Giordano Brunos Antisemitismus: „Martin Luther war viel schlimmer“


Der Judenfeind schaut auf die ewige Stadt – Statue Giordano Brunos in Rom. Bild: imago/plusphoto

Warum ist die Giordano-Bruno-Stiftung nach einem erklärten Judenfeind benannt? Er ist ein Vorbild für säkulare Denker, sagt Michael Schmidt-Salomon.

Interview: Daniel Baxtaz

taz: Herr Schmidt-Salomon, was haben Sie eigentlich an Weihnachten gemacht?

Michael Schmidt-Salomon: Wir haben gut gegessen, nette Leute getroffen, die Kinder beschenkt. Zwar singen wir keine frommen Lieder unterm Tannenbaum, aber ansonsten unterscheidet sich das, was wir an Weihnachten tun, nicht viel von dem, was in christlichen Familien stattfindet. Die Bedeutung von Weihnachten hat sich ja kulturell längst geändert. So wie einst die Christen den 25. Dezember, an dem die Römer die Geburt des Sonnengottes Sol feierten, in ihrem Sinne umdeuteten, verwandelt sich das christliche Weihnachten nun in ein profanes Familienfest – und das ist auch gut so.

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1 Comment

  1. Damit hat Schmidt-Salomon im Sinne von Giordano Bruno zwar recht, nur wer kennt überhaupt Schriften und Reden von Martin Luther. Im Religionsunterricht wird das Bild des tapferen vom bösen Papst verfolgten Mönchs verbreitet, der heimlich von Gönnern geschützt sein Werk verrichtet. Auf allen Verlautbahrungen und Jubileen der EKD wird dieses Märchenbild kolportiert. Das Martin Luther einer der geistigen Väter, eifrigster Verfechter und Brunnenvergifter des christlichen Antisemitismus war, davon wissen von 100.000 Evangelen vielleicht 2 oder 3.

    Außerdem bin ich der Meinung, Weihnachten war ab 200 v.C. im Januar (11.ter Tybi) das Fest des ägyptischen Gottes Osiris und wurde zum Geburtsfest des Gottes Mtihras am 25 Dezember umgemodelt (Furius Dionysius Filocalus 354 n.C.). Der 1800 Jahre ältere und im römischen Militär weit verbreitete Mithras oder Melkart Kult (Hannibal) hat bereits alle 7 Sakramente des späteren Christenkults, da haben die frühen Phantasten im Vatikan einfach abgeschrieben. Die Gläubigen als zahlende „Kunden“ kannten es so seit Jahrhunderten.

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