„Religionen sind ja keine Anleitung zum guten Leben“


foto: standard/cremer Konrad Paul Liessmann fordert verpflichtenden Ethikunterricht für alle und nicht nur als „Restfach“ für Religionsabmelder.

Philosoph Konrad Paul Liessmann über das gute Leben und den rechten Glauben, weltliche Gesetze und göttliche Offenbarung

Interview | Lisa NimmervollderStandard.at

STANDARD: Österreich schleppt das Thema Ethikunterricht seit 1997 als Schulversuch mit, und noch immer gibt es keine politische Entscheidung, ob und wenn ja, in welcher Form Ethikunterricht eingeführt werden soll. Was sagt uns dieses Gezerre über dieses Land und sein Verhältnis zur Religion?

Konrad Paul Liessmann: Wir können den Ethikunterricht offensichtlich nur im Zusammenhang mit Religion und Religionsunterricht diskutieren. Ursprünglich wollte man etwas für die Schüler tun, die sich von Religion abmelden und in dieser Zeit keinen Unterricht haben, eine schulorganisationstechnische Maßnahme. Da kam die Idee des Ethikunterrichts, der sich in anderen Ländern aus ganz anderen Überlegungen durchgesetzt hat. Mittlerweile wird so diskutiert, als gälte: Entweder haben Menschen eine Religion, dann sind sie moralisch gefestigt, oder sie haben keine, dann brauchen sie Ethikunterricht. Das sehe ich anders.

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1 Comment

  1. Entweder haben Menschen eine Religion, dann sind sie moralisch pervers und geistig verblödet, oder sie haben keine, dann brauchen sie keinen Ethikunterricht.

    Gläubige zweifeln zuerst an wissenschaftlichen Methoden sofern man sie begreift, an den Beweisen, am Moraldiktat, niemals aber an ihrem religiösen Wahn, der in der Kindheit als „Brainwash“ eingepaukt wurde. Realitäten, Funde und historisches Wissen sind bedeutungslos, Details spielen keine Rolle. Die Realitätsausblendung des eigenen Ichs ist absolut und dauerhaft. Ein Disput mit Gläubigen ähnelt dem mit Alzheimer Patienten, deren Gehirn durch mutierte Genschäden nur bedingt funktioniert. Bekommen sie ihren Willen nicht, werden sie aggressiv, Verhaltensnormen und Moral werden missachtet alles für Gottes Plan mit heiligen Kriegen, Scheiterhaufen, Mord und Negierung der Menschenrechte.

    Appelle an die Einsicht von Religioten aktivieren deren Netzwerk im Cortico-Hippocampus ohne Einfluss auf jegliche externe Realität. Im evolutionär ältesten Cortico-Hippocampus ist die Gehirnwäsche dauerhaft verankert und dominiert spätere Fakten im logischen Netzwerk total. Für den Neurobiologen Joseph LeDoux vergisst das limbische Gedächtnis nichts, nachdem es emotional geprägt wird. Religiosität als paranoider Wahn im limbischen Netzwerks beinhaltet Begriffe wie Hoffnung, Liebe, Hass, Visionen und Realitätsverdrängung bis hin zur totalen Ausblendung äußerer Einflüsse und Entwicklungen besonders bei den Sekten.

    Dies Verhalten führt zur geistigen Inzucht mit Rückwärtsentwicklung hin zur totalen Isolation. Die Begriffe dazu werden als „Kirchensprech“ neu definiert, damit Betrug und Absicht verschleiert werden. Reize des emotional limbischen System verändern das deklarative Gedächtnis nur kurzfristig, der paranoide Wahn der frühen religiösen Gehirnwäsche bleibt ein Leben lang präsent.

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