Missbrauch in Köln: „Kirche ist Mittelalter“


Von dieser katholischen Klinik in Köln soll eine junge Frau, die vermutlich vergewaltigt wurde, abgewiesen worden sein Foto: dpa

Eine junge Kölnerin soll betäubt und vergewaltigt worden sein. Zwei katholische Kliniken haben sie offenbar abgewiesen. Jetzt spricht die Notärztin, die das Opfer zuerst versorgt hatte.

Von Elke SilbererDIE WELT

Kirche und Moral. Für die Ärztin Irmgard Maiworm hat das einen ganz bitteren Beigeschmack. „Mit dem Hinweis auf Moral wird einer Frau, die wahrscheinlich mehrfach traumatisiert ist, Hilfe verweigert. Welche Moral ist das?“

Die erfahrene Notärztin erinnert sich sehr genau an die dramatischen Ereignisse vom 15. Dezember, als die junge Frau zu ihr in die Kölner Notarztpraxis kam: seelisch verletzt, erschüttert, weinend – vermutlich betäubt und vergewaltigt. Sie musste untersucht werden, brauchte Hilfe. Zwei katholische Krankenhäuser lehnten das ab.

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3 Comments

  1. Unberechtigte Empörung.

    Wie die Reaktionen auf die Abweisung                                                                     einer jungen, vermutlich vergewaltigten Frau durch zwei Krankenhäuser in Köln offenbaren, stößt die Weigerung von Kliniken in katholischer Trägerschaft, Frauen die „Pille danach“ zu verschreiben oder gar zu verabreichen, vielfach auf Unverständnis und Empörung. Den Verantwortlichen wird mangelnde christliche Nächstenliebe vorgeworfen. Ist es bereits zu einer Befruchtung gekommen, verhindert sie die Einnistung in die Gebärmutter. Von dieser  Wirkung der „Pille danach“ gehen beispielsweise der Berufsverband der Frauenärzte sowie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe aus. Von fachkundiger Seite wird die (auch) die Einnistung (Nidation) hemmende Wirkung wissenschaftlich plausibel begründet und nicht bestritten. Von der Verhütungslobby wird sie jedoch meist verschwiegen. Die “Pille danach” wirkt frühabtreibend. Aufgrund ihrer möglicherweise nidationshemmenden Wirkung, mit der gerechnet werden muss, tötet die „Pille danach“ den Embryo, dessen Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle begonnen hat.Das bedeutet jedoch keineswegs, dass der menschliche Embryo im Mutterleib im Frühstadium seiner Existenz vor der Nidation keinen rechtlichen Schutz genießt. Unzweifelhaft handelt es sich um menschliches Leben. Weil aber, wie das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, wo menschliches Leben existiert, ihm Menschenwürde zukommt, und jedes menschliche Leben gleich wertvoll ist, ist der Embryo vom Beginn seines Lebens an Träger der Menschenwürde und eines eigenen Lebensrechts. Dies gilt nicht nur, wovon das Embryonenschutzgesetz ausgeht, für den in der Petrischale gezeugten Embryo, sondern auch für den im Mutterleib von Anfang an. Schon vor der Nidation obliegt dem Staat deshalb auch für ihn eine Schutzpflicht. Dieser Pflicht wird er nicht gerecht, indem er die Tötung des Embryos durch nidationshemmende Mittel ermöglicht und sich ihrer Bewertung und Kennzeichnung als Unrecht völlig enthält. Nach der Lehre der katholischen Kirche ist Gott allein der Herr über Leben und Tod und hat jeder Mensch von der Empfängnis an ein Recht auf Leben. Unschuldiges Leben zu töten, ist für die Kirche in keiner Entwicklungsphase hinnehmbar. Durch das Tötungsverbot untersagt sie die Abtreibung eines ungeborenen Kindes in jeder Entwicklungsphase, auch durch die Anwendung frühabtreibender Mittel wie der „Pille danach“. Einer Frau beizustehen, die das schwere Unrecht einer Vergewaltigung erleben musste, ist ein selbstverständliches Gebot der Nächstenliebe. Keine legitime Form der Hilfe kann es in einer solchen Situation jedoch sein, der betroffenen Frau durch die Verschreibung oder Verabreichung der „Pille danach“ die Tötung eines möglicherweise bereits gezeugten Kindes zu ermöglichen, das für die Umstände seiner Zeugung nicht verantwortlich ist. Eine solche „Hilfe“ ist kein Gebot der Nächstenliebe. Durch die Tötung eines Unschuldigen wird dieses Gebot vielmehr aufs Schwerste verletzt. An einer solchen Tötung mitzuwirken, darf deshalb niemand, erst recht nicht einem Krankenhaus in katholischer Trägerschaft sowie den darin Tätigen zugemutet werden. Somit wird durch Verschweigen von Tatsachen durch eine nicht der Wahrheit entsprechende mediale Berichterstattung versucht die kath. Trägerschaft als nicht mehr zeitgemäß darzustellen um auch in den letzten lebensschützenden Organisationen die Frühestabtreibung zu legalisieren.

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  2. Wenn im 21. Jahrhundert in einem öffentlichen Krankenhaus erst ein „Katholischer Medizinmann“ befragt werden muss, ob eine Patientin „urein“ – also behandlungsunfähig sei, ist der Beweis erbracht, dieser Männerclique kann wegen medizinischer Inkompetenz kein Patient anvertraut werden, weil sie durch die die Veränderungen seit der Aufklärung vollkommen verwirrt scheinen.
    😉
    http://www.womenpriests.org/de/traditio/unclean.asp

    Ein Blick ins teuflische (?) Wikipedia erlaubt es heute selbst Laien, zu erkennen, dass trotz des theologischen Gesulzes die Befruchtung des Ei’s und seine Einnistung in der Gebärmutter keinem bronzezeitlichen Dogma folgt, über die sich die Moral des vatikanischen Männerbund ergiessen kann.
    😉
    Die biologischen Regeln zeigen, eine Vereinigung von Samen mit der Eizelle ist keine einfache Sache, sehr risikoreich und braucht mindestens mehrere Tage. Am einfachsten ist es den Transport des Samens in die Vagina zu unterbinden. Aber inzwischen ist auch bekannt, dass eine hormonelle Veränderungen bei der Frau die Einnistung eines Ei’s in die Gebärmutter verhindert……übrigens ein Verfahren, dass die Evolution seit Jahrmillionen – aus guten Gründen -entwickelt hatte, weshalb auch heute noch viele Schwangerschaften scheitern. Aber scheinbar hat sich der „Liebe Gott“ nicht von der katholischen Kirche beraten lassen.
    😉

    Kondome – wie auch die Pille danach – nutzten also nur unser heutiges biologisches Wissen, eine Ermächtigung zur freien Entscheidung,… unerhört….sogar für Frauen!
    😉

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pille_danach

    Mit seiner Forderung (Sapere aude – Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!) fordert uns Immanuel Kant, der bedeutendste deutsche Aufklärer „Zur Befreiung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit auf“, auch wenn’s dem Kölner „Ajatolla“ Meisner und dem Vatikan nicht gefällt.
    😉

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