Johann Most: „Die Gottespest“

Gottespest

Unter allen Geisteskrankheiten, welche „der Mensch in seinem dunklen Drange“ sich systematisch in den Schädel impfte, ist die Gottespest die allerscheuslichste.

Wie Alles eine Geschichte hat, so ist auch diese Seuche nicht ohne Historie, nur schade, dass es mit der Entwickelung vom Unsinn zum Verstand, wie sie im Allgemeinen aus dem Historismus oft gefolgert wird, bei dieser Art Geschichte ganz gewaltig hapert. Der alte Zeus und sein Doppelgänger, der Jupiter – das waren noch ganz anständige, fidele, wir möchten sagen, gewissermassen aufgeklärte Kerle, verglichen mit den jüngsten Drillingssprossen am Stammbaume der Götterei, welche sich, bei Licht besehen, an Brutalität und Grausamkeit getrost mit Fitzliputzli messen könnten.

Wir wollen übrigens mit den pensionirten oder abgesetzten Göttern überhaupt nicht rechten, denn die richten keinen Schaden mehr an. Die noch amtierenden Wolkenschieber und Höllen-Terroristen des Himmels aber wollen wir dafür desto respectloser kritisiren, blamiren und abführen.

Die Christen haben einen dreifältigen Gott; ihre Vorfahren die Juden, begnügten sich mit einem einfältigen. Sonst sind beide Gattungen eine recht heitere Gesellschaft. „Altes und neues Testament“ bilden für sie die Quellen aller Weisheit; daher muss man diese „heiligen Schriften“ wohl oder übel lesen – wenn man sie durchschauen und verlachen lernen will. Greifen wir nur die „Geschichte“ dieser Gottheiten heraus, so genügt das eigentlich schon zur Charakteristik des Ganzen vollkommen. In kurzem Abriss ist die Sache nämlich die: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Er befand sich mithin zunächst im allgemeinen Nichts, wo es allerdings nüchtern genug ausgesehen haben mag, um sich als Gott darin zu langweilen.

Und da es für einen Gott eine Kleinigkeit ist, aus Nichts Welten hervor zu zaubern, wie ungefähr ein Taschenspieler Hühnereier oder Silberthaler aus den Aermeln schüttelt, so „schuf“ er „Himmel und Erde“. Später drechselte er „Sonne, Mond und Sterne“ zurecht. Gewisse Ketzer, so man Astronomen nennt, haben zwar längst festgestellt, dass die Erde weder Mittelpunkt des Universums ist, noch je gewesen sein kann, noch überhaupt zu existiren vermochte, bevor die Sonne, um welche sie sich dreht, da war. Diese Leute haben nachgewiesen, dass es ein reiner Blödsinn ist, von „Sonne, Mond und Sternen“ und daneben von der Erde zu reden, als ob dieselbe, verglichen mit ersteren, etwas ganz Spezielles und Uebergewichtiges wäre. Sie haben es längst jedem Schulbuben eingepaukt, dass die Sonne auch nur ein Stern, die Erde aber ein Trabant der Sonne, der Mond sozusagen ein Untertrabant der Erde ist, nicht minder, dass die Erde, verglichen mit dem Weltganzen, weit entfernt, eine hervorragende Rolle zu spielen, umgekehrt kaum wie ein Sonnenstäubchen sich ausnimmt.

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Gerhard Roth: Der Papst – die letzte irdische Märchenfigur

foto: standard/kucek In der umfangreichen Bibliothek im Hause Roth findet sich auch die Bibel. Was den Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari bei seinem Besuch im alten Bauernhof des Schriftstellers in Obergreith in der Südweststeiermark – jener Gegend, die Roth in vielen seiner Bücher festgehalten hat – besonders freute.

Kapellari: „Die Kirche hat immer gewusst, dass sie voller Sünder ist“ – Roth: „Die Institution Papst ist überholt“

derStandard.at

STANDARD: Herr Roth, Sie haben den Papst einmal als eine der „letzten irdischen Märchenfiguren“ bezeichnet. Hat sich mit dem neuen Pontifex Franziskus Ihre Meinung geändert?

Roth: Der Papst ist eine Kunstfigur. Es gibt sicher keinen Stellvertreter Gottes auf Erden, keinen Menschen, der sich das anmaßen kann. Glaubensbeamte kann es geben, die auf die Einhaltung der Regeln achten. Aber über den Papst können wir gerne später noch sprechen. Mich beschäftigt vor allem die Frage: Warum hat Gott nach christlichem Glauben Luzifer erschaffen? Wenn Gott allwissend ist, wusste er doch auch, dass aus Luzifer Satan werden würde, der die Schöpfung zerstört.

