Katholiken gehen auf Distanz zum Papst


pontifex_twitterEine Studie über „religiöse und kirchliche Orientierungen“ unter Katholiken zeigt: Selbst viele treue Gläubige sehen ihre Kirche kritisch. Den Papst und die Bischöfe halten sie für rückwärtsgewandt.

Von Matthias KamannDIE WELT

Katholiken in Deutschland sehen ihre Kirche mittlerweile deutlich kritischer als noch vor wenigen Jahren. Immer klarer distanzieren sie sich von der katholischen Sexuallehre, vom Umgang der Kirche mit Frauen und Homosexuellen sowie von der Haltung gegenüber Geschiedenen und Christen anderer Konfessionen.

Die Glaubwürdigkeit der Institution bei ihren Mitgliedern ist durch die Missbrauchsskandale tief erschüttert, zugleich beklagen gerade treue Gläubige, dass die Präsenz der Kirche vor Ort wegen des Priestermangels stark zurückgeht. Die Grundsympathie mit größtenteils als gutwillig erlebten Pfarrern in den Gemeinden steht dabei in scharfem Kontrast zu der Meinung, dass die Bischöfe und der Papst rückwärtsgewandt seien.

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2 Comments

  1. Die irisch-stämmige katholische Amerikanerin Maureen Dowd schreibt fast wöchentlich in der New York Times:

    Schon in Jahr 2010 sah sie kommen was jetzt offensichtlich wird. Ein sündenbesessener „Rottweiler Gottes“ sei so sehr mit der SexualMoral seiner Geneinden beschäftigt gewesen – dass er ständig neue Anweisungen zu „Keuschheit, Verhütung und Abtreibung“ erliess – so dass ihm die Zeit fehlte, den Kindsmissbrauch seiner Priester zu stoppen, die anstatt mit ihren Schutzbefohlenen zu beten an ihren herum manipulierten.

    Papst Benedikt hat auch den Bann weiblicher Priester verlängert und sperrt sich gegen Priesters‘ Frauen. Er stellt nun in den USA zum zweiten Mal den (im Volk wegen der sozialen Dienste geachteten) unabhängigen Nonnen nach, weil sie (von der klerikalen Männerwirtschaft) nicht mehr zu kontrollieren seien. Noch als Kardinal verfasste er ein vatikanisches Dokument über Frauen, sie auffordernd sich den Männern zu unterordnen und keine der Männerwirtschaft abträgige Haltung anzunehmen.

    Seine paternalistische Herrschaftsordnung und sein autokratischer Stil führte zu einem isolierten, verschlossenen, elitären System, das sich sogar nicht mehr selbst verwalten kann, ein korrodierter Schutzraum von Geheimnis und Schande.

    In der Geschichte haben meist Nonnen die Dreckhaufen weggeräumt, die Priester hinterliessen. Benedikt sollte in sein Bayern zurückkehren. Die Kardinäle sollten mit „weissem Rauch“ endlich signalisieren „Habemus Mama“.

    😉

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  2. Da wurden gerade mal 100 Leute befragt, und davon verstehen sich etliche nach eigener Aussage ausdrücklich nicht als gläubig. Das Ergebnis sollte man nicht überbewerten, und wenn man die Zusammenfassung der Studie auf der Seite des Instituts liest, stellt man fest, dass es weniger gegen den Papst als vielmehr gegen die deutschen Bischöfe geht.

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