Exorzismus boomt


In Polen und Italien boomt der Exorzismus. Auch beim Bistum Trier bitten immer wieder Menschen um Hilfe, weil sie glauben, vom Bösen besessen zu sein. Ein Phänomen, das es keineswegs nur in Horrorfilmen gibt.

Von Katharina Hammermannvolksfreund.de

Das Mädchen ist ans Bett gefesselt. Blutige Male entstellen sein Gesicht und Hass seinen Blick während es den Priester mit obszönen Worten und widernatürlich tiefer Stimme beschimpft. Er bespritzt das Kind mit Weihwasser und vor Schmerzen schreiend windet sich der Dämon, der von dem Mädchen Besitz ergriffen hat. Eine der harmloseren Szenen aus dem Horrorfilm „Der Exorzist“. Bilder, die die Vorstellungen vom Exorzismus zwar prägen, wie keine anderen. Bilder, die aber auch ganz klar ins Reich der Fantasie gehören.

Und so vergisst man leicht, dass das Böse – und dazu zählen auch Dämonen, die in Menschen fahren – Bestandteil des biblischen Weltbildes ist und der Exorzismus ein Ritual, das nach wie vor zur katholischen Praxis zählt. Ja, in einigen Ländern Europas hat er in den vergangenen Jahren einen derart großen Boom erlebt, dass Teufelsaustreibungen dort nun zum kirchlichen Alltagsgeschäft zählen.

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