Kapellari: Die Frage gibt es, seit es das Christentum gibt. Die Unerklärbarkeit des Bösen ist ein Teil unserer Geschichte. Die Kirche hat immer versucht, diese Frage nicht zu lösen, aber sich ihr denkerisch anzunähern. Das Böse ist offenkundig da – keiner wird leugnen, dass Hitler und Stalin böse waren. Aber die Frage nach dem Warum ist nicht lösbar. Entscheidend ist, wie man der Macht des Bösen domestizierend begegnet.

STANDARD: Aber wie kann dann das Böse entstehen, wenn doch Gott selbst nicht böse ist?

Kapellari: Eine spekulative Frage. Aber pauschal beantwortet: Gott erschafft freie Wesen. Zum Beispiel Engel. Aber Freiheit bedeutet auch, das Negative zu ermöglichen. Und in der Geschichte lebt die Hoffnung, dass die Schöpfung, auch wenn sie fällt, letztlich von der Erlösung umgriffen wird. Die große Frage nach dem Bösen wird in Zukunft einmal beantwortet werden, wenn der Punkt Omega – der End- und Zielpunkt in der theologischen bzw. philosophischen Betrachtung der Evolution bei Pierre Teilhard de Chardin – erreicht ist.

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Wofür nutzt der Papst sein Charisma?

Papst Franziskus bei einem Auftritt am Karfreitag. – Foto: AFP

Der neue Papst Franziskus predigt gegen die Selbstverherrlichung. Aber wie passt das zu seinem pompösen Amt? Die Geschichte zeigt: Auch Menschen mit Ausstrahlung können verkennen, wann Strukturen das Wesentliche überlagern.

Von Thomas LackmannDER TAGESSPIEGEL

Der Aufstand des alten Mannes verblüffte Vatikan-Experten. Zunächst hatte der Neugewählte den Trägern seiner Sänfte das Gehalt verdoppelt, weil sie jetzt mehr schleppen müssten; dann schaffte er das feudale Stück ab. Über Nacht berief er ein Konzil zur „Verheutigung“ der katholischen Kirche ein, was die Theologen irritierte, da Jahrzehnte zuvor das Erste Vaticanum die Macht des römischen Bischofs so monarchisch zugespitzt hatte, dass ein Mitwirken anderer Bischöfe fortan verzichtbar erschien. Die dreifache Krone, mit der auch sein irdisches Regiment symbolisiert wurde, versilberte er zugunsten der Armen. Dass er den Kirchenstaat, anders als seine Vorgänger, für Ausflüge in Hospitäler, Knäste und andere Kontinente verließ, verunsicherte seine Umgebung, noch mehr freilich sein Alterslimit für Bischöfe und Kardinäle.

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F1 und das Turiner Grabtuch

Bild: heiligenlexikon.de

Papst Franziskus betrachtete am Nachmittag mit Behinderten und Kranken das Grabtuch von Turin.’Dieses Gesicht hat geschlossene Augen; es ist das Gesicht eines Toten, und doch schaut es uns auf geheimnisvolle Weise an und spricht zu uns im Schweigen‘

kath.net

Kath.net veröffentlicht den Text der Videobotschaft von Papst Franziskus anlässlich der Ausstellung des Turiner Grabtuches am heutigen Karsamstag. Das Grabtuch ist am Nachmittag bei einem Wortgottesdienst zu sehen, der vom Fernsehen aus der Turiner Kathedrale weltweit übertragen wird. Zum Gottesdienst selbst haben nur Kranke und Behinderte Zugang.

Diese „Ikone eines gegeißelten und gekreuzigten Mannes“ lade dazu ein, „Jesus von Nazareth zu betrachten. Dieses in das Tuch eingedrückte Bild spricht zu unserem Herzen und drängt uns, den Kalvarienberg hinaufzugehen, das Holz des Kreuzes zu schauen, uns in das beredte Schweigen der Liebe zu versenken.“

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Jerusalem und der religiöse Wahn

Das Jerusalem-Syndrom ist einzigartig: Gesunde Menschen verfallen urplötzlich religiösen Wahnvorstellungen. Nun scheint es zu verschwinden. Schuld daran ist das Internet, sagt der Psychiater Gregory Katz.

