Gott soll mir gefallen. Sonst darf er nicht existieren!

Bild: heise.de

Ab und zu werden sie in der Öffentlichkeit geführt, ja: So ging es vor einigen Jahren in den deutschen Feuilletons um die Rechtfertigungslehre. Es gibt in den Medien auch den Platz und Fachleute: Die Wochenzeitung Die Zeit etwa hat ein Ressort namens Glauben und Zweifeln, auch bei den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten finden sich entsprechende Sendeplätze.

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Aber es ist doch wenig. Angesichts der Tatsachen, dass eine Partei in der Regierung sitzt, die sich „christlich“ nennt, und dass das Christentum gelegentlich als, nun ja, „einheimische“ Religion ins Feld geführt wird, vor allem gegenüber dem Islam: Da sollte man eigentlich mehr – vielleicht nicht wünschen, aber doch erwarten. Oder?

Ein widersprüchlicher Befund: Irgendwie ist Religion da, im öffentlichen Leben. Aber irgendwie auch nicht: Eine seltsame, schwer fassbare Ambivalenz. Das Ganze wird noch widersprüchlicher, wenn man weiter drüber nachdenkt. Drei Fragen stellen sich:

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Wir brauchen keinen „interreligiösen Kalender“

Foto: Getty Images Ein Gläubiger in einer Berliner Moschee: Der Zentralrat der Muslime fordert zu Ostern, gesetzliche muslimische Feiertage auch in Deutschland einzuführen

Muslime fordern, gesetzliche islamische Feiertage auch in Deutschland einzuführen. Doch diesem Wunsch nachzugeben, wäre nicht ein Zeichen für mehr Integration, sondern falsch verstandene Toleranz.

Von Hildegard StausbergDIE WELT

Es gehört zu den schönen Traditionen des deutschen Osterfestes, dass man sich mit kleinen Aufmerksamkeiten bedenkt. Ein Ostergeschenk der besonderen Art präsentierte in diesen Tagen der Zentralrat der Muslime in Deutschland: Der Verband fordert, dass die Bundesländer per Gesetz islamische Feiertage einführen sollten. Und Aiman Mazyek, der Zentralratsvorsitzende, behauptet, dies wäre dann „ein wichtiges Integrationspolitisches Zeichen“. Aha.

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„Betrunkene“ Moslems beleidigen wehrlose „Gottesmutter“

Bild: Katholisches Magazin

In der spanischen Exklave Melilla an der nordafrikanischen Küste wurden die traditionellen liturgischen Feiern der Karfreitagsnacht durch einen Zusammenstoß zwischen Christen und Moslems überschattet. Betrunkene Moslems beleidigten von der Terrasse einer Gaststätte aus die in Prozession durch die Straßen getragene Gottesmutter Maria, die in Melilla besonders im Gnadenbild der Jungfrau der Einsamkeit verehrt wird.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Kurz nachdem das Gnadenbild der Virgen de la Soledad bei der Prozession aus der Herz-Jesu-Kirche getragen worden, kam es zu unflätigen Beleidigungen der Gottesmutter durch betrunkene Moslems am Straßenrand. Als sie von den Christen aufgefordert wurden, damit aufzuhören, reagierten die Moslems gewalttätig, warfen Flaschen, Teller, Stühle und Tische auf die katholischen Prozessionsteilnehmer und wurden handgreiflich. Es brach Panik unter den Gläubigen auf. In der Folge kam es zu einer heftigen Schlägerei, bis die Polizei eintraf. Vier Moslems konnten verhaftet werden, vier Verletzte mußten verarztet werden.

Die Prozession konnte nach dieser Unterbrechung fortgesetzt werden. Der Vorfall wurde auf Video festgehalten.

Inzwischen distanzierte sich die Islamische Kommission von Melilla von den Provokateuren.

Homosexualität: Evangelikale wollen weiter „umpolen“

„Konversionstherapien“ für homosexuelle Jugendliche sollen dem Willen mehrerer christlicher Organisationen nach erlaubt bleiben

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Bis in die 1970er Jahre hinein versuchte man an deutschen Schulen Linkshänder mit Gewalt zu Rechtshändern umzuerziehen. Viele der Opfer dieser Maßnahmen führen Probleme in der Schule und im Berufsleben auf diese Umerziehungsversuche zurück. Heute wird (außerhalb des Salafismus) weitgehend akzeptiert, dass nicht Linkshändigkeit schädlich ist, sondern der Versuch, sie zu therapieren. Bei Homosexualität gibt es dagegen noch mehr Gruppen, die sich dieser Erkenntnis offensiv verweigern.

