Wieviel Religion steckt im „Tatort“?


© WDR Vor der Lambertikirche in Münster posier1en die beiden „Tatort“-Ermittler Pathologe Professor Karl-Friedrich Boerne ( Jan Josef Liefers, l.) und Hauptkommissar Frank Thiel ( Axel Prahl).

Claudia Stockinger, 42, ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Göttingen – und hat über einen Zeitraum von zwei Jahren das Thema Religion in der ARD-Reihe „Tatort“ erforscht.

merkur-online.de

-Sie haben für Ihr Projekt 411 „Tatort“-Folgen untersucht. Können Sie die Anfangsmelodie noch hören?

Nein, die überspiele ich immer. Obwohl ich absolut für den bewährten „Tatort“-Vorspann bin. Schreiben Sie bitte nicht, ich hätte was gegen die Eingangsmelodie.

-Wie religiös ist der „Tatort“?

So religiös wie die Bundesrepublik. Er ist eine Art Spiegel. Das äußert sich in Details, wenn zum Beispiel die Konstanzer Kommissarin Klara Blum aus der Messe kommt und zu ihrem Chef sagt: „Heute nicht, heute ist Sonntag.“ Auf so etwas muss man beim „Tatort“ nicht bewusst achten, aber es ist vorhanden.

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2 Comments

  1. Wir schauen seit über 10 Jahren vollkommen kostenlos Satelliten Fernsehen ASTRA-1, ASTRA-2 und Hotbird. Die deutschen Tatort-Krimis sind zum Einschlafen stumpfsinnig, sowohl von der Logik der Texte als auch von der schauspielerischen Leistung. Sie rangieren noch unter dem ständigen Trash-TV von RTL und Konsorten

    Sendungen die wir bewußt vermeiden, die können so viel Religion enthalten wie beliebt

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  2. Euer Wille sage: der Übermensch sei der Sinn der Erde!
    Ich beschwöre euch, meine Brüder,
    bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht,
    welche euch von überirdischen Hoffnungen reden!
    Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht.

    Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra

    Eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, hat etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstanden:

    Zinsumverteilung

    Diese beschämende Tatsache ist nicht allein dafür verantwortlich, dass wir heute weit hinter den technologischen Möglichkeiten zurückhängen, die Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke in „2001: Odyssee im Weltraum“ visualisierten, sondern tatsächlich für alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen. Dabei wurde sowohl der grundlegende Fehler im „Geld, wie es (noch) ist“ als auch das fehlerfreie „Geld, wie es sein soll“ schon im Jahr 1916 in dem makroökonomischen Grundlagenwerk „Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ von dem Sozialphilosophen Silvio Gesell vollständig und widerspruchsfrei beschrieben. Doch was hilft es der Menschheit, wenn auch im 21. Jahrhundert nur eine Handvoll Menschen in der Lage und Willens ist, diese „banalsten Selbstverständlichkeiten“ (Zitat: Silvio Gesell) zu begreifen?

    Die Ursache des „nicht verstehen Wollens“ hat eine lange Tradition: die Religion; eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten, welche die halbwegs zivilisierte Menschheit überhaupt erst „wahnsinnig genug“ für die Benutzung von Geld machte, lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war. Denn kein vernünftiger (nicht religiös verblendeter) Mensch wäre dazu bereit, in einer fehlerhaften (kapitalistischen) Makroökonomie zu arbeiten, wenn er weiß, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich und der nächste Krieg – zur umfassenden Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – unvermeidlich ist.

    Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode (etwa bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert) zum Wahnsinn ohne Methode (spätestens mit der Gründung der „heiligen katholischen Kirche“ im 4. Jahrhundert) mutierte, und die uns alle zu Untertanen (geistig Toten) machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich Auferstehung (aus der religiösen Verblendung):

    Jüngstes Gericht

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