Kirche und Kriegsverbrechen: Der Sündenfall des Nazi-Pfarrers


Politischer Gottesdienst: Im Sommer 1933 wird ein Feldgottesdienst zur Standartenweihe des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps im Berliner Grunewald gehalten. Auch Pfarrer Walter Hoff hielt Gottesdienste für nationalsozialistische Organisationen wie die SA und erwarb sich 1931 damit die Anerkennung von Joseph Goebbels.

Beichte ohne Folgen: Ende der sechziger Jahre verdächtigten Ermittler einen Pastor, an der Ermordung Hunderter Juden beteiligt gewesen zu sein. Bewiesen werden konnte ihm die Tat nicht. Nun kam heraus, dass der Kirche sogar ein Geständnis vorlag – und er dennoch als Geistlicher arbeiten durfte.

Von Dagmar Pöpping und Solveig Grotheeinestages

Der bemerkenswerte Halbsatz stand in einem Brief, im vierten Absatz. Der Probst zu Berlin, Konsistorialrat Dr. Walter Hoff, hatte seinem Berliner Amtskollegen Oberkonsistorialrat Fichtner am 29. September 1943 mitgeteilt, dass er „in Sowjetrussland eine erhebliche Anzahl von Juden, nämlich viele Hunderte, habe liquidieren helfen“.

Der damals 53 Jahre alte Pastor Hoff, gebürtiger Ostpreuße und Sohn eines Försters aus der Provinz Posen, diente als Hauptmann der Wehrmacht an der Ostfront. Nach dem Krieg sollte er sich vor seinem Dienstherrn, der Evangelischen Kirche in Deutschland, für ebenjenen Satz rechtfertigen.

Hoff gab an, er habe die Morde nur erfunden, um die politischen Überwachungsstellen von seiner Loyalität zum NS-Staat zu überzeugen. Doch allein schon dieses Ansinnen genügte: Hoff wurde suspendiert – und kämpfte in den Folgejahren um seine Rehabilitation.

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3 Comments

  1. Nicht das der Eindruck entsteht, nur die Evangelen hätten getreu den Vorgaben ihres Vorbildes Martin Luther aktiven Antisemitismus betrieben, die einzig wahre Religion, der Katholizismus, hatte eigene KZs mit Priestern und Mönchen als Wachen und Mördern

    Kroatien war 1939 bis 1945 mit Bosnien-Herzegowina ein pseudo-souveräner Staat von 6,5 Mill. Einwohnern bei etwa 2 Mill. Serben. Papst Pius XII empfängt 1941 Präsident Ante Pavelic nach dem Besuch bei Hitler, obwohl 4 Tage vorher im Ort Glina 33% der orthodoxen Bevölkerung bestialisch ermordet werden. Priester und Mönche dienen dem Regime Pavelic als Funktionäre, Gauleiter, KZ-Kommandanten, KZ-Lagerwachen, sie organisieren Massenmorde, Transporte und legen Todeslisten an. Die Klöster dienen als Waffen- und Ausbildungslager, Mönche in Uniformen bewachen KZs wie Jasenovac und Samiste, wo Pater Miroslav Filipovic eigenhändig viele Gefangene enthauptet. Insgesamt werden etwa 800.000 Serben, Roma und Juden ermordet, darunter in den katholischen KZs über 20.000 Kinder. Der Priester Jozef Tiso schickt als Oberhaupt der NAZI-Schergen in der Slowakei von 1939-45 liebevoll christlich die jüdische Bevölkerung mit etwa 70.000 Menschen in die NS Vernichtungslager in Polen.

    Papst Pius XII und Kardinal Alojzije Viktor Stepinac beschwören die Kroaten unter Pavelic bei der „Endlösung“ von Serben, Roma und Juden zu helfen, im Genozid ist laut dem Papst das „Wirken der göttlichen Hand“ zu erkennen. Für Minister Budak ist es ein Kreuzzug der Kinderficker Sekte wie einst die blutige Befreiungsorgie des Grabes Christi. Etwa 299 Kirchen werden zerstört, 128 Priester ermordet und der Besitz der orthodoxen Kirche von der RKK geschluckt. Präsident Pavelic flieht 1945 verkleidet als Priester mit seinen Helfern und 300 Kilo Gold mittels RKK Hilfe über Österreich und Rom nach Argentinien. Nach dem Sturz von Juan Domingo Peron 1955 flieht er weiter nach Spanien und erhält vom Diktator Franco Asyl.

