‚Nicht der Euro, sondern das Kreuz vereint das Abendland‘

Peter Gauweiler beim CSU-Parteitag in Nürnberg (2009) Bild: wikipedia/Harald Bischoff

Peter Gauweiler ist einer der ungewöhnlichsten Köpfe im Deutschen Bundestag. Der engagierte Protestant, Jurist und CSU-Mann äußerte sich im Interview gegen die Einführung des Euro sowie gegen die Euro-Rettungsschirme. Von Karsten Huhn / idea

kath.net

Der Kontinent sorgt für Schlagzeilen. Verlassen die Briten möglicherweise die EU? Darüber soll abgestimmt werden. Ihr Premierminister Cameron will ein anderes Europa. Das will auch einer der ungewöhnlichsten Köpfe im Deutschen Bundestag: der engagierte Protestant, Jurist und CSU-Mann Peter Gauweiler (Foto). Er kämpfte gegen die Einführung des Euro sowie gegen die Euro-Rettungsschirme – bis zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Wie soll es jetzt mit Europa weitergehen? Darüber sprach er mit Karsten Huhn.

idea: Herr Gauweiler, in Porträts werden Sie charakterisiert als „Schwarzer Peter“, „Querulant“, „Euro-Rebell“, „Dickschädel“ und „parlamentarischer Hofnarr“. Fühlen Sie sich gut getroffen?

Gauweiler: Sie haben die negativsten Sachen rausgesucht. Also der „parlamentarische Hofnarr“ ist eine Unverschämtheit. Für alles andere gilt: Man ist ja immer erschrocken, wenn man die eigene Fotografie in der Zeitung sieht oder die eigene Stimme im Radio hört. Man denkt sich: Bin ich das wirklich? Es fällt eben schwer, sich selbst zu beurteilen.

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„Hugo Boss der Nonnen“: Sexy geht nicht

Peter Mattis und seine aufregende Kollektion. Bild: dapd

Schlüpfer bis Wintermantel. Der „Hugo Boss der Nonnen“ kleidet Ordensschwestern ordentlich ein. Das dafür nötige Vertrauen musste er sich hart erarbeiten.

Von Patrick Loewenstein taz

Peter Mattis leitet den 1889 gegründeten Traditionsbetrieb „Mattis Textil Ordenskleidung seit 1889“ in vierter Generation. Das Geschäftsfeld des Unternehmers aus dem nordrhein-westfälischen Löhne ist einzigartig: Nach eigenen Angaben kleidet seine Firma rund 80 Glaubensorden auf der ganzen Welt ein – von Deutschland bis Tansania.

Er bezeichnet sich in verschiedenen Interviews scherzhaft wahlweise als „Hugo Boss“- oder „Karl Lagerfeld der Nonnen“. Weniger lustig ist, dass seine Klientel ein massives Nachwuchsproblem hat.

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‚Skandal‘ im Sekretariat der Bischofskonferenz

Hans Langendörfer, Bild: zdf.de

Die Missbrauchsstudie und Prof. Pfeiffer: Katholische Sonntagszeitung des Bistums Augsburg übt schwere Kritik an P. Hans Langendörfer, dem Sekretär der Bischofskonferenz

kath.net

Der bekannte katholische Journalist Jürgen Liminski hat in einem Kommentar in der “Katholischen Sonntagszeitung” für das Bistum Augsburg nach dem Bruch der Bischofskonferenz mit Professor Christian Pfeiffer scharfe Kritik am Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz geübt und P. Hans Langendörfer (Foto), den Sekretär, schwer beschuldigt, weil dieser Pfeiffer ausgewählt habe.

“Es war nicht nur vorhersehbar, es gab auch Warnungen. Und es gab Alternativen”, stellte Liminski fest. Er verwies darauf, dass schon lange vor dem Öffentlichwerden des Missbrauchsskandals einige Bischöfe und Fachleute bemüht waren, Daten und Fakten zu sammeln, um eine wissenschaftliche Grundlage für Ausmaß und Bewertungen der Fälle zu bekommen. Auch nicht-katholische Experten, darunter die besten psychiatrischen Gutachter Deutschlands, hatten bereits 79 Gutachten erstellt.

