Hans Küng: „Wir brauchen ein universales Ethos”


Theologe Hans Küng, Bild: Cicero

Im Cicero-Online-Interview anlässlich seines 85. Geburtstags spricht der kirchenkritische katholische Theologe Hans Küng über sein „Projekt Weltethos”, das aus den Lebensregeln der großen Menschheitstraditionen ein universales ethisches Fundament abzuleiten versucht

Cicero-Online

Herr Küng, Sie sind vor wenigen Tagen 85 Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch!
Vielen Dank, bin froh, dass ich so viele Jahre einigermaßen honorig hinter mich gebracht habe.

Wir wollen über das von Ihnen 1989 initiierte Projekt Weltethos sprechen. Können Sie kurz die Ziele des Projekts skizzieren?
Das Projekt Weltethos hat zwei Hauptziele. Erstens: Friede zwischen den Religionen und Kulturen als Basis für den Frieden zwischen den Nationen. Zweitens: Bewusstsein wecken für die den Weltreligionen gemeinsamen ethischen Werte, Standards, Maßstäbe, Haltungen als universales ethisches Fundament.

Sie wollen aus den ethischen Gemeinsamkeiten der Weltreligionen ein universales Regelwerk ableiten?
Ja, aber kein Ethiksystem, sondern einige wenige elementare ethische Standards, die sich in allen großen Menschheitstraditionen finden lassen.

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2 Comments

  1. Das religiotische Fundament des Hernn Küng besagt, der Mensch hat selber keinen Ethos, kann selber keinen entwickeln und ist somit unfähig sein Leben angemessen zu meistern – erst irgendwelche selbst ernannten Obermufties sind fähig dem Menschen den Sinn des Lebens zu erklären und ihn zu leiten. Natürlich nicht umsonst, Abzocken gläubiger Idioten ist Teil des Geschäftsmodells dieser Obermufties.

    Das ist ein derart armseliges Konzept des Menschen als intelligentes Wesen, dazu muss man unbedingt 8 Jahre Theologie studieren und seinen Verstand total vernebeln

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  2. Klar, aber was Küng möchte ginge nur über den vernünftigen Menschenverstand zu handhaben und bleibt somit weiterhin utopisches Wunschdenken. Und zwar solange, bis die Religionen nicht mehr mit in´s Boot genommen werden.
    Der einfache Mensch hat, in der Überzahl, in den letzten 2000 Jahren, was Macht, Obrigkeitshörigkeit und psychisches sowie materielles -ausgebeutet werden- betrifft, nicht sehr viel dazugelernt. Für die „machtdürstenden Seelenverwalter (oder …vergewaltiger“), aber auch für die Trittbrettfahrer (incl.Küng et al.) und sonstige Profiteure (wie z.B. Politreligioten etc.) zahlt sich das bis heute recht gut aus.
    Der Küng´sche Traum übrigens, basiert auf einem völlig religiotischen Denkfundament. (Ähnlich dem eines gewissen Martin Luther, seinerzeit.)
    Religioten wollen zwar Veränderungen. (Natürlich nur zu ihrem eigenen Vorteil). Verbesserungen für die Menschheit insgesamt, schließen sich systembedingt, automatisch aus.

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