GWUP im GreWi-Interview: „Wir Skeptiker lehnen theorielosen Empirismus ab“


Martin Mahner, Armadeo Sarma Bilder: gwup.org
Martin Mahner, Armadeo Sarma; Bilder: gwup.org,Montage brightsblog

Im vergangenen Herbst hatten wir hier auf „grenzwissenschaft-aktuell.de“ in einem Gastartikel von Edgar Wunder mit dem Titel „Das Skeptiker-Syndrom“ nicht nur Einblicke eines einstigen Insiders der deutschen Skeptiker-Szene aufgezeigt und damit einen Beitrag zur fortwährenden Kontroverse zwischen Para- und Grenzwissenschaft und Vertretern der Skeptiker-Bewegung, wie sie im deutschsprachigen Raum vornehmlich durch die „Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Paraphänomenen“ (GWUP) vertreten wird, geleistet. Im folgenden Interview kommen mit Amardeo Sarma, dem Vorsitzenden der GWUP und Dr. Martin Mahner vom „Zentrum für kritisches Denken“ der GWUP nun auch die „Skeptiker“ zu Wort.

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GreWi: Herr Sarma, nicht erst durch den Artikel „Das Skeptiker-Syndrom“ von Edgar Wunder sieht sich Ihr Verein, also die „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (GWUP) mit der Kritik konfrontiert, dass man grenzwissenschaftlichen bzw. paranormalen Phänomenen schon grundsätzlich im ablehnenden Sinne voreingenommen begegne. Zudem, so Kritiker weiter, widerspreche die Vorgehensweise, Argumentation und Methodik der GWUP den Zielen, denen man sich – nicht zuletzt schon namentlich – selbst verschrieben hat.
Ein weiterer Kritikpunkt ist zudem eine angeblich zunehmend diskriminierende Art und Weise bzw. Wort- und Bezeichnungswahl (aktuelles Beispiel: Ihre eigene Nennung von Begriffen wie „Übersinnliches, Unsinniges und Abergläubisches“ in einem Atemzug) wie sich die GWUP – u.a. aktuell in vielen Blogbeiträgen und durch Comedy-artige Auftritte von Skeptiker-Vertretern – über Andersdenkende und deren Forschungsinhalte äußert.

A. Sarma: „Untersuchen“ heißt mehr als nur „empirisch Testen“. Hier sehe ich drei Prozesse, die für wissenschaftliches Vorgehen relevant sind: Aussagen und Behauptungen müssen erst einmal verstanden und auf ihre innere Konsistenz geprüft werden. Danach sollte zweitens geklärt werden, wie sich eine Aussage mit bestehendem, verlässlichem Wissen verhält. Das ist eine Plausibilitätsprüfung. Drittens sollte eine allgemeine Behauptung getestet oder ein bestimmtes Phänomen, zum Beispiel eine Spukbehauptung, recherchiert werden.

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