Religionsunterricht: »Glaubenssätze als Wahrheit dargestellt«


Rainer Ponitka ist Sprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten

Atheisten-Bund startet Kampagne gegen den Religionsunterricht an Schulen. Ein Gespräch mit Rainer Ponitka

Interview: Gitta DüperthaljW

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) bereitet eine Kampagne vor, die sich gegen den Religionsunterricht an staatlichen Schulen richtet. Was wollen Sie erreichen?

Wir wollen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern Kenntnisse an die Hand geben, wie man dem Religionsunterricht in den Schulen fernbleiben kann. Wir werden verdeutlichen, wie drastisch die Religion in die Schule hineinwirkt – was sie nicht darf. Ab März werden wir eine Informationsbroschüre zu diesem Thema an die zuständigen Landespolitiker im Bildungsbereich verschicken und Informationsveranstaltungen organisieren.

Religion darf also nicht in die Schule hineinwirken?

Nein, das sogenannte Ethikurteil (1998) des Bundesverwaltungsgerichtes besagt: Nur ausnahmsweise ist es zulässig, Religionsunterricht an staatlichen Schulen zuzulassen. Im Wortlaut: »Die Ausübung der Religionsfreiheit wird ausnahmsweise auch innerhalb einer staatlichen Institution – hier der staatlichen Schule – ermöglicht.« Grundsätzlich ist also staatliche Neutralität an Schulen zu gewährleisten. Wir kritisieren, daß der Religionsunterricht an deutschen Schulen jedoch eine Sonderstellung einnimmt. Wobei dort keineswegs die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse über Religionen stattfindet, sondern Glaubenssätze einer bestimmten Religionsgemeinschaft als »Wahrheit« propagiert werden. Die Kirchen genießen sozusagen staatlich finanzierte Mitgliederschulung.

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7 Comments

  1. Ich habe den Humor nicht überlesen. Trotzdem assoziiert jeder als Kunde unbewußt das Erscheinungsbild des Verkäufers mit der Qualität des Produktes. Ein verlaust aussehender Verkäufer kann folglich nichts von Wert oder Qualität anbieten. Marketing scheint nicht Deine starke Seite zu sein.

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  2. @nickpol
    Da bin ich anderer Ansicht, bei Auftritten in der Gesellschaft sind die üblichen Konventionen zumindest annähernd zu erfüllen. Wer das nicht beachtet, der fällt durch

    Warum wohl wirbeln auf Autosalons um die Objekte lauter hübsche knapp bekleidete Damen rum? Käme es nur darauf an was man im Kopf hat, da könnte man auch einen verschmutzten Penner dort hinstellen, der im gescheiterten ersten Leben Universtäts-Professor war.
    Warum wohl sind die Klinkenputzer der Mormonen alle so adrett gekleidet? Einem verwahrlosten Hausierer macht keiner die Tür auf, auch wenn er den Nobelpreis hat.
    Warum wohl würden sich die Handwerker auf einer Baustelle kaputt lachen und abschalten, käme der Architekt/Oberbauleiter dauernd im Smoking daher und würde nur geschraubtes Akademikerdeutsch mit vielen Fremdworten sprechen.

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    1. Du kannst doch anderer Ansicht sein, kein Problem. Trotzdem, es ist jeden seine Sache, wie er die Haare trägt, welche Klamotten usw. Und auf übliche Konventionen ist geschissen. :mrgreen:

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