Theologen-Ausbildung für das „Fliegende Spaghetti-Monster“ demnächst in Brandenburg


Bild: Uni-Potsdam

Oder das „schwarze Echo“ der Frau Schavan bei Rot-Rot in Brandenburg.

Am 12. Februar 2013 war es bei den Potsdamer Neuesten Nachrichten zu lesen. Die Dodo-Preisträgerin Annette Schavan wird mit dem Abraham-Geiger-Preis 2013 ausgezeichnet. Der Politikerin sei es „ganz wesentlich zu verdanken“, dass die jüdische Theologie nach fast zweihundert Jahren endlich als Fach an einer deutschen Universität etabliert werden könne, teilte das liberale Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg mit.

Ex-Bundesministerin Schavan, CDU, wirkt nachhaltig in die Politik der Regierung Brandenburgs. Immerhin eine Koalition von SPD und der LINKEN. Bildungspolitik ist Sache der Länder. Und Rot-Rot in Brandenburg mutiert nun zum willfährigen Erfüllungsgehilfen schwarzer CDU-Politik. Um Theologie in Brandenburg lehren zu können und es geht nicht nur um jüdische, sondern auch christliche, islamische, hinduistische usw. muss nun das Hochschulgesetz des Landes geändert werden, das bisher keine theologische Ausbildung an staatlichen Hochschulen vorsieht. Die LINKE nennt das Stärkung der Wissenschaftspolitik. Will man nun staatliche Neutralität wahren, kann man expressis verbis nicht nur Theologie-Ausbildung für Rabbis zulassen, sondern muss dies für alle anderen Religiongemeinschaften ebenso erlauben. Also, warum nicht auch für Theologen, durchaus auch promoviert, für die Religion des „Fliegenden Spaghetti-Monsters?“  Mit der Universität Frankfurt an der Oder, der Viadrina, gibt es ja schon genug esoterischen Obskurantismus in der brandenburgischen Wissenschaft.

Für jüdische Studien will die Regierung jedenfalls 3,6 Millionen Euro locker machen, 5 Professuren sollen eingerichtet werden. Warum muss nun Brandenburg, dass eh klamm bei Kasse ist, sich noch das Privileg einer Theologen-Ausbildung an den Universitäten des Landes leisten? Die Richtung der Forschung, ob nun Judentum oder jede andere Religion betreffende ist dabei völlig belanglos. Aber ist das Land Brandenburg in der Lage, für alle verfassungsgemäß akzeptierten Religionsgemeinschaften einen eigenen Wissenschaftsbereich bereitzustellen? Zumindest sollte das für eine gleichbehandelnde Gesellschaft zu erwarten sein.  Für Ungläubige, Skeptiker wäre die Frage zu beantworten, wie mit Geldern der öffentlichen Hand religionsunterstützende Bildungspolitik finanziert wird.

Der Bedarf theologischer Ausbildungen an Hochschulen und Universitäten des Landes Brandenburg wird künstlich herbei geredet. Persönliche Profilierungen einzelner Politiker eingeschlossen.

Niederlausitz aktuell schreibt dazu:

Wie viele Religionen und Glaubensbekenntnisse gibt es überhaupt, die Anspruch auf eine vom Steuerzahler finanzierte Wissenschaft haben?

Jüdische Studien scheinen dabei etwas ganz Besonderes zu sein. Peer Jürgens, Landtags- und Wissenschaftsausschussmitglied der Partei DIE LINKE antwortete in einer angeregten Diskussion in einem sozialen Netzwerk auf die Kritik, dass wir „Juden enteignet, umgebracht und jegliches jüdisches Leben zerstört [haben, und damit] die Pflicht, das ansatzweise wiedergutzumachen … und sei es mit der Ausbildung von Rabbinerinnen und Rabbinern“. Es ist sehr bedauerlich, dass die Förderung eines solchen Fachbereichs auf unsere Kollektivschuld am Holocaust des Nazi-Regimes zurückgeführt werden muss. Umso weniger sehe ich einen objektiven rationalen Grund, gerade dafür Finanzmittel auszugeben. Die Hochschulen im Land Brandenburg sind seit Jahren drastisch unterfinanziert (siehe dazu die zahlreichen Beiträge und Aufrufe im Jahr 2012). Es gibt viele Studien- und Forschungsrichtungen, die einem breiten Publikum und Interessenbereich zugute kommen und viel zu schlecht ausgestattet sind.

Wie dem auch sei, Frau Schavan hat ihren Abraham-Geiger-Preis und Rot-Rot in Brandenburg den Ruch von Wasserträgern schwarzer Politik. Hüten wir uns vor Politik und Politikern, die Religion zur Maxime ihres Handelns machen.

Gesetzentwurf der Landesregierung(pdf)