Paläontologie: Mutter aller Säugetiere


Der hypothetische Vorfahr aller Säuger könnte so ausgesehen haben. (Bild: Carl Buell)

Mehr als 5000 Säugetierarten bevölkern derzeit die Erde, viele tausend weitere taten es in der Vergangenheit. Seit wann es diese enorm erfolgreiche Wirbeltierklasse gibt, ist allerdings unter Evolutionsbiologen heftig umstritten. Umstritten ist auch, wie das Tier ursprünglich aussah, das an der Wurzel dieser Entwicklung stand. Den höchstwahrscheinlichen Ursäuger präsentierten Wissenschaftler im Fachmagazin „Science“.

Von Michael Stang Deutschlandfunk

Die Evolutionsbiologin Maureen O’Leary von der Stony Brook University im US-Bundesstaat New York wollte eine an sich einfache Frage beantworten, um die aber über Forschergenerationen hinweg gestritten wird. Haben die höheren Säugetiere, also jene, die weder einen Beutel haben noch Eier legen, schon während der Blütezeit der Dinosaurier gelebt oder haben sie sich erst entwickelt, nachdem die Urzeitriesen vor 65 Millionen Jahren ausgestorben sind?

„Unsere Studie gibt darauf eine einfache Antwort. Wenn wir fragen, ob zur Zeit der Dinosaurier bereits Fledermäuse, Nagetiere und Primaten gelebt haben, sagen unsere Ergebnisse eindeutig: Nein.“

Um eine derart klare Aussage treffen zu können, haben Maureen O’Leary und ihr internationales Forscherteam ein Mammutprojekt gestemmt. Zunächst haben sich die Wissenschaftler mehr als 4500 äußerliche Merkmale der Säugetiere herausgesucht. Dazu zählten anatomische Besonderheiten wie der Aufbau des Skeletts, das Vorhandensein und die Funktion bestimmter Organe, aber auch Verhaltensmerkmale wie die Ernährung und die unterschiedlichen Fortpflanzungsmethoden.

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