Wofür nutzt der Papst sein Charisma?


Papst Franziskus bei einem Auftritt am Karfreitag. – Foto: AFP

Der neue Papst Franziskus predigt gegen die Selbstverherrlichung. Aber wie passt das zu seinem pompösen Amt? Die Geschichte zeigt: Auch Menschen mit Ausstrahlung können verkennen, wann Strukturen das Wesentliche überlagern.

Von Thomas LackmannDER TAGESSPIEGEL

Der Aufstand des alten Mannes verblüffte Vatikan-Experten. Zunächst hatte der Neugewählte den Trägern seiner Sänfte das Gehalt verdoppelt, weil sie jetzt mehr schleppen müssten; dann schaffte er das feudale Stück ab. Über Nacht berief er ein Konzil zur „Verheutigung“ der katholischen Kirche ein, was die Theologen irritierte, da Jahrzehnte zuvor das Erste Vaticanum die Macht des römischen Bischofs so monarchisch zugespitzt hatte, dass ein Mitwirken anderer Bischöfe fortan verzichtbar erschien. Die dreifache Krone, mit der auch sein irdisches Regiment symbolisiert wurde, versilberte er zugunsten der Armen. Dass er den Kirchenstaat, anders als seine Vorgänger, für Ausflüge in Hospitäler, Knäste und andere Kontinente verließ, verunsicherte seine Umgebung, noch mehr freilich sein Alterslimit für Bischöfe und Kardinäle.

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2 Gedanken zu “Wofür nutzt der Papst sein Charisma?

  1. Rolo

    Das wichtigste Instrument zur erfolgreichen, friedlichen Machtausübung, ist das Talent zur Schauspielerei. (Franziskus, Du bist doch längst durchschaut!) 😉

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