Extremismus: Evangelikale des Islam


Foto: Jasmin Merdan/ CanStock Photo

Salafisten predigen eine rückständige Religion, deshalb fürchtet der Westen sie. Der Wiener Religionswissenschaftler Rüdiger Lohlker über Bomben, Bärte und die Bereitschaft zur Gewalt

Christ & Welt

Christ&Welt: Haben Sie Angst vor Salafisten?
Rüdiger Lohlker:
Nein. Arbeiten im Haushalt bergen mehr Gefahren.

C&W: Ist „Salafismus“ nur ein politischer Kampfbegriff?
Lohlker:
Er ist zumindest zu einem diffamierenden Begriff geworden. Er dient zur Konstruktion eines neuen Feindbildes, nachdem zum Glück die Zahl der Anschläge in Europa etwas geringer geworden ist. Im arabischen Raum dagegen ist der Salafismus positiv besetzt. Er trägt dort zu einer größeren Identifikation mit der eigenen Religiosität bei. Auch als politischer Terminus löst er dort inzwischen eher wohlwollende Assoziationen aus, was vorher nicht der Fall war. Der Terminus ist in der arabischen Welt relativ neu. Als religiöser Begriff ist der Salafismus dagegen kein neues Phänomen. Das sollte man trennen.

weiterlesen