Was vom Glauben übrig bleibt


Abgründig: Eine Seite aus dem besprochenen Buch. – Foto: Glücklicher Montag

Fressen und gefressen werden: Die „Seelenfresser“-Tetralogie des Leipziger Zeichners Schwarwel beeindruckt mit einer düsteren, komplexen Geschichte. Im Internet lässt sich ihre Entstehung mitverfolgen.

Von Mario OsterlandDER TAGESSPIEGEL

„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ So lautet Fausts zweifelnde Antwort auf den Chor der Engel, der ihm im nächtlichen Studierzimmer erscheint und von der Auferstehung Christi zum Osterfest berichtet. Der Glaube ist es nicht, der Goethes Helden in dieser Szene vom Selbstmord abhält. Es ist die Erinnerung an eine frühere, bessere Zeit; die Erinnerung an die unbeschwerte Kindheit. Und das liebste Kind des Glaubens ist das Wunder, heißt es an dieser Stelle weiter. Dass man auf Wunder im Leben jedoch nicht zu hoffen braucht, muss aber an dieser Stelle nicht extra erwähnt werden.

Erwähnt werden muss hingegen Schwarwels neue Graphic Novel „Seelenfresser – Zweites Buch: Glaube“.

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