Verdienste um Judentum: Schavan bekommt Geiger-Preis

Preisverdächtig: Ihre Doktorarbeit war es nicht, ihr Engagement für die jüdische Theologie in Potsdam schon, findet die Jury des Abraham Geiger-Kollegs. Foto: dpa

Nach fast 200 Jahren wird die jüdische Theologie endlich als Fach an einer deutschen Uni etabliert. Das ist auch ein Verdienst der scheidenden Bildungsministerin, meint man beim Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg.

Potsdamer Neueste Nachrichten

Die nach Plagiatsvorwürfen zurückgetretene Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wird in Potsdam mit dem Abraham-Geiger-Preis 2013 ausgezeichnet. Der Politikerin sei es „ganz wesentlich zu verdanken“, dass die jüdische Theologie nach fast zweihundert Jahren endlich als Fach an einer deutschen Universität etabliert werden könne, teilte das liberale Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg am Montag in Potsdam mit. Damit habe Schavan die Gleichberechtigung der jüdischen mit der christlichen Theologie und dem Islam hergestellt, begründet die Jury: „So hatte es sich unser Namensgeber Rabbiner Abraham Geiger schon Anfang des 19. Jahrhunderts gewünscht.“ Die Auszeichnung soll am 19. März in Potsdam verliehen werden. Das Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro soll zur Finanzierung von Stipendien für Rabbiner-Studenten verwendet werden.

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Die “Sandy Hook Truther Movement” goes nuts

Bild: addictinginfo.org

Verschwörungstheoretiker laufen mal wieder Amok

Von Bernd Hardergwup|die skeptiker

Für den “rechten Spinnerrand” (lunatic fringe) in den USA ist es natürlich ein Schock, dass Obama tatsächlich ernsthaft das Waffenrecht verschärfen will.

Ergo muss alles dafür getan werden, den unmitttelbaren Anlass dafür kleinzureden – oder noch besser umfänglich zu diskreditieren.

Und genau dort setzt die durchgeknallte “Wahrheitler-Bewegung” an: beim Amoklauf an der Sandy Hook Elementary Schoool, der am 14. Dezember vergangenen Jahres 28 Menschen das Leben kostete, darunter 20 Schülerinnen und Schüler.

Amoklauf? Was für ein Amoklauf?

Das Ganze sei natürlich bloß eine Inszenierung gewesen: entweder eine “Soap Opera” mit Schauspielern oder aber ein echtes Massaker, das jedoch von höchster Stelle befohlen und von Spezialkräften ausgeführt wurde, um …

… eine Rechtfertigung zu erwirken, die Waffen, die in den Händen des Volkes sind, zu beschlagnahmen.”

Und warum das Ganze?

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Dodo-Meisner: Deutsche haben den Papst nicht geschätzt

meisner_400qNach dem Rücktritt von Benedikt XVI. hat Kardinal Joachim Meisner die Deutschen scharf angegriffen: Es habe ihn „immer verletzt“, wie abschätzig der Papst von seinen Landsleuten behandelt worden sei.

DIE WELT

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat harsche Kritik an den Deutschen für ihren Umgang mit dem scheidenden Papst Benedikt XVI. geübt. „Es hat mich immer verletzt, wie abschätzig, ja hämisch in Deutschland über den Papst gesprochen wurde“, sagte Meisner dem Online-Auftritt der „Frankfurter Rundschau“.

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Kirche und Kriegsverbrechen: Der Sündenfall des Nazi-Pfarrers

Politischer Gottesdienst: Im Sommer 1933 wird ein Feldgottesdienst zur Standartenweihe des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps im Berliner Grunewald gehalten. Auch Pfarrer Walter Hoff hielt Gottesdienste für nationalsozialistische Organisationen wie die SA und erwarb sich 1931 damit die Anerkennung von Joseph Goebbels.

Beichte ohne Folgen: Ende der sechziger Jahre verdächtigten Ermittler einen Pastor, an der Ermordung Hunderter Juden beteiligt gewesen zu sein. Bewiesen werden konnte ihm die Tat nicht. Nun kam heraus, dass der Kirche sogar ein Geständnis vorlag – und er dennoch als Geistlicher arbeiten durfte.

Von Dagmar Pöpping und Solveig Grotheeinestages

Der bemerkenswerte Halbsatz stand in einem Brief, im vierten Absatz. Der Probst zu Berlin, Konsistorialrat Dr. Walter Hoff, hatte seinem Berliner Amtskollegen Oberkonsistorialrat Fichtner am 29. September 1943 mitgeteilt, dass er „in Sowjetrussland eine erhebliche Anzahl von Juden, nämlich viele Hunderte, habe liquidieren helfen“.

Der damals 53 Jahre alte Pastor Hoff, gebürtiger Ostpreuße und Sohn eines Försters aus der Provinz Posen, diente als Hauptmann der Wehrmacht an der Ostfront. Nach dem Krieg sollte er sich vor seinem Dienstherrn, der Evangelischen Kirche in Deutschland, für ebenjenen Satz rechtfertigen.

Hoff gab an, er habe die Morde nur erfunden, um die politischen Überwachungsstellen von seiner Loyalität zum NS-Staat zu überzeugen. Doch allein schon dieses Ansinnen genügte: Hoff wurde suspendiert – und kämpfte in den Folgejahren um seine Rehabilitation.

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Ratzinger widersprechen hieß den Job riskieren

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog

Der Apostel Petrus versuchte, übers Wasser zu gehen. Das gelang nicht, weil auch der Glaube die Gesetze der Natur nicht außer Kraft setzen kann. Eine Wahrheit, die Benedikt XVI. zuweilen vergaß.

Von Alan PosenerDIE WELT

Den Apostel Petrus muss man auch deshalb mögen, weil er neben seinen vielen anderen Vorzügen, allen voran die Demut, als inoffizieller Schutzheiliger der Wissenschaftler gelten muss. Eines Nachts nämlich stellte der Fischer auf dem See Genezareth einen Versuch an: Würde es ihm möglich sein, allein vom Glauben getragen, übers Wasser zu gehen? Bekanntlich ging er unter. Und hatte damit bewiesen, dass der Glaube die Gesetze der Natur nicht außer Kraft setzt.

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