DW.de

Kurz vor der Jahrtausendwende 1999 gründete der israelische Geheimdienst Mossad die Einsatztruppe „Wandeln auf dem Wasser“. Sie sollte Jerusalem vor Attentaten und Selbstmorden bewahren. Im Visier waren nicht etwa die üblichen Terroristen – sondern einzelne christliche Fanatiker sowie Mitglieder von militanten, christlichen Sekten. Dazu gehörten etwa 14 Vertreter der „Betroffenen Christen“ aus Denver in den USA, die zu jener Zeit in Erwartung der Apokalypse und der Rückkehr des Messias einen Anschlag auf die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg planten. Sie wurden verhaftet und des Landes verwiesen.

Andere blieben. Darunter Menschen, die sich in weiße Tuniken hüllten, laut singend und betend zu den heiligen Stätten pilgerten, und die sich Petrus, Paulus, König Salomo, die Mutter Gottes und sogar Jesus Christus nannten: Menschen, die vom Jerusalem-Syndrom befallen waren.

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EKD-Ratsvorsitzender für faireren Umgang in der Politik

Nikolaus Schneider , AFP

Der Vorsitzende des Rats der evangelischen Kirche in Deutschland, Schneider, hat in der Osterbotschaft zu einem faireren Umgang im politischen Leben aufgerufen. Viele Menschen hätten „das gegenseitige Niedermachen um billiger Triumphe willen satt.“

UNTERNEHMEN-HEUTE.de

Aus Anlass der Osterfeiertage hat der Vorsitzende des Rats der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, zu einem faireren Umgang miteinander aufgerufen. Bei allem Wettstreit um die besten politischen Lösungswege müsse es auch einen „Wettstreit um den fairsten und barmherzigsten Umgang“ der politisch Verantwortlichen miteinander und der Medien mit Verantwortlichen geben, sagte Schneider in seiner Osterbotschaft.

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Huber kritisiert Gegner des Tanzverbots an Karfreitag

Huber,ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche.Foto:K.Schindler/Archiv dpa

Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, hat die geplanten Demonstrationen gegen das Tanzverbot an Karfreitag kritisiert.

neckar-chronik.de

«Mich stört daran, dass wir ganz bestimmte Fixpunkte brauchen, an denen wir uns gemeinsam an zentrale Punkte unserer religiösen Identität erinnern», sagte Huber heute.de. Die Gesellschaft insgesamt verliere etwas, wenn sie Karfreitag und Ostern nicht mehr mit einem Sinn verbinde: «Man muss auch an morgen denken und dazu braucht man Traditionen, die von gestern kommen.»

Allerdings distanzierte sich Huber von seinem Nachfolger, dem amtierenden EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider, der gerade jungen Gegnern des Tanzverbotes «hemmungslosen Egoismus» vorgeworfen hatte. «Meine Wortwahl ist das nicht», so Huber.

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Verschwörungstheorien: Was Faktenleugner bewegt

Blick auf die Erde: Versteckt die US-Regierung Außerirdische?, Bild NASA

Ist der Klimawandel eine reine Fiktion, geboren durch ein Forscherkomplott? Psychologen haben Anhänger dieser These nun ausführlich befragt und interessante Erkenntnisse gewonnen. Wer an eine Verschwörungstheorie glaubt, glaubt meist auch an andere – und an die Kraft des freien Marktes.

SpON

Die überwältigende Mehrheit der Klimaforscher ist sich einig, dass sich das Klima verändert und dass vom Menschen verursachte Kohlendioxidemissionen diesen Prozess beeinflussen. Trotzdem wird in der Öffentlichkeit heftig darüber gestritten – und so mancher lehnt diese These komplett ab.

Psychologen haben Motivation und Einstellungen von Klimawandelleugnern mittels eines Online-Fragebogens untersucht. Wie sie im Fachmagazin „Psychological Science“ berichten, baten sie eine Reihe von Klima-Bloggern, auf ihren Fragebogen zu verlinken. Er erschien auf acht englischsprachigen Blogs, die der Wissenschaft positiv gegenüberstehen. Die fünf Skeptiker-Blogs, die sie angefragt hatten, wollten allesamt nicht mitmachen. 1145 vollständige Fragebögen wertete das Team um Stephan Lewandowsky von der University of Western Australia aus.