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Nonsens-Wellness: Man nehme den Kot einer Nachtigall

Fische als Kosmetiker und Vogelkot als Gesichtsmaske – so geht Schönheit heute. (Foto: iStockphoto)

Rindersperma im Haar, Plazenta im Gesicht und Fische an den Füßen – klingt nicht gerade nach Schönheit und Wohlbefinden. Doch was bei den meisten Menschen Abscheu hervorruft, wird in einigen Wellnesscentern als Geheimtipp für die Schönheit verkauft. Die skurrilsten Behandlungen im Überblick.

Von Antonia HilpertSüddeutsche.de

Stellen Sie sich vor, Sie haben in einem Spa in Talmey El’Azar im Norden Israels eine Entspannungsmassage gebucht und liegen in freudiger Erwartung auf einer vorgewärmten Liege. Statt eines geschulten Händedrucks des Masseurs spüren Sie plötzlich sechs Nattern über Ihren nackten Rücken gleiten.

Nein, das ist kein Albtraum, sondern Wellness: Die Physiotherapeutin Ada Barak bietet in ihrem Spa Schlangenmassagen an. Für 300 Schekel (circa 60 Euro) sollen die Reptilien bei stressgeplagten Kunden Verspannungen und Muskelschmerzen lindern – vorausgesetzt, sie überwinden ihre Scheu vor den Tieren.

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Die „Pille danach“ und die katholische Unmoral

Das St. Vinzenz-Hospital in Köln soll ein Vergewaltigungsopfer abgewiesen haben. (Bild: picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

Seit bekannt wurde, dass eine junge Frau, die mutmaßlich vergewaltigt wurde, in zwei katholischen Kölner Kliniken abgewiesen wurde, reißt die Welle der Empörung nicht ab. Im Hintergrund steht dabei auch die Diskussion um die Wirkungsweise der „Pille danach“.

Von Monika KonigorskiDeutschlandfunk

Der jungen Frau hätte in den Kölner Kliniken umfassend geholfen werden müssen. Diese Ansicht hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner in einer persönlichen Erklärung vergangene Woche bekräftigt. Allerdings: Ausgeschlossen seien …

“ … alle Maßnahmen, welche die Tötung eines möglicherweise schon gezeugten Kindes bedeuten.“

Würde die Einnahme der „Pille danach“ aber überhaupt zur Tötung eines bereits gezeugten Kindes führen? Nein, sagt die Beratungsstelle „pro familia“. In einer Stellungnahme heißt es:

„Die ‚Pille danach‘ ist keine Abtreibungspille. Bei bestehenden Schwangerschaften wirkt sie nicht. Die katholische Kirche ignoriert seit Langem bekannte medizinische Fakten, wenn sie das Gegenteil behauptet.“

Dieser Position kann der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff nur bedingt folgen. Denn sie geht von anderen Voraussetzungen aus, ab welchem Zeitpunkt eine Schwangerschaft besteht und dem zufolge von einer Abtreibung die Rede sein muss. Für die katholische Kirche gelte:

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Vatikan und Lebensschutz: Die „Kongo-Pille“ und die „Pille danach“

og20RVatikan lehnt Abtreibungen nach Vergewaltigung ab – Verhütung gebilligt(1999)

Von Gernot FaciusDIE WELT

Der Vatikan hat die Verteilung der „Pille danach“ an vergewaltigte kosovarische Flüchtlingsfrauen verurteilt. Die Leiterin des UN-Bevölkerungsfonds, Nafis Sadik, warf ihm daraufhin „mangelnde Sensibilität gegenüber dem Leid der Frauen im Kosovo“ vor.Es ist keine neue Position, die in dem römischen Verdikt zum Ausdruck kommt.

Der Vatikan bekräftigte, vertreten durch seinen Bioethikexperten Bischof Elio Sgreccia, lediglich seine traditionelle Lehre des Lebensschutzes von Anfang an. Sgreccia verband seine Anmerkungen mit dem Hinweis, in Kriegssituationen sei es gestattet, Verhütungsmittel zu nehmen, wie es etwa in den sechziger Jahren katholischen Nonnen in der damaligen belgischen Kolonie Kongo erlaubt worden sei. Der Bischof nannte dies eine legitime Form der Selbstverteidigung.

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