Gegen diese Veranlagung bieten evangelikal geprägte Organisationen so genannte „Konversionstherapien“ an, in die christlich-fundamentalistische Eltern ihre heranwachsenden Kinder stecken können, wenn sie den Verdacht haben, diese könnten homosexuell sein oder werden. Wie solche häufig als Camps organisierte Behandlungen in den USA ablaufen können, wird in der South-Park-Episode Cartman Sucks parodiert. Dass es in diesem Rahmen zu Depressionen und Selbstmorden kommen kann, ist keine Übertreibung von Trey Parker und Matt Stone, sondern eine Warnung, die von Psychologenverbänden kommt.

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Hans Küng: „Wir brauchen ein universales Ethos”

Theologe Hans Küng, Bild: Cicero

Im Cicero-Online-Interview anlässlich seines 85. Geburtstags spricht der kirchenkritische katholische Theologe Hans Küng über sein „Projekt Weltethos”, das aus den Lebensregeln der großen Menschheitstraditionen ein universales ethisches Fundament abzuleiten versucht

Cicero-Online

Herr Küng, Sie sind vor wenigen Tagen 85 Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch!
Vielen Dank, bin froh, dass ich so viele Jahre einigermaßen honorig hinter mich gebracht habe.

Wir wollen über das von Ihnen 1989 initiierte Projekt Weltethos sprechen. Können Sie kurz die Ziele des Projekts skizzieren?
Das Projekt Weltethos hat zwei Hauptziele. Erstens: Friede zwischen den Religionen und Kulturen als Basis für den Frieden zwischen den Nationen. Zweitens: Bewusstsein wecken für die den Weltreligionen gemeinsamen ethischen Werte, Standards, Maßstäbe, Haltungen als universales ethisches Fundament.

Sie wollen aus den ethischen Gemeinsamkeiten der Weltreligionen ein universales Regelwerk ableiten?
Ja, aber kein Ethiksystem, sondern einige wenige elementare ethische Standards, die sich in allen großen Menschheitstraditionen finden lassen.

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Vaduz: Rückfall in vorkonziliare Zeiten – Messe im alten Ritus

Bild: Katholisches Magazin

Wie bereits angekündigt, zelebrierte Erzbischof Wolfgang Haas von Vaduz am Gründonnerstag die Chrisammesse mit seinem Klerus in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus.

Katholisches Magazin für Kirche und Kultur

Erzbischof Haas war damit der erste Diözesanbischof Europas, der seit der Liturgiereform von 1969/1970 die Weihe der Heiligen Öle und die Einsetzung des Priestertums durch Jesus Christus am ersten Tag des Triduum Paschalis im Alten Ritus feierte. Den Altardienst verrichtete die Petrusbruderschaft aus dem nahegelegenen Priesterseminar der Bruderschaft in Wigratzbad am Bodensee. Die Erzdiözese Vaduz wurde 1997 von Papst Johannes Paul II. aus dem gleichnamigen Dekanat der Diözese Chur errichtet. Sie entspricht dem Territorium des Fürstentums Liechtenstein.

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Wahl Dodo des Monats März 2013

Dodo des Monat Februar 2013
Dodo des Monat Februar 2013

Die Zumutungen des Monats März, im religiösen Sinne, waren für säkulare, ungläubige Geister besonders hart. Die Impertinenz religiöser, insbesonderer katholischer Medieninhalte war bedrückend. Hier nun einige der bedeutensten religiotischen Leistungen der vergangenen vier Wochen:

  1. Wolfgang Huber, „Huber kritisiert Gegner des Tanzverbots an Karfreitag.“
  2. Joachim Meisner, „Dodo-Meisner im österlichen Selbstmitleid.“
  3. ZDF, „Zentrales Deutsches Kirchenfernsehen.“
  4. Robert Zollitsch, „Kein weiter so, wie bisher – natürlich nicht für seine Kirche.“
  5. Thomas Nonte, „Gott hat Freude am Sport und etwas Doping?
  6. Deutsche Evangelische Allianz, „Evangelikale laufen Sturm gegen Grüne.“
  7. Brigitte Hahn, „Expertin der Katholen-Sekte warnt vor Satanisten-Sekte.“
  8. Aiman Mazyek, „...über religiöse und atheistische Fundamentalisten.“
  9. Alois Glück, „Deutsche Katholiken protestieren gegen Papst-Artikel “Alter Sack” in der “taz”.“
  10. Landtag Brandenburg, „Theologen-Ausbildung für das “Fliegende Spaghetti-Monster” demnächst in Brandenburg.“
  11. Ilse Aigner, „Linke und Grüne kritisieren Kruzifix im Bundesverbraucherministerium.
  12. Thomas Söding, „Weil die Bibel existiert muss Jesus gelebt haben!.“
  13. Katherina Reiche, „Volladoptionsrecht: „Sie verhalten sich da verfassungswidrig”.“
  14. Horst Seehofer, „(Hete) und katholische Treue in der Ehe.“

Die Wahl ist bis zum 07. April 18:00 Uhr befristet. Mehrfachauswahl ist möglich. Der Gewinner wird am 08. April 2013, hier auf dem Blog, in einer Laudatio gewürdigt.

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