Gerd Althoff über die RKK und die Hinwendung zur Gewalt


Prof. Dr. Gerd Althoff, Dozent für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Münster, hat sich dem Thema Päpste und Gewalt im Hochmittelalter auseinander gesetzt. Foto: nn

„Selig sind, die Verfolgung ausüben“ – so lautet der Titel des neuen Buches von Prof. Dr. Gerd Althoff über Päpste und Gewalt im Hochmittelalter dreht. Mit dem Dozenten für Mittelalterliche Geschichte der Universität sprach WN-Redakteur Martin Kalitschke.

Westfälische Nachrichten

Herr Althoff, was hat Sie bewogen, ein Buch über Päpste im Hochmittelalter zu schreiben?

Althoff: Das Papsttum erhob im elften Jahrhundert völlig neue Geltungsansprüche. Es strebte die Vorherrschaft in Kirche und Welt an, indem es alle Gläubigen auf Gehorsam gegenüber dem apostolischen Stuhl verpflichtete und Ungehorsam als Ketzerei einstufte. Hierdurch entstanden die hierarchische Struktur der Kirche und eine Hinwendung zur Gewalt, indem hartnäckiger Ungehorsam nun auch gewaltsam bekämpft werden konnte.

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1 Comment

  1. Das ist nichts Neues, gläubige Religioten haben noch nie die Realität zur Kenntnis genommen. Ihre Welt ist Wolkenkuckucksheim mit heiligen Verbrechern und Mördern wie Mutter Theresa oder Kardinal Alojzije Viktor Stepinac

    Das Christentum ist keine friedliche Religion, den Menschen wird sie mit Gewalt aufgezwungen. Auf dem Konzil von Arles (314 n.C.) belegte die Kirche Deserteure des Heeres mit dem Bann. Das römische Militär folgt den Mithras Kult, der Wechsel zum ähnlichen Jesus Kult war einfach. Heidnische Gottesdienste werden ab 356 n.C. mit dem Tod bestraft. Kaiser Konstantin (285-337 n.C.) ist ein leuchtendes Beispiel christlicher Tugenden, er verlässt die 1.te Frau Minervina, ermordet den Sohn Crispus sowie die Frau Fausta, vergiftet den Schwiegervater und die Mutter Helena.

    Die Christen usurpieren die Macht und eine Vernichtung von Menschen beginnt mit Kaiser Theodosius I. Im Edikt von Thessaloniki von 380 n.C. heißt es: „Wir befehlen, dass diejenigen, welche dies Gesetz befolgen, den Namen ‚katholische Christen‘ annehmen sollen; die übrigen dagegen, welche wir für toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande zu tragen, Ketzer zu heißen. Ihre Zusammenkünfte dürfen sich nicht als Kirchen bezeichnen. Sie müssen zuerst von der göttlichen Rache getroffen werden, sodann auch von der Strafe unser es Zornes, wozu wir die Vollmacht dem himmlischen Urteil entlehnen.“

    Ab 600 n.C. sind Heiden per Papst-Dekret rechtlos, ein Freibrief für Sklaverei, Ausbeutung und Mord. Die „Konstantinsche Schenkung“ an Papst Silvester I. auf Basis einer falschen Urkunde sichert die Macht der Kirche in Antiochia, Alexandria, Konstantinopel und Jerusalem. Als die Fälschung auffliegt geht die Urkunde verloren, Kopien gibt es noch. Als Folge der Kreuzzüge (1095–1291 n.C.) und dem Aufruhr in Südeuropa wird 1232 n.C. die Heilige Inquisition als Glaubenskontrolle gegründet, der Besitz der Bibel wird für rund 300 Jahre mit dem Tod bestraft.

    Die Bulle Dum Diversas von Papst Nickolas V. (Tommaso Parentucelli) erlaubt 1452 n.C. dem portugiesischen König Alfonso V. die Ausrottung der Muslime und Heiden sowie den lukrativen Sklavenhandel. Die Bulle Inter Caetera des supergeilen Papst Alexander VI. (Rodrigo Borgia) mit Vatikanpuff autorisiert 1493 n.C. das katholische Spanien alle Bewohner der neuen Welt im wahren Glauben zu “unterrichten”, 1494 n.C. wird sie durch den Vertrag von Tordesillas (1494) abgelöst. Als Folge werden Millionen indianische Ureinwohner ermordet. Die nächste Bulle von Papst Alexander VI. legalisiert 1455 n.C den Raub von nicht-christlichem Land.

    Papst Innozenz VIII (Giovanni Battista Cibo) droht in der Bulle „Summis desiderantes affectibus“ mit schrecklichen Höllenqualen für jene, die der Vernichtung von Hexen entgegentreten. Der Hexenhammer des Dominikaners Heinrich Kramer ist die Grundlage, die Hexenverfolgung befriedigt klerikale Macht-, Sex- und Habgier. In Städten wie Regensburg, Frankfurt, Erfurt und 350 weiteren Gemeinden vertreibt man die Juden. Der Bischof von Bamberg lässt 600 Frauen verbrennen, der Erzbischof von Salzburg 97 Frauen, der Bischof Philipp Adolf von Ehrenberg aus Würzburg 219 Hexen und Zauberer, darunter 18 Schulknaben und kleine Mädchen. Der Erzbischof Johann von Trier verbrennt im 16. Jahrhunderts so viele Hexen, dass in 2 Orten nur noch 2 Frauen übrig bleiben. Ein Mainzer Dechant lässt in 2 Dörfern über 300 Menschen verbrennen einzig um deren Besitz zu übernehmen.

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