Klaus Küng über die Müdigkeit der Apostel


Klaus Küng (2010), Bild: wikipedia/Christian Jansky

„Jahr des Glaubens“, Pille danach, Kirchenaustritte, Besetzung der Wiener Votivkirche, illegale Dreharbeiten des ORFs, Wahlen und katholische „Homosexuellenpastoral“- kath.net-Exklusiv-Interview mit dem St. Pöltner Bischof Klaus Küng

Von Roland Noékath.net

kath.net: Ist die sogenannte „Pille danach“ aus der Sicht der katholischen Kirche jetzt im Notfall erlaubt oder nicht?

Bischof Klaus Küng: Sie ist nicht erlaubt.

Bezüglich „Pille danach“ ist zu bedenken: Zum einen gibt es „Mifegyne“, eine Abtreibungspille, die nichts anderes bewirkt als die Einleitung einer rasch und sicher erfolgenden Abbruchblutung. Bei bestehender Schwangerschaft bedeutet dies ein „Schwangerschaftsabbruch“ durch die Verabreichung eines bestimmten Hormons in hoher Dosis. Wer diese Pille „zur Sicherheit“ (für den Fall, dass es zu einer Schwangerschaft gekommen sein sollte) anwendet, begeht jedenfalls der Intention nach eine Abtreibung, die nach kirchlichem Verständnis nie erlaubt sein kann.

Es gibt aber auch die sogenannte „Pille danach“, wirksam bis zu 72 Stunden danach: Es handelt sich um ein antiovulatorisch wirkendes Präparat, das das Heranreifen der Eizelle und den Follikelsprung (Freiwerden einer Eizelle) unterdrückt. Sofern der Geschlechtsverkehr vor dem Follikelsprung stattgefunden hat, wirkt diese Pille antikonzeptiv. Wenn der Geschlechtsverkehr aber nach dem Follikelsprung war, wirkt sie nidationshemmend, also abtreibend. Statistisch betrachtet dürfte der nidationshemmende Effekt zumindest in 50 Prozent der Fälle (wenn nicht mehr) zum Tragen kommen. Daher ist die Ablehnung der „Pille danach“ aus moralischen Gründen richtig.

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1 Comment

  1. Die Kirche soll „Raus aus den Gebärmüttern“ fordern moderne Jungen und Mädchen im 21. Jahrhundert vor einer Dorfkirche im Blog

    https://brightsblog.wordpress.com/2013/01/25/gestorte-wahrheit-bei-den-katholen/
    😉

    Der St. Pöltener „Hohepriester“ Klaus Küng hat offensichtlich ein gestörtes Verhältnis zu den Allgemeinen Menschenrechten, wenigstens solange wie Frauen sich der klerikalen Konntrolle ihrer Gebärmutter durch bronzezeitliche Medizinmänner -im New Speak Priester = ‚un-Geistliche?‘ genannt, entziehen wollen.
    😉

    Wenn nach Aufklärung, nach wissenschaftlichen Revolution und beim heutigen Kenntnisstand der (Evolutions)Biologie katholische Hohepriester immer noch allen Ernstes erklären, es habe in der Antike Jungfrauengeburten gegeben, weisst das auf ein Höchstmass an Realitätsverlust und Absurdität hin. Sowas passt an sich gut in die 5. Jahreszeit im Rheinland. Helau und Alaaf.
    😉

    Wenn dieser sexistische St. Pöltener Hohepriester dann auch noch über die Verhütung einer Schwangerschaft so schwadroniert, als sei es eine Unterbrechung – wird klar, solch ein Wirrkopf darf nicht an der Leitung katholischer Krankenhäuser beteiligt sein. ‚Gynäkologische Stühle‘ haben eben nichts mit ‚Beichtstühlen‘ gemein….
    😉
    http://www.spiegel.de/gesundheit/sex/warum-die-pille-danach-keine-abtreibung-ist-a-879632.html

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