Gerhard Ludwig Müller: Dodo des Monats Februar 2013


Dodo des Monat Februar 2013
Dodo des Monat Februar 2013

In der Geschichte der Stadt Berlin gab es einen Vorfall, bei dem die erbosten Bürger der Stadt, katholisch, ihren Bischof erschlagen haben. Über 20 Jahre wurde in Berlin geboren, geheiratet und gestorben ohne den Segen der katholische Kirche. Es ging.

Ein Pogrom? Nein, Volkes Zorn entlud sich in einer spontanen Reaktion, der Apostel der Stadt wurde, ohne Eingreifen des Allmächtigen, einfach erschlagen.

Was ist ein Pogrom? Das Wort selbst entstammt der russischen Sprache. Im zaristischen Russland wurde es verwendet, wenn man von Judenverfolgungen sprach; heute im allgemeinen für Ausschreitungen gegen religiöse, nationale und rassische Minderheiten. Pogrome sind meistens mit Plünderungen verbunden und wurden in der Regel vom Staat toleriert. Es gab Hexenpogrome, na Herr Präfekt, dämmert da etwas auf im Oberstübchen, es gab Pogrome gegen Homosexuelle usw. und so fort. Die schlimmste Pogrome waren jene die unter dem gesetzlichen Deckmantel der Nürnberger Gesetze gegen Juden in Deutschland begangen wurden.

Gerhard Ludwig Müller:

„Gezielte Diskreditierungs-Kampagnen gegen die katholische Kirche in Nordamerika und auch bei uns in Europa haben erreicht, dass Geistliche in manchen Bereichen schon jetzt ganz öffentlich angepöbelt werden. Hier wächst eine künstlich erzeugte Wut, die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert.“

Kognitive Dissonanzen? Verlust der Wahrnehmung der Realität? Nein, ganz bewusste Klitterung von Geschichte und aktuellen Ereignissen. Tausende von Missbrauchsfällen, Verschleierung, Vertuschung, Rechtsbeugung durch die römische-katholische Kirche, respektive durch Täter und Mitwisser, Priester, Bischöfe, Kardinäle und Päpste. Alle haben geschwiegen. Wohl wissend, dass die Institution Kirche moralisch-ethisch völlig versagt hat. Bigott allein die Tatsache, dass sich die RKK in den säkularen Gemeinwesen unserer Gesellschaft selbst als moralisches Korrektiv sieht. Göttlich will man sein, den Weg zu Gott ebnen und begleiten, mit dem Himmelsgeist auf Du und Du. Das ging ja nun ungöttlich und profan völlig in die Hose.

Ist es nicht erstaunlich, dass die tausenden Opfer von sexuellem Missbrauch, Gewalt, durch katholische Priester, sich so ruhig verhalten. Wäre es nicht menschlich verständlich, wenn es zu Tätlichkeiten gegen geistliche Würdenträger gekommen wäre? Aber ja doch, vernichtete Jugend, Existenzen, Lebenswege, zerstörtes Urvertrauen und die Erkenntnis, Gott lässt das alles zu. Bigott und frech, wenn sich dann ein Papst hinstellt und für die Opfer betet, er hätte rechtzeitig für die Verhinderung solcher Verbrechen sorgen sollen und nicht die Zeit der Opfer mit sinnlosen Gebeten verschwenden.

Herr Müller nun, Präfekt der Glaubenskongregationen unterliegt der Diktatur des Relativismus umfänglich. Angepöbelte Priester, na und, da müssen die Pfaffensäcke durch. Übelst ist die Relativierung von Pogromen durch Müller selbst. Dieser willkürliche Vergleich mit den Opfern des Holocaust, diese Banalisierung von Opfern wirklicher Pogrome. Müller will seine Kirche in den Opferstatus bringen, er will etwas abhaben von der Achtung und dem Respekt den man den Opfern zeitgenössischer Gewalt entgegenbringt. Er verhöhnt die Opfer kirchlicher Gewalt, in dem er die Kirche selbst als Opfer sehen will.

Und dann wettert er weiter,

In Blogs und „auch im Fernsehen“ würden „Attacken gegen die katholische Kirche geritten, deren Rüstzeug zurückgeht auf den Kampf der totalitären Ideologien gegen das Christentum.“

Die totalitäre Ideologie des Katholizismus beschimpft, in der Person Müller, all jene, die sich kritisch mit der Institution Kirche auseinandersetzen. Dem Reinen ist alles rein, den Schweinen alles schwein. Das ist als wenn der Dieb ruft, haltet den Dieb und die Meute sich auf einen Unschuldigen stürzt.

Euch Pfaffen gehört ein paar auf die Pfoten, dafür sind die Blogs, weltanschaulichen Gemeinschaften mit ihren Netzwerken da. Die Zeiten, wo die RKK schalten und walten konnte, nach Gutdünken sind vorbei und sie kommen nie wieder. Vielleicht erhört ER ja eurer Flehen.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo Nr. 3.

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