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Super-Muslim: Töten mit Superkräften

Screenshot "Have Sabr Stay Cool"
Screenshot „Have Sabr Stay Cool

Pop-Salafismus: lächerlich oder gefährlich?

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Supermuslim trägt ein weißes Käppi, Sonnenbrille und Vollbart. Er ist der Held einer Serie. Diese wird von „Asadullah TV“ produziert. So nennt sich ein Rapper, der auch die Musik zu den Videos macht. Die erste Supermuslim-Staffel soll zehn Episoden umfassen, die ersten neun sind bereits erschienen. Die Zugriffszahlen liegen zwischen gut 5.000 und knapp 15.000 Aufrufen. Am 29. März soll mit der 10. Episode die Abschlussfolge der ersten Staffel erscheinen.

Zu Beginn der Videos wird „Aksoy TV“ und „Asadullah TV“ eingeblendet. Von Asadullah TV finden sich 57 Videos auf Youtube, darunter neun Supermuslim-Episoden. Unter ihnen steht:

Asadullah TV präsentiert den ersten deutschen Islamischen Zeichentrick Serie ´SUPERMUSLIM´ InschAllah kommen mehrer Episoden, doch ist es viel arbeit sowas zu produzieren, darum bitten wir euch das ihr es auch auf Facebook usw. teilt und es euren Freunden weiterleitet. [Rechtschreibfehler aus dem Original übernommen.]

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Dodo-Meisner im österlichen Selbstmitleid

meisner_400qErneut hat Kardinal Joachim Meisner die Ausgrenzung von Katholiken angeprangert. In seiner Karfreitagspredigt verglich er die Situation der katholischen Kirche mit dem Leidensweg Jesu. Erst im Februar hatte er von einer „Katholikenphobie“ gesprochen.

Kölner Stadt-Anzeiger

Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat in scharfen Formulierungen eine Ausgrenzung der katholischen Kirche beklagt. In seiner Karfreitagspredigt sagte er nach einem zuvor verbreiteten Redemanuskript, die Katholiken müssten heute genau wie Jesus an Karfreitag einen Leidensweg zurückgehen. Keine Religion auf der Welt werde seiner Ansicht nach so verfolgt wie das Christentum. „Wir haben heute in unserer Gesellschaft als katholische Kirche wirklich einen Passionsweg zu gehen“, sagte der Erzbischof im Kölner Dom.

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Die Unterwelt afrikanischer Feenkreise

Mysteriöse Kreise in der Steppe, Foto: N. Juergens

Der Boden steckt voller Geheimnisse – die sich manchmal als kahle Flecken oder Kreise an der Oberfläche zeigen. Ein Forscher aus Hamburg will das Rätsel afrikanischer Feenkreise nun gelüftet haben.

Von Roland KnauerDIE WELT

Wenn die warme Jahreszeit langsam kommt, dann tanzen wieder Hexen und Feen. Jedenfalls erklärte man sich so nicht nur im Mittelalter die Ringe aus Pilzen oder Gräsern, die geheimnisvoll in einer Wiese auftauchen oder eine Wüste zieren: Sie sollen Treffpunkte für überirdische Zauberwesen sein. Alles nur ein Spuk? Oder sind die mysteriösen Zirkel vielleicht doch ein Tor zur Hölle oder zumindest zur unterirdischen Welt? Immerhin: Auch die moderne Naturwissenschaft macht die Unterwelt für die Hexenringe verantwortlich. Allerdings suchen die Forscher weniger nach Feen, Zauberern oder gar nach dem Satan. Sie vermuten vielmehr, dass sich Pilze und Insekten zu Landschaftsgärtnern der Oberwelt entwickelt haben.

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R.Marx: Weihnachtliches Christkind ist besser als der Osterhase vermittelbar

Kardinal_Reinhard_MarxFür Reinhard Marx ist Ostern schwieriger zu vermitteln als das Weihnachtsfest mit dem Kind in der Krippe.

Deutschlandradio Kultur

Der Münchner Kardinal sagte der „Deutschen Presse-Agentur“, der Auferstandene sei nicht so einfach zu greifen. Das könne man schwer in Bildern vorstellbar machen. Die zentrale Botschaft sei, dass der Tod nicht das letzte Wort habe, sondern die Liebe. – In Rom werden die Osterfeierlichkeiten heute mit dem traditionellen Kreuzweg fortgesetzt. Angeführt wird die Prozession, die an die Leidensstationen Jesu erinnert, von Papst Franziskus.

