Zentralrat der Juden nennt die Würdigung aller Stalin-Opfer einen Skandal


Das Leo-Baeck-Haus in der Berliner Tucholskystraße: Sitz des Zentralrates der Juden in Deutschland seit 1999 Bild: wikipedia

Generalsekretär nennt Würdigung aller Stalin-Opfer einen Skandal, weil Nazis darunter sind

ND

Der Zentralrat der Juden hat die Erinnerungspolitik der Stadt Potsdam kritisiert. Ursachen und Wirkungen des Nationalsozialismus würden »höchstens relativ abgeschwächt im Verhältnis zur preußisch-königlichen Geschichte und der Zeit nach 1945 thematisiert«, heißt es in einer Stellungnahme von Generalsekretär Stephan J. Kramer zum Potsdamer Gedenkkonzept, das am Dienstagabend in Potsdam diskutiert werden sollte. Dies führe zu »ziemlicher Einseitigkeit«, erklärt Kramer. »Potsdam war nicht nur am Tag von Potsdam eine herausragende Stadt der nationalsozialistischen Verhetzung und des Terrors«, schreibt Kramer weiter. Dabei sei die im Zweiten Weltkrieg zerstörte und 1968 abgerissene Garnisonkirche, die nun wieder aufgebaut werden soll, »nicht nur für die jüdische Gemeinschaft äußerst negativ-symbolträchtig«. In der Kirche hatten die Nazis am 21. März 1933 die Eröffnung des Reichtags zelebriert, Hitler gab dort eine Regierungserklärung ab.

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