Primatenforschung: Von Menschen und Affen


Affiges Verhalten. Schimpansen sind nahe mit dem Menschen verwandt. Deshalb ist ihr Verhalten für Wissenschaftler besonders interessant. – Foto: IMAGO

Schimpansen sind die nächsten lebenden Verwandten des Menschen. Forscher beobachten sie in der Wildnis, etwa im Taï-Nationalpark im Südwesten der Elfenbeinküste. Doch die Nähe birgt Gefahren.

Von Christophe BoeschDER TAGESSPIEGEL

Eines Morgens im Mai 1999, als ich in meinem Büro in Leipzig saß, erhielt ich einen Anruf von der Elfenbeinküste. Anrufe von der Elfenbeinküste sind mir verhasst, weil sie in der Regel nichts Gutes bedeuten. Ilka, die Leiterin unseres Projekts im Taï-Wald, war höchst besorgt: In den letzten drei Tagen hätten sämtliche Schimpansen Husten und Schnupfen bekommen, berichtete sie, und manche seien inzwischen so geschwächt, dass sie nicht einmal mehr auf die Bäume klettern könnten.

Wir kamen überein, dass ich baldmöglichst kommen und einen Tierarzt mitbringen würde, der einige Zeit für uns tätig gewesen war. In der Zwischenzeit sollte das Team Notfallmaßnahmen zum Schutz der erkrankten Tiere ergreifen und ihren Zustand genau dokumentieren.

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