Käßmann regt Papstbesuch 2017 in Wittenberg an

Die „Reformationsbotschafterin“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, würde gerne Papst Franziskus bei den Reformationsfeierlichkeiten 2017 in Wittenberg willkommen heißen. „Das muss für die Evangelischen nicht sein, aber wenn der Papst zu einem gemeinsamen Fest des Glaubens kommen mag: herzlich gern!“, sagte die frühere Landesbischöfin von Hannover (Niedersachsen) in einem Interview mit der Berliner Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag).

kathweb

Wofür sie in jedem Fall plädiere, sei eine öffentliche Versöhnungsgeste zwischen Protestanten und Katholiken zum bevorstehenden 500. Jahrestag des Wittenberger Thesenanschlags Martin Luthers. „Wenn wir durch ein sichtbares Zeichen deutlich machen könnten, dass römische Katholiken und die Protestanten viel mehr verbindet als trennt, würde das beiden Seiten gut tun“, sagte die Theologin.

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Abendmahlmesse: Kirchenrechtlich gibt es keine Frauenfüße

Abendmahlmesse: Papst Franziskus wäscht jugendlichen Häftlingen die Füße AP/DPA/OSSERVATORE ROMANO

Es war ein Bruch mit dem Kirchenrecht: Papst Franziskus feierte die Abendmahlmesse in einem Jugendgefängnis bei Rom – und wusch zwei Frauen die Füße. Die Liturgie sieht vor, dass nur Männern die Füße gewaschen werden dürfen. Nun muss der Vatikan die konservativen Kritiker beschwichtigen.

SpON

Papst Franziskus hat offenbar den konservativen Flügel der katholischen Kirche verärgert. Am Gründonnerstagabend feierte er in der Kapelle des römischen Jugendgefängnis Casal del Marmo die Abendmahlmesse. Er wusch zwölf Häftlingen die Füße. Der Tabubruch: Unter ihnen waren auch zwei Frauen. Die Liturgie für Ostern sieht jedoch ausdrücklich vor, dass nur Männern die Füße gewaschen werden dürfen.

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Dalai Lama hofft auf Versöhnung mit China

Bild: stern.de, Screenshot brightsblog
Bild: stern.de, Screenshot brightsblog

Nachdem Xi Jinping neuer Präsident von China wurde, hofft der Dalai Lama auf eine Versöhnung mit dem bevölkerungsreichsten Land der Welt. Er rechne jedoch nicht mit einem baldigen Treffen.

stern.de

Der im Exil lebende Dalai Lama hofft, dass mit dem neuen chinesischen Präsidenten Xi Jinping eine Ära der Versöhnung beginnen könnte. Dies sagte er bei einer Versammlung in Salugara, das in dem indischen Bundesstaat Westbengalen liegt: „Also, in den vergangenen 10 Jahren gab es viele Veränderungen. Und die Chinesen haben sich geöffnete durch die gewachsene Wirtschaftskraft.

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Österreich: Abschaffung des Konkordats bliebe folgenlos

Bild: konfessionsfrei.at

Das Konkordat, also der 1933 geschlossene völkerrechtliche Vertrag zwischen der Republik Österreich und dem Heiligen Stuhl, wird immer mehr zum Ziel der Kritik der Initiatoren des „Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien“.

kath.web

Eine jüngste Anfrage bei den Parlamentsparteien hat gezeigt, dass diese der Forderung nach einer Aufkündigung des Konkordats weitgehend ablehnend gegenüber stehen. Einzig die Grünen-Abgeordneten Daniela Musiol und Peter Pilz sprachen sich für eine Aufkündigung bzw. eine rechtliche Prüfung des Konkordats aus – freilich ohne sich auf eine offizielle Parteilinie berufen zu können. Eine nüchterne juristische Feststellung traf indes der Wiener Religionsrechtler Prof. Richard Potz im Ö1-Mittagsjournal: Auch wenn das Konkordat – entgegen anders lautender Gerüchte – nicht Teil der Verfassung sei, so seien seine Bestimmungen doch in die geltende Rechtsordnung übernommen worden. Dies bedeute: selbst für den Fall einer Abschaffung des Konkordats „würde sich am Staat-Kirche-Verhältnis zunächst einmal nichts ändern“.

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Karfreitag: Dutzende Philippiner lassen sich ans Kreuz nageln – Idioten

Bild: rtl.de

Es ist eine extreme Form der Selbstkasteiung: In einem umstrittenen Karfreitags-Ritual haben sich auf den Philippinen dutzende Menschen an Kreuze nageln lassen.

