Gerhard Roth: Der Papst – die letzte irdische Märchenfigur


foto: standard/kucek In der umfangreichen Bibliothek im Hause Roth findet sich auch die Bibel. Was den Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari bei seinem Besuch im alten Bauernhof des Schriftstellers in Obergreith in der Südweststeiermark – jener Gegend, die Roth in vielen seiner Bücher festgehalten hat – besonders freute.

Kapellari: „Die Kirche hat immer gewusst, dass sie voller Sünder ist“ – Roth: „Die Institution Papst ist überholt“

derStandard.at

STANDARD: Herr Roth, Sie haben den Papst einmal als eine der „letzten irdischen Märchenfiguren“ bezeichnet. Hat sich mit dem neuen Pontifex Franziskus Ihre Meinung geändert?

Roth: Der Papst ist eine Kunstfigur. Es gibt sicher keinen Stellvertreter Gottes auf Erden, keinen Menschen, der sich das anmaßen kann. Glaubensbeamte kann es geben, die auf die Einhaltung der Regeln achten. Aber über den Papst können wir gerne später noch sprechen. Mich beschäftigt vor allem die Frage: Warum hat Gott nach christlichem Glauben Luzifer erschaffen? Wenn Gott allwissend ist, wusste er doch auch, dass aus Luzifer Satan werden würde, der die Schöpfung zerstört.

Kapellari: Die Frage gibt es, seit es das Christentum gibt. Die Unerklärbarkeit des Bösen ist ein Teil unserer Geschichte. Die Kirche hat immer versucht, diese Frage nicht zu lösen, aber sich ihr denkerisch anzunähern. Das Böse ist offenkundig da – keiner wird leugnen, dass Hitler und Stalin böse waren. Aber die Frage nach dem Warum ist nicht lösbar. Entscheidend ist, wie man der Macht des Bösen domestizierend begegnet.

STANDARD: Aber wie kann dann das Böse entstehen, wenn doch Gott selbst nicht böse ist?

Kapellari: Eine spekulative Frage. Aber pauschal beantwortet: Gott erschafft freie Wesen. Zum Beispiel Engel. Aber Freiheit bedeutet auch, das Negative zu ermöglichen. Und in der Geschichte lebt die Hoffnung, dass die Schöpfung, auch wenn sie fällt, letztlich von der Erlösung umgriffen wird. Die große Frage nach dem Bösen wird in Zukunft einmal beantwortet werden, wenn der Punkt Omega – der End- und Zielpunkt in der theologischen bzw. philosophischen Betrachtung der Evolution bei Pierre Teilhard de Chardin – erreicht ist.

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1 Comment

  1. Eine >KircheSünderMenschensohnSynagoge des Satans Elia<,
    Sondern auch unter dem Neuen Testament und Offenbarung des Johannes, Kapitel 2,und 3,
    WER Sünde tut,der ist vom Teufel zeugt Johannes in seinen 3 Hrtenbriefen,
    WER SÜNDE tut, der hat keinen Heiligen Geist, denn solches wäre eine GOTTES-Beleidigung und ein widerstreben des Heiligen Geistes! schreibt der andere Judas in seinem einen Hirtenbrief.

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