    Papst Johannes Paul II spricht 1998 den Massenmörder Alojzije Viktor Stepinac als guten Katholiken selig. Er hat 7.000 Kinder „gerettet“, deren Eltern seine Ustascha Priester und Mönche gerade ermordet haben. Papst Ratzfatz huldigt beim Staatsbesuch dem ehemaligen katholischen Regime unter Ante Pavelic. Es gab in der fraglichen Zeit nie Christen hier und Nationalsozialisten dort, etwa 95% der Deutschen sind als Christen das jubelnde Volk des frommen Katholiken Adolf Hitler, die Kirchenführer trimmen die Massen auf den Arierwahn mit 50 Mill. Toten. Papst Ratzfatz verdreht 2011 auf der Assisi Pilgerfahrt wie üblich Ursache und Wirkung und bezeugt damit seine Lernunfähigkeit:
    „Die Abwesenheit Gottes ist die Ursache von Gewalt und Konzentrationslagern, denn die Leugnung des Göttlichen verdirbt die Menschen, lässt sie das Maß verlieren, lässt sie die Menschlichkeit verlieren. Der Gebrauch von Gewalt im Namen der Religion ist nur ein beleidigender Missbrauch des christlichen Glaubens“.

    Folglich gibt es weder im Vatikan noch in einer anderen Kirche einen Gott, den gibt es nur in deren Werbung um die Idioten abzuzocken

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  2. Beide Amtskirchen waren mit wenigen Ausnahmen noch lange nach dem Krieg von NAZIs geführt. Im Dritten Reich waren 95% der Menschen Christen und sind ihren religiösen Einpeitschern treu in den Untergang gefolgt

    Der evangelische Landesbischof und NSDAP-Mitglied August Marahrens zerstreut 1936 Zweifel an der Hitler-Treue „Wir wiederholen es an dieser Stelle ausdrücklich, dass wir unzählige Male seit dem Anbruch unseres nationalsozialistischen Staates öffentlich und feierlich erklärt haben: daß wir in Opferbereitschaft und Treue für diesen Staat einzutreten bereit sind. …Es ist also bis auf diese Stunde die Verdächtigung politischer Unzuverlässigkeit unbegründet und, von wo aus sie auch versucht werden sollte, nachdrücklich und feierlich abzuweisen.“ Anfang 1943 erklärt er öffentlich: „Die Rassenfrage ist als völkisch-politische Frage durch die verantwortliche politische Führung zu lösen. Sie allein hat das Recht, die notwendigen Maßnahmen zur Reinerhaltung des deutschen Blutes und zur Stärkung der völkischen Kraft zu treffen.“[

    Der EKD-Präses und ex-Nazi Mensing-Braun bescheinigt noch 1960 Adolf Eichmann eine „grundanständige Gesinnung, ein gütiges Herz, große Hilfsbereitschaft, er wäre für ihn nicht vorstellbar, dass Eichmann je zu Grausamkeit oder verbrecherischen Handlungen fähig gewesen wäre“.

    Die evangelischen Landeskirchen gründen am 6. Mai 1939 auf der Wartburg ein 200 Mann starkes Institut zur Entjudung des Christentums als Aufgabe der Theologie. Der christliche Glaube ist in Entstehung und Bevölkerungspolitisch auf rassistische Verhältnisse in Palästina zu untersuchen, minderwertige jüdische Elemente sind aus dem theologischen Leben zu entfernen. Nach Jahren unter NAZI-Präses Mensing-Braun und Prof. Walter Grundmann findet man den arischen Gallier Jesix, den Cousin von Asterix. Jesix klaut dem gallischen Druiden das geheime Rezept des Zaubertranks und brennt damit Schnaps. Als er erwischt wird flieht er nach Jerusalem und lebt fortan als Jude unter dem Namen Jesus Christus.

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  3. Bei dieser Aufnahme fällt mir Theologe und NSDAP-Mitglied Wilhelm Niemöller ein, der in Bielefeld für SA und SS feierliche Feldgottesdienste und Fahnenweihen zelebrierte…

    und schon drei Jahre nach Kirche-&-Kriegsverbrechen die Welt mit dem „Kampf und Zeugnis der Bekennenden Kirche“-Machwerk „bereicherte“…

    Oder wer erinnert sich heute an Theologe und DNVP-Mitglieg Bruno Doehring?

    Vom Feldgottesdienst der „Harzburger Front“ im Oktober 1931 existiert eine „beeindruckende“ Aufnahme: http://imagecache5d.allposters.com/watermarker/54-5402-S9BXG00Z.jpg?ch=671&cw=894"

    (B. Doering, im Hintergrund auf dem Altar stehend, hetzt vermutlich mal wieder über die „Novemberverbrecher“ und vom „Dolchstoß“.)

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