, er teile die Enttäuschung, dass die wissenschaftliche Aufklärung der Missbrauchstaten vorerst gescheitert sei. Lammert: „Dies ist umso bedauerlicher, weil mit dem Forschungsauftrag die öffentlich angemeldeten Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Aufklärungsinteresses der katholischen Kirche ausgeräumt werden sollten.“

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Von „guten“, homophoben Fundis(evangelikal) und „bösen“ homophoben Fundis(salafitisch)

Zum islamischen Evangelikalismus hat ein Islamwissenschaftler den Salafismus erklärt. Die Deutsche Evangelische Allianz protestiert. Foto: pro/ Christ und Welt

Friedmann Eißler, wissenschaftlicher Referent der „Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ (EZW), kritisiert Rüdiger Lohlker für seine Äußerungen in „Christ und Welt“. Der Islamwissenschaftler Lohlke hatte gesagt, der Salafismus sei „gewissermaßen die islamische Ausprägung eines Evangelikalismus“.

pro Medienmagazin

Hinter solchen Vergleichen scheint laut Eißler eine doppelte Absicht zu stehen. Diese zwei Intentionen seien, „den Salafismus als ‚Frömmigkeitsbewegung‘ zu verharmlosen und zugleich die Kritik gegen ‚christliche Fundamentalisten‘ zu richten“. Es sei in Mode gekommen, Evangelikale mit Fundamentalisten gleichzusetzen, erläutert Eißler gegenüber pro. „Wenn manche Medien hier Schlagseite zeigen, ist das eine Sache. Ein seriöser Wissenschaftler sollte über die Gegenstände, über die er redet, informiert sein und derartige Verzeichnungen vermeiden.“

Wer zentrale Inhalte, soziale und politische Kontexte, die Relevanz von Gewaltbereitschaft und Demokratiedistanz auf diese Weise ignoriere, der handele fahrlässig, fährt Eißler fort. „Ich halte nichts von derartigen Vergleichen, die mit einem extrem selektiven Blick auf diese Weise religionswissenschaftlich abstrahieren und theologisch karikieren.“

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Salafisten – Die islamischen Evangelikalen?

Gottesdienst rockt – spirituelles Happening unterm Kreuz

Nicht irgendeine Clubnacht, sondern eine Party für Jugendliche in den ehrwürdigen Mauern der Kirche. Foto: Antonia Yamin

Volle Kirchen? Das ist keineswegs unmöglich – wenn das Angebot stimmt. Ein Erfolgsbeispiel ist die Jugendkulturkirche in Frankfurt. Die „Church Night“ in St. Peter bietet Jugendlichen spirituelle Happenings unterm Holzkreuz.

Von Antonia Yamin und Falk RuckesFrankfurter Rundschau

Dunkelblaues Scheinwerferlicht wandert in dem hohen Gewölbe über die Köpfe der Jugendlichen. Sie scharen sich um die breite Bühne und jubeln ihrer Band zu. Der weitläufige Raum mit dem altertümlichen grauen Mauerwerk an seiner Rückwand ist erfüllt von einer tiefen, sexy Stimme: Leicht könnte man glauben, bei der Bandsängerin handele es sich um Rihanna. Die braun gebrannte junge Frau mit der Lockenmähne und den tiefgrünen Augen wird von zwei Gitarristen flankiert. Das Haar des Größeren fliegt wild durch die Luft, als er zum Rhythmus des Songs headbangt.

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Wieviel Religion steckt im „Tatort“?

© WDR Vor der Lambertikirche in Münster posier1en die beiden „Tatort“-Ermittler Pathologe Professor Karl-Friedrich Boerne ( Jan Josef Liefers, l.) und Hauptkommissar Frank Thiel ( Axel Prahl).

Claudia Stockinger, 42, ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen – und hat über einen Zeitraum von zwei Jahren das Thema Religion in der ARD-Reihe „Tatort“ erforscht.

merkur-online.de

-Sie haben für Ihr Projekt 411 „Tatort“-Folgen untersucht. Können Sie die Anfangsmelodie noch hören?

Nein, die überspiele ich immer. Obwohl ich absolut für den bewährten „Tatort“-Vorspann bin. Schreiben Sie bitte nicht, ich hätte was gegen die Eingangsmelodie.

-Wie religiös ist der „Tatort“?

So religiös wie die Bundesrepublik. Er ist eine Art Spiegel. Das äußert sich in Details, wenn zum Beispiel die Konstanzer Kommissarin Klara Blum aus der Messe kommt und zu ihrem Chef sagt: „Heute nicht, heute ist Sonntag.“ Auf so etwas muss man beim „Tatort“ nicht bewusst achten, aber es ist vorhanden.

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Von „guten“, aber homophoben Fundis(evangelikal)

Hartmut Steeb hält sexuelle Vielfalt für eine Ideologie und will, dass Schulen die Vorteile der heterosexuellen Ehe anpreisen Bild: GemeindeFerienFestival SPRING / flickr / cc by 2.0

Evangelische Allianz kämpft gegen „Schule ohne Homophobie“
Die Schule solle sich für eine „Stärkung des Leitbildes von Ehe und Familie“ einsetzen, nicht Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung bekämpfen, empfiehlt die Evangelische Allianz.

QUEER.DE

Hartmut Steeb, der Generalsekretär der Allianz, kritisierte die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen für das Projekt „Schule ohne Homophobie – Schule der Vielfalt“, die im Dezember bekannt gegeben wurde (queer.de berichtete). Dem christlichen Magazin „pro“ sagte Steeb, er halte allein die Verwendung des Wortes Homophobie für „völlig fehl am Platz“. Er lehne zwar Gewalt und Diskriminierung ab, halte aber Projekte für nicht hilfreich, „die ein Randthema zu einem Hauptthema machen und sich nicht generell mit dem Thema Gewalt und Diskriminierung auseinandersetzen“.

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