Frank Schirrmachers Schwierigkeiten mit Dan Dennett und den Brights


Frank Schirrmacher, Bild: tip-berlin.de

Sorgfaltspflichten. Wenn Frank Schirrmacher einen Bestseller schreibt

In diesen Tagen ist Frank Schirrmachers neuer Bestseller erschienen. Ego. Das Spiel des Lebens heißt er, und wovon auch immer er handeln mag, er wird monatelang auf der Liste des Spiegel stehen, in allen Zeitungen mit ernster Gebärde rezensiert werden, eine wichtige und längst überfällige Debatte anfachen oder lostreten, und Alexander Kluge wird sich seinen Inhalt in einem Selbstgespräch mit dem Autor zu eigen machen. Von diesem Buch kann hier nicht weiter die Rede sein; trotzdem soll Ihre Kaufentscheidung massiv und nachhaltig beeinflusst werden.

Von Joachim RohloffMerkur Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken

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Eine der Thesen dieses Buches lautet, wir alle seien überfordert von der Unmenge an Informationen, die pausenlos auf uns einstürzten, und könnten nicht mehr unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Wir Informationsüberladenen sollten uns bekennen. Der Philosoph Daniel Dennett hat das Genre der intellektuellen Selbstbezichtigung unlängst in einem Artikel für die »New York Times« wunderbar neu belebt. Und von ihm können wir lernen: »Wir sind keine Minderheit, wahrscheinlich sind wir die leidende Mehrheit.« So übersetzt Schirrmacher »a silent majority«, was zweifellos nicht ganz korrekt ist. Dann fährt er fort: Wir sind überall. Wir könnten Ihre Brüder und Schwestern oder Ihre Töchter und Söhne sein. Wir sind Krankenschwestern und Ärzte, Polizisten und Lehrer, Journalisten und Wissenschaftler. Wir sind auch schon in den Kindergärten und Schulen. (17)

Und an diesen Worten, eher Paraphrase als Zitat, weshalb sie auch nicht in Anführungszeichen erscheinen, gibt es nur wenig auszusetzen. Bei Dennett heißt es: »We are all around you: we’re doctors, nurses, police officers, schoolteachers, crossing guards and men and women serving in the military. We are your sons and daughters, your brothers and sisters.«(3) Aber wer sind die Leute eigentlich, von denen Dennett spricht und die er »the brights« nennt? »What is a bright? A bright is a person with a naturalist as opposed to a supernaturalist world view. We brights don’t believe in ghosts or elves or the Easter Bunny – or God.«[…]

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