„Der katholischen Kirche geschieht Unrecht“


Foto: dapd Der Bischof von Trier: Stephan Ackermann wehrt sich gegen den Vorwurf der Zensur

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ist Missbrauchsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz. Im Interview sagt er, wie er das Forschungsprojekt jetzt noch retten will.

Von Lucas WiegelmannDIE WELT

Nach dem vorläufigen Stopp der Missbrauchsstudie am Mittwoch ist die katholische Kirche in die Defensive geraten. Der Kriminologe Christian Pfeiffer, der die Studie hätte betreuen sollen, wirft den Bischöfen Zensur vor. Politiker und Opferverbände warnen die Kirche vor einem Erlahmen der Aufklärungsbemühungen.

Die Welt: Herr Bischof, der Kriminologe Christian Pfeiffer erhält seinen Zensurvorwurf aufrecht. Politiker wie die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt sprechen ebenfalls von Zensur. Wie wollen Sie sich gegen diesen Vorwurf wehren?

Bischof Ackermann: Der Vorwurf stimmt nicht. Deshalb gehen wir rechtlich dagegen vor, dass Professor Pfeiffer den Vorwurf wiederholt. Das ist aber nur die juristische Seite. Wir haben immer klar gesagt: Wir wollen die kriminologische Aufarbeitung, deshalb suchen wir ja jetzt einen neuen Projektpartner. Wenn die Ergebnisse dann mal auf dem Tisch liegen, wird man endgültig sehen, dass der Vorwurf der Zensur wirklich nicht stichhaltig ist.

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4 Gedanken zu “„Der katholischen Kirche geschieht Unrecht“

  1. Daniel

    … das ist doch alles nur eine weitere Episode in einer langen Kette von Lächerlichkeiten, denen sich die Kirche in den letzten Jahren preisgegeben hat. Was mich immernoch wundert: Wie kann es Leute geben, die sowas immernoch in Schutz nehmen….

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  2. Ackermann jammert -wie immer- auf sehr hohem Niveau. Nur den Tausenden von jugendlichen Opfern wird bei uns Unrecht angetan, von einem Staat der seit Jahrzehnten bei der kirchlichen Pädophilie pickiert wegsieht, auch wenn die öffentlich-rechtliche Körperschaft Kirche die Opfer untergepflügt. Der runde Tisch des Bundestages lässt grüssen! 😉

    Anstatt die Täter staatlich ordentlich zu bestrafen und die Opfer nicht zum Bittsteller beim Club der Täter werden zu lassen, wird uns eine unglaubliche Schmierenkommödie zur „Untersuchung“ der seit 2000 Jahre bekannten pädophilen Strukturen zur Belustigung an Kindern geboten, erstmals in den Apostellehren früher christlicher Gemeinden „Didache“ erwähnt, noch vor der Dichtung der Evangelien. 😉

    Im Gegensatz zu uns, haben in den USA die Gerichte ihre Aufgabe zur Verfolgung der Straftaten an Kindern ernst genommen und den Opfern inzwischen über 3 Milliarden US $ (im Schnitt mehr als 300.000 US $ )als Schadensersatz zugesprochen, und mit jedem neuen Prozess werdeb es mehr. Drüben ist noch kein Ende der Stafverfolgung abzusehen. Die US Opfer versuchen selbst den Vatikan als Mitwisser und Strafvereiteler in die Prozesse hineinzuziehen. Einige US Diözesen sind inzwischen wegen der Schadensersatzforderungen pleite. Der „Spass an Kindern“ Ist dem Vatikan in den USA jetzt wohl zu teuer geworden…. 😉

    Nicht eine „kirchliche Aufarbeitung“ wie Ackermann uns „thumben Teutschen“ glauben machen will, sondern konsequente Strafverfolgung der Täter wie deren Helfer bei der Stafvereitelung machen den Unterschied. Wenn die deutschen Opfer anstatt wie von der Kirche 5.000 € von der Táterorganisation Kirche -wie in den USA- 500.000 € bekämen, würden die für’s Geld zuständigen öffentlich-rechtlichen Kirchenfunktionäre den Kindsmissbrauch endlich unterbinden.. 😉

    Man könnte aber auch ins säkulare Frankreich schauen, wo die kirchliche Pädophilie lange keine deutschen Ausmaße angenommen hat. Dort existiert auch eine strafbewährte staatliche Meldepflicht für Kindsmißbrauch; auch Geistliche können sich nicht mit dem „Beichtgeheimnis“ herausreden. 😉

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  3. Sie können sich drehen und wenden wie wollen, alle Beteuerungen zur Aufklärung sind klar ad absurdum geführt. Leider wird es nicht dazu führen, dass die C-Parteien bei den nächsten Wahlen die Quittung bekommen.

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