Jerusalem und der religiöse Wahn


Das Jerusalem-Syndrom ist einzigartig: Gesunde Menschen verfallen urplötzlich religiösen Wahnvorstellungen. Nun scheint es zu verschwinden. Schuld daran ist das Internet, sagt der Psychiater Gregory Katz.

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Kurz vor der Jahrtausendwende 1999 gründete der israelische Geheimdienst Mossad die Einsatztruppe „Wandeln auf dem Wasser“. Sie sollte Jerusalem vor Attentaten und Selbstmorden bewahren. Im Visier waren nicht etwa die üblichen Terroristen – sondern einzelne christliche Fanatiker sowie Mitglieder von militanten, christlichen Sekten. Dazu gehörten etwa 14 Vertreter der „Betroffenen Christen“ aus Denver in den USA, die zu jener Zeit in Erwartung der Apokalypse und der Rückkehr des Messias einen Anschlag auf die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg planten. Sie wurden verhaftet und des Landes verwiesen.

Andere blieben. Darunter Menschen, die sich in weiße Tuniken hüllten, laut singend und betend zu den heiligen Stätten pilgerten, und die sich Petrus, Paulus, König Salomo, die Mutter Gottes und sogar Jesus Christus nannten: Menschen, die vom Jerusalem-Syndrom befallen waren.

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3 Comments

  1. Angesicht des religiösen Jerusalem Wahns ist die Realität der Jahrtausendwende traurig. Jerusalem war ein Elendsnest auf einer Fläche von 6 Hektar, die neue Mauer um die Stadt stammt aus den Jahren 45 – 48 n.C. Üblich sind Leiden wie den im Gehirn nistenden Schweinebandwurm, Lepra, Typhus und TBC sind üblich. Dazu kommen Pest, Cholera und Hungersnöte. In Jerusalem gab es weder einen hebräischen König, noch einen römischen Prokurator noch römische Legionäre

    Der Fiesling der Bibelgeschichte, König Herodes, stirbt im Palast in Caesarea im April 4 v.C. an Verfolgungswahn, Tage vorher lässt er noch 3 Söhne hinrichten. Sein 2.ter Nachfolger, Agrippa I (17-44 n.C.), regiert in Caesarea wie auch der Prokurator Pontius Pilatus (26-36 n.C.), dessen Palast noch als Grundmauern zu besichtigen ist. Der Herodes Tempel in Jerusalem wird erst nach 17 n.C. begonnen, Herodes hat weder den Tempel gebaut noch einen Jesus oder Pilatus jemals gesehen.

    Jesus ist ein häufig vorkommender Name. Flavius Josephus nennt in den Antiquities bis zu 20 Jesus Personen wie Jesus Ben Phiabi, Jesus Ben Fabus, Jesus Ben Sic, Priester Jesus Ben Damneus, Priester Jesus Ben Gamaliel, Jesus Ben Ananus, Jesus Ben Sirach, Jesus Ben Phandira, Jesus Ben Sapphias, Jesus Ben Gamals, Jesus Ben Thebuth, Jesus Ben Josadeck usw.

    Um 45 n.C. überzeugt der Prophet Theudas viele Menschen wie Moses den Jordan durch seine Zauberkraft zu teilen. Prokurator Cuspius Fadus verbietet den Unsinn, lässt viele der Zuschauer verhaften und Theudas enthaupten. Um 52 n.C. kommt ein ägyptischer Prophet Joshua nach Jerusalem um durch Wunder die ab 45 n.C. neu erbaute Stadtmauer zu zerstören.

    Unter Prokurator Lucceius Albinus tritt ein Jesus ben Ananos in Jerusalem als Prophet auf. Zum Laubhüttenfest klagt er mit Weherufen über Jerusalem und den Tempel. Er wird ergriffen, verprügelt und dem Prokurator in Caesarea vorgeführt. Der lässt ihn als Irren frei, in Jerusalem tötet ihn beim Aufstand eine römische Wurfmaschine (Antiquities 20).

    Prokurator Lucceius Albinus erwähnt um 63 n.C. einen Jesus als Christ (Antiquities 20). Mit seinen gesetzlosen Kumpanen wird er gefangen und nach einem Streit von König Agrippa II mit Hohepriester Ananus gesteinigt. Eine Vorlage des Jesus Mythos der Evangelisten 1-3 Jahrhunderte später mit dem Mithras Kult und Geschichtsbrocken zum Märchen verklärt.

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  2. Das ist längst Geschichte

    Der US-Sozialpsychologe Milton Rokeach führt von 1959-1961 im Ypsilanti State Hospital in Michigan eine bizarre Studie mit 3 Männern durch, die sich alle für Jesus halten. Den 3 Patienten gilt der jeweils andere Jesus als Roboter oder als Irrer. Äußere Einflüsse stimmen die 3 Söhne Gottes nicht um, zu einem Artikel in der Lokalzeitung über ihren Fall meinen sie die Patienten wären irre und gehören in eine Anstalt. Die 3 Jesus Typen wurden nie geheilt und bleiben bis zum Lebensende als ewig wahrer Sohn Gottes in der geschlossenen Psychiatrie.

    Gläubige zweifeln zuerst an wissenschaftlichen Methoden sofern sie diese begreifen können, an den Beweisen, am Moraldiktat, niemals an ihrem religiösen Wahn, der in der Kindheit als „Brainwash“ eingepaukt wurde. Fakten, Fossilien, historisches Wissen sind bedeutungslos, Details spielen dabei keine Rolle, die Realitätsausblendung der eigenen Person ist absolut und dauerhaft. Ein Disput mit Gläubigen ähnelt dem mit Alzheimer Patienten, deren Gehirn durch mutierte Genschäden nur noch teilweise funktioniert. Bei Ablehnungen werden sie aggressiv, Verhaltensnormen und Moral werden missachtet, alles um Gottes Plan mit heiligen Kriegen, Scheiterhaufen, Genoziden und die Menschenrechte als Sünde zu garantieren.

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  3. Jerusalem-Syndrom…
    Mein Traum wäre ja mal, diese ganzen Jesusse zu ´ner Talk-Show einzuladen. Am besten bei Sandra Maischberger, weil die den schlimmsten Eso-Tick unter den Moderatorinnen hat (knapp vor Anne Will).
    Und die müssen dann mit einander diskutieren, wer jetzt der echte Jesus ist, fänd ich cool.

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