Sie wollen damit an die Leiden Jesu erinnern und ihre Sünden sühnen. Außerdem geißelten sich hunderte Menschen selbst mit Peitschen. Die katholische Kirche verurteilt das Ritual, das auf den Philippinen jedes Jahr am Karfreitag stattfindet. In dem südostasiatischen Land sind etwa 80 Prozent der gut 90 Millionen Einwohner katholisch.

Deutschlandradio Kultur

Abtreibung: Tötungsideologen fordern Zwang zum Töten

Bild: katholisches magazin

Jeden Tag, jede Stunde seit 35-40 Jahren fallen Hunderte, ja Tausende Kinder dem abscheulichen Verbrechen der Staatstötung zum Opfer.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Eine Massentötung, die mit dem Schutz des staatlichen Gesetzes erfolgt und die politisch oder rassisch motivierten Morde durch die blutigen Ideologien des Nationalsozialismus und des Kommunismus des 20. Jahrhunderts längst in den Schatten stellt. Ideologien, die für ihr Morden nie wagten, das Gesetz zu bemühen. Diese Perversion staatlich lizensierten Tötens blieb der Demokratie, der „Besten aller Regierungsformen“ vorbehalten.

Eine immer größer werdende Zahl von Ärzten verweigert sich jedoch der staatlich gebilligten Mordlogik und erklärt sich zu Gewissensverweigerern. Die jüngsten, etwa vom italienischen Gesundheitsministerium vorgelegten Zahlen besagen sogar, daß die Abtreibungsärzte eine vom Aussterben bedrohte Spezies zu werden scheinen. Italienweit sind mehr als 70 Prozent Gewissensverweigerer, in manchen Regionen sogar mehr als 80 Prozent. An den öffentlichen Krankenhäusern sind die Zahlen noch höher. In der Region Latium mit der Stadt Rom verweigern sich 91 Prozent der Gynäkologen aus Gewissensgründen. In der Stadt und der Provinz Bari in Apulien werden keine Abtreibungen mehr durchgeführt, weil es keinen Arzt mehr gibt, der bereit ist, ungeborene Kinder zu töten.

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Österreich: Grüne für Aufkündigung des Konkordats

Bild: gruene.at

Während die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP hinter dem Konkordat, das die Verhältnisse der Republik zur katholischen Kirchenleitung im Vatikan regelt, stehen, sind die Grünen für eine Aufkündigung des völkerrechtlichen Vertrages.

derStandard.at

Das ergab eine Anfrageserie der Initiatoren des „Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien“. Auch die FPÖ kann sich vorstellen, das Konkordat in einzelnen Punkten zu prüfen und stellt zudem Begünstigungen der Religionsgemeinschaften bei der Grundsteuer infrage. Der Grüne Abgeordnete Peter Pilz ist zudem für ein Schutzalter bei Beschneidungen.

SPÖ gegen Aufkündigung

Der Aussage des Volksbegehrens, das Konkordat stamme aus der Zeit des Austrofaschismus, widerspricht das Kulturministerium, das Claudia Schmied (SPÖ) untersteht.

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ZDF: Zentrales Deutsches Kirchenfernsehen

Partystimmung in Mainz: Maybritt Illner führt durch die ZDF-Jubiläumsgala Foto: ZDF / Thomas Kierok

Am 1. April feiert das Zweite Deutsche Fernsehen seinen 50. Geburtstag, bereits am Donnerstag zeigt der Sender eine große Jubiläumsgala. pro blickt auf das ZDF-Programm der letzten Monate zurück.

pro Medienmagazin

Der Blick ins pro-Archiv zeigt schnell, dass die Themen Glaube, Kirche und Christentum recht häufig im ZDF-Programm auftauchen – sowohl in fiktionalen Formaten, als auch in Nachrichten- und Dokumentationssendungen. Das bestätigte eine Studie im März 2012, wonach das „heute-journal“ deutlich öfter als die „Tagesthemen“ über religiöse Themen berichtet. Bei den Privatsendern spiele das Thema nur eine untergeordnete Rolle.

Anlässlich des 85. Geburtstags von Papst Benedikt XVI. zeigte das ZDF im April 2012 die „Lange Papst-Nacht“ – unter anderem mit einer Dokumentation über Joseph Ratzinger und Hans Küng.

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