Glaube verdirbt die Gesellschaft


Die Menschen glauben nicht nur an das Gute, sondern auch, dass man Ungerechtigkeit hinnehmen muss. (flickr/ambimb/CC BY-NC-SA 2.0)

Der Wissenschaftsjournalist Rüdiger Vaas vergleicht religionskritische Statistiken

DRadio Wissen

Religiöse Menschen glauben nicht nur, sie glauben vor allem auch an die Vorteile ihres Glaubens: Er mache sie gesünder, friedlicher und gerechter. Studien widerlegen diesen Glauben.

Sie kommen zum Ergebnis, dass es eine auffallende Korrelation gibt: In Gesellschaften mit mehr Gläubigen scheint es mehr Ungleichheit beim Einkommen zu geben. Auch scheint sich erhöhtes Beten in einer Gesellschaft eher negativ auf eine Reihe von Faktoren auszuwirken, darunter Arbeitslosigkeit, Armut, Übergewicht, Alkoholismus, Abtreibungen, Teenager-Schwangerschaften und Suizide.

Nicht nur Korrelation, auch Kausalität

Dabei stellt sich die Frage, ob hier lediglich eine Korrelation vorliegt, oder ein kausaler Zusammenhang. Auf letzteres deuten Studien hin. Sie rechnen statistische Verzerrungen heraus, die bislang nicht berücksichtigt wurden. Offensichtlich sei die Datenlage heute besser als noch vor einigen Jahren, befindet Rüdiger Vaas nach Sichtung der Forschung.

Glaube an naturgegebene Ungerechtigkeit

Hauptgrund für die schlechten Auswirkungen von Glauben sind die Einkommensunterschiede: Religiöse Menschen nehmen sie eher in Kauf und sprechen sich eher für eine geringere Besteuerung aus. Dann jedoch steht dem Staat weniger Geld zur Verfügung, um Ungleichheit abzufedern. Die Gesellschaft driftet dann auseinander, mit allen schlimmen Konsequenzen. Nur eine gute Nachricht gibt es für Religiöse: Tiefer Glauben wirkt sich offenbar wirklich förderlich auf die Gesundheit aus. Der ab und an Zweifelnde allerdings sollte vielleicht besser joggen gehen.

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3 Comments

  1. Nachtrag
    ein religiöser Fundamentalist ist sowohl am Körper als auch im Geist faul. Die einzige körperliche Tätigkeit dieser Spezies ist die sexuelle Vermehrung – je oller umso doller

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  2. @Rolo
    Du hast es genau erfaßt
    Ein am Körper fauler wird arbeitslos und lebt von Sozialhilfe
    Ein im Geiste fauler glaubt an das allerliebste Jesulein und geht in die Kirche

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  3. Glauben heißt eigentlich gar nicht „nichts wissen“, sondern viel mehr, „nichts wissen wollen“. Das macht möglicherweise den Ein oder Anderen gesünder, friedlicher und gerechter. Es ist allerdings der Haupteffekt welcher die Kirchen dabei wirklich interessiert. Nämlich, Glauben macht gefügig, unterwürfig und vor allem, er hält von dem Bedürfnis ab, etwas wissen zu wollen was mehr ist als vorgelogenes Wunschdenken . Glauben ist sicher bequemer als Denken. Faulheit ist ja auch angenehmer als harte Arbeit. Nicht von ungefähr gibt es soetwas wie „Glauben“ überhaupt.

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