USA: Ein Segenswunsch, zwei Schwüre, drei Bibeln und ein Präsident


Barack Obamas Inauguration, 2013 Bild: REUTERS

Der mächtigste Mann der Welt war bei der Generalprobe für seine Amtseinführung nicht dabei. Statisten mit Ansteckern „President Obama“ und „First Lady Michelle Obama“ spielten den Ablauf der am Montag stattfindenden Amtseinführung durch, denn bei diesem Ereignis darf nichts schief gehen. Wenn Barack Obama, der 44. Präsident der USA, seinen Amtseid vor dem Kapitol in Washington leisten wird, fährt die Nation das ganz große Besteck auf.

Von Barbara Mayrhofer kathweb

Die offizielle Einführung eines US-Präsidenten in sein Amt ist in der Geschichte der Vereinigten Staaten zum bühnenreifen Großereignis geworden, erläutert die Historikerin Heike Bungert. Die Nordamerika-Spezialistin von der Universität Münster hat zahlreiche historische Dokumente über Amtseinführungen analysiert und festgestellt: „Allen Feiern ist gemeinsam, dass sie politische Programme legitimieren und nach einem aggressiven Wahlkampf die US-Gemeinschaft stärken sollen.“ Der Faktor Religion spiele dabei „eine zentrale Rolle“ – trotz der verfassungsrechtlichen Trennung von Staat und Kirche.

Nach Ansicht Bungerts hat das religiöse Element mit dem spezifisch amerikanischen Nationalgefühl zu tun. Die Gründerväter hätten sich als das „auserwählte Volk Gottes“ verstanden. Dies zeige sich auch bei der Amtseinführung der Präsidenten. So schworen fast alle auf die Bibel, obwohl dies nicht vorgeschrieben sei. Obama hat für die zwei Amtseinführungen – eine im kleinen Kreis am Sonntag im Weißen Haus und die offizielle Zeremonie am Montag – gleich drei Bibeln ausgewählt.

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