Edward O. Wilson: Zufall der menschlichen Intelligenz


Wie Menschen? Blick in einen Termitenbau. (Bild: usda.gov)

In seinem neuen Buch überträgt der Insektenkundler und Biologe Edward O. Wilson Erkenntnisse aus der Termitenforschung auf den Menschen. So will er den großen Fragen nach dem Wesen des Homo sapiens auf den Grund gehen.

Von Susanne Billig Deutschlandradio Kultur

Die Erörterung unserer evolutionären Wurzeln („Woher kommen wir?“) macht den Löwenanteil des selbstbewussten Alterswerkes aus. Die soziale Intelligenz des Menschen verdankt sich laut Wilson dem puren Zufall mehrerer Präadaptionen: Ein aufrechter Gang, eine sensible Hand, die Ernährungsumstellung auf energiereiches Fleisch für ein großes Gehirn und der Bau von Nestern, in denen Eltern, Kinder und erweiterte Familie zusammenlebten – das alles habe zusammenkommen müssen, um Eusozialität entstehen zu lassen. Gemeint sind damit soziale Gruppen, die sich verteidigen, als wären sie ein Individuum. Der Autor untermauert seine Betrachtungen mit spannenden Fakten aus der Ameisen- und Termitenforschung, seinem eigentlichen Fachgebiet. Ähnlich wie bei sozialen Insekten hätten die Selektionskräfte der Evolution auch beim Homo sapiens sowohl die fittesten Individuen als auch die am besten kooperierenden Gruppen bevorzugt.

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