Karlheinz Deschner: Im Dienste der Aufklärung


m Namen des Christentums: »… hinter all den horrenden Massakern steht unbezweifelbar als Basis und immerwährender Anschub die Moral, besonders die Sexualmoral der Kirche.« (Deschner) Hexenverbrennung in Nürnberg 1555 Foto: wikipedia.org

Karlheinz Deschners »Kriminalgeschichte des Christentums« kommt zu ihrem Abschluß. Eine Betrachtung der Prinzipien seiner Kritik

Von Wolfgang BeutinjW

Religionskritik« und »Kirchenkritik« sind heutzutage geläufige Begriffe, aber beide nicht eindeutig: Man kann prinzipiell Religion als universelles Phänomen der Menschheit und als gegenwärtiges kulturhistorisches Faktum kritisieren oder anhand bestehender Glaubensformen diese oder jene als tatsächliche oder vermeintliche Fehlform sowie Fehlentwicklungen bestimmter Religionen. Man kann prinzipiell Kirche als Bestandteil des Systems Christentum–Kirche–Theologie kritisieren, jedoch auch – am Beispiel einer der christlichen Kirchen, an mehreren oder an allen – bloß ihre Fehlentwicklungen, Fehler und Verbrechen.

In der europäischen und nordamerikanischen Geistes- und Literaturgeschichte sind alle diese Arten von Religions- und Kirchenkritik vorgetragen worden, wobei die Verfasser oft unterschiedliche Akzente setzten, mit unterschiedlichen Graden von Radikalität operierten sowie jeweils unterschiedliche Schlüsse zogen. Um nur einige wenige neuere von ihnen zu nennen – und auch einzig solche, deren Kritik dem Christentum galt, christlichen Kirchen oder Konfessionen und ihren Glaubenslehren.

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