Deschner und Ratzinger: „Wir sind müde“


Besucher auf dem Petersplatz im Vatikan beim letzten Angelus-Gebet. Der Papst gibt sein Amt, Karlheinz Deschner sein Opus magnum ab. Bild: dpa

Hat Gott Humor? Papst Benedikt XVI. gibt sein Amt auf. Und Karlheinz Deschner, der schärfste Kritiker des Christentums, schließt sein Opus magnum ab.

Von Alexander Wallasch – taz

„Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.“

So sprach’s Benedikt XVI., der „emeritierte Bischof von Rom“, wie sein Titel dann ab dem 28. Februar 2013, 20 Uhr, lauten wird.

Ein Burn-out? Auf jeden Fall kein Einzelschicksal. Denn andere ermüden im hohen Alter ebenfalls am übergroß abgesteckten Lebenswerk.

Radikaler Kirchenkritiker

Karlheinz Deschner (geb. 1924) ist so ein Benedikt-XVI.-Leidensgenosse. Und obendrein wird der von „allen Kirchenkritikern unseres Jahrhunderts belesenste, radikalste und leidenschaftlichste“ (SZ) zum unfreiwilligen Anwalt eines humorvollen Gottes:

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