Klinik-Skandal: Aufsichtsrat wirft Bistum Gängelung der Ärzte vor

Erzbischof Kardinal Joachim Meisner Foto: dapd

Ein Aufsichtsratsmitglied der katholischer Kliniken wirft der Bistumsleitung vor, Ärzte zu gängeln. Die Kirche baue mit ihrem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ zusätzlich Druck auf. Das führe zu „Kurzschluss-Reaktionen“ wie in dem Kölner Fall.

Von Joachim FrankKölner Stadt-Anzeiger

Kardinal Joachim Meisner hat sich tief beschämt über die Abweisung einer vergewaltigten Frau durch zwei katholische Kliniken in Köln gezeigt. Was der jungen Frau widerfahren sei, „hätte nie geschehen dürfen“, schreibt der Kölner Erzbischof in einer persönlichen Erklärung am Dienstag.

Das Opfer „suchte Hilfe in großer Not und fand keine Aufnahme“. Dies widerspreche christlichem Auftrag und Selbstverständnis. „Es gab und gibt auch keine kirchliche Anweisung, Vergewaltigungsopfer anders zu behandeln oder gar abzuweisen“, betont der Erzbischof. Warum dies im Dezember 2012 trotzdem geschehen sei, müsse „jetzt genau erforscht“ werden. „So etwas darf sich auf keinen Fall wiederholen.“

weiterlesen

Apostel Overbeck unterstreicht NEIN der Kirche zur Abtreibung

Bischof Franz-Josef Overbeck (2012) Bild: wikipedia/Christoph Wagener

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck: Die Sorge um das ungeborene Leben ist eine Grundsatzfrage des Christentums.

kath.net

In der Debatte um den Umgang mit Vergewaltigungsopfern hat Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck (Foto) das Nein der katholischen Kirche zu Abtreibungen bekräftigt. Die Sorge um das ungeborene Leben sei eine Grundsatzfrage des Christentums, sagte er am Dienstag bei einem Gottesdienst in Düsseldorf mit Vertretern von Landtag und Landesregierung. Der Kirche gehe es auch um den Schutz des menschlichen Lebens an seinem Ende. Deshalb lehne sie Maßnahmen wie die Beihilfe zum Suizid ab. Zugleich betonte der Essener Bischof, es sei eine Gewissensfrage, Menschen in allen Lebenslagen die notwendige Hilfe zukommen zu lassen.

Overbeck rief dazu auf, familiäre Bindungen zu stärken. Kirchliches Ideal sei «die Gemeinschaft von Mann und Frau als Vater und Mutter mit Kindern»

weiterlesen

Nächstenliebe und Gerechtigkeit – ohne Caritas und Diakonie

Die Kirche ist als Arbeitgeber nicht nur beliebt: ARD zeigt Dokumentation über Arbeitsbedingungen in der Kirche. Foto: stefanweihs

Lohndumping und Leiharbeit: Angestellte der kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie haben in der Vergangenheit immer wieder das Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber kritisiert. Der Fernsehsender „Das Erste“ überprüfte die Vorwürfe und fasste sie in einer Dokumentation zusammen.

pro Medienmagazin

Nächstenliebe und Gerechtigkeit – das lehren die beiden großen Kirchen in Deutschland. Diakonie- und Caritas-Angestellte vermissen jedoch genau diese Tugenden, wenn es um die Bedingungen an ihren Arbeitsplätzen geht, will die Fernsehjournalistin Gita Datta herausgefunden haben. Lohndumping und Leiharbeit seien keine Seltenheit beim zweitgrößten Arbeitgeber in Deutschland. In der Dokumentation „Arbeiten für Gottes Lohn – Wie die Kirche ihre Sonderrechte ausnutzt“ hat sie die Vorwürfe untersucht und in 45 Minuten zusammengefasst.

Die Dokumentation „Arbeiten für Gottes Lohn – Wie die Kirche ihre Sonderrechte ausnutzt“ läuft am Montag, den 28. Januar, von 22.45 bis 23.30 Uhr im „Ersten“

weiterlesen

Potsdam: Richter entscheiden im Streit um Opus-Dei-Schule

Nur für Jungen: In diesem Gebäude soll das neue Gymnasium entstehen. – Foto: dpa

Eltern, die dem konservativen katholischen Laienorden Opus Dei nahestehen, wollen in Potsdam eine Jungenschule gründen. Das Land ist dagegen, schon seit sieben Jahren. Nun urteilt das Bundesverwaltungsgericht – womöglich mit grundsätzlichen Folgen.

Von Claudia KellerDER TAGESSPIEGEL

Seit sieben Jahren dauert der Streit schon an: Zwei Dutzend Eltern, die dem konservativen katholischen Laienorden Opus Dei nahestehen, wollen in Potsdam ein Jungengymnasium gründen. Das Land Brandenburg ist dagegen. Heute in einer Woche will das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über den Fall urteilen. Es geht darum, was schwerer wiegt: das grundgesetzlich verbriefte Recht der Eltern auf Erziehung und auf Gründung von Privatschulen oder das Recht des Staates, das Schulwesen nach seinen Maßstäben zu ordnen. Das Leipziger Urteil könnte grundsätzliche Bedeutung haben, weil damit entschieden wird, ob das Grundgesetz die gemeinsame Beschulung von Jungen und Mädchen verlangt.

weiterlesen

Österreich: Erstmals Gerichtserfolg für kirchliche Missbrauchsopfer

Ansprüche zweier Missbrauchsopfers gegen das Kloster Mehrerau sind nicht verjährt.

kirchen-privilegien.at

Bild: kirchen-privilegien.at

Christian C. und Bruno G. (Namen geändert) haben zu Jahresbeginn 2012 am Landesgericht Feldkirch gegen das Kloster Mehrerau in Bregenz Zivilrechtsklagen auf Schmerzengeld und Verdienstentgang in der Höhe von Euro 200.000.- bzw. 135.000.- eingebracht. Beide Kläger wurden als Schüler von Pater Johannes B. schwer sexuell missbraucht. Der Täter war schon 1968 wegen sexueller Gewalt gegen einen Buben strafrechtlich verurteilt worden und wurde trotzdem vom Kloster beschäftigt. Entgegen dem Verjährungseinwand durch das Kloster, stellte das Gericht nun fest, dass beide Fälle (1968, 1982) nicht verjährt sind.

Täter im Ausland versteckt

Konsequent hat das Kloster Mehrerau eine Aufklärung der Missbrauchsfälle zu verhindern versucht. Abt Anselm van der Linde und sein Prior bestätigten vor Gericht, den Aufenthaltsort des Täters im Ausland zu kennen, verweigerten jedoch die Bekanntgabe der Adresse. Demzufolge konnte das Gericht den Täter nicht als Zeuge zu den Missbrauchsfällen sowie zum Wissen seiner Mitbrüder befragen.
Continue reading “Erstmals Gerichtserfolg für kirchliche Missbrauchsopfer” »

US-Rabbi wegen Kindesmissbrauchs zu 103 Jahren Haft verurteilt

Nechemya Weberman , Bild: The Daily Beast

Mann missbrauchte Mädchen bei Therapiesitzungen

DIE WELT

Die US-Justiz hat einen Rabbi wegen sexuellen Missbrauchs eines Mädchens zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Ein Gericht in New York entschied am Dienstag, dass Nechemya Weberman für 103 Jahre ins Gefängnis muss. Weberman ist ein einflussreicher Geistlicher einer abgeschottet lebenden chassidischen Gemeinde im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Der Chassidismus ist eine ultraorthodoxe Bewegung im Judentum.