Kirchensteuer: Das Finanzamt als Inkassobüro

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Ihre Steuern lässt die Kirche nach wie vor vom Staat verwalten. Die FDP Sachsen will das nun ändern, die Kirche soll künftig selbst ihre Gelder eintreiben. Thomas Traub erklärt den status quo, der für beide Seiten ökonomisch sinnvoll ist, und warum der Vorschlag eher von Papst Franziskus als von den Liberalen kommen müsste.

Legal Tribune Online

Jedes Jahr nehmen die Kirchen etwa neun Milliarden Euro Kirchensteuer ein. Berechnet und eingezogen wird dieses Geld ganz überwiegend von den staatlichen Finanzämtern. Auf ihrem Landesparteitag am vergangenen Wochenende haben die sächsischen Liberalen dieses System in Frage gestellt und vorgeschlagen, den Kirchen künftig den Einzug ihrer Steuer selbst zu überlassen.

Der Vorschlag hat wenig Aussicht, umgesetzt zu werden. Verfassungsrechtlich braucht man ihn nicht, vertragsrechtlich ist er höchst problematisch und rechtspolitisch wird er vom sächsischen Koalitionspartner, der CDU, abgelehnt.

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„Religion ist Privatsache“ scheitert mit ORF-Beschwerde

Bild: 2083 - A European Declaration of Indepence
Bild: 2083 – A European Declaration of Indepence

ORF-Rundmail von Robert Ziegler mit Empfehlung, den norwegischen rechtsextremen Massenmörder Breivik nicht als „christlichen Fundamentalisten“ zu bezeichnen, verstößt nicht gegen Freiheit journalistischer Berufsausübung

kathweb

Die Initiative „Religion ist Privatsache“ ist mit einer Beschwerde wegen einer ORF-internen Empfehlung zur sprachlichen Kennzeichnung des norwegischen rechtsextremen Massenmörders Anders Breivik gescheitert: Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hob einen Bescheid des Bundeskommunikationssenats (BKS) gegen den stellvertretenden Chefredakteur von ORF Niederösterreich, Robert Ziegler, auf. Laut dem nun aufgehobenen Bescheid hätte Ziegler gegen ORF-Gesetz verstoßen, weil er Mitarbeiter per Rundmail gebeten hatte, Breivik nicht als „christlichen Fundamentalisten“ zu bezeichnen, sondern als „Rechtsextremisten“ oder als „religiösen Fanatiker“. Dieser Sichtweise widerspricht jetzt das VfGH-Urteil und sieht im BKS-Bescheid eine Verletzung des Rechts des ORF auf Meinungs- und Rundfunkfreiheit.

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Evangelikale: Erziehung mit Prügel und Schuldgefühl

Bild: imago

In Schweizer Freikirchen werden teilweise Ratgeber empfohlen, die auf körperliche Züchtigung in der Erziehung bauen. Die Zürcher Fachstelle Infosekta analysiert in einem Bericht die diversen pädagogischen Modelle evangelikaler Organisationen.

Von Andreas SchmidNeue Zürcher Zeitung

Die Zürcher Fachstelle für Sektenfragen Infosekta erhält jedes Jahr gegen 300 Anfragen, die evangelikale Gemeinschaften betreffen. Dass rund ein Drittel aller Betreuten wegen Problemen mit Freikirchen Rat suchen, hat die Fachleute ein Sensibilisierungs- und Präventionsprojekt realisieren lassen. Unterstützt von der Stiftung Kinderschutz Schweiz, hat die Infosekta das Erziehungsverständnis in evangelikalen Ratgebern untersucht. Der nun veröffentlichte Bericht befasst sich mit den pädagogischen Grundsätzen in 25 in diesen Kreisen weit verbreiteten Schriften und Kursen.

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The Christian Right Is Panicking Because They Know They Are Losing

image: alternet.org

They know the tide of public opinion has turned against them on gay marriage.

By Bill Berkowitzalternet.org/Smirking Chimp

Christians will be “forced underground.”
– Pastor Jim Garlow

Legalizing gay marriage will spell „the death of capitalism.“
– Matthew Hagee

If the Supreme Court rules in favor of gay marriage it „will have lost its legitimacy in its entirety.“
– Matt Barber & Mat Staver

Marching against same-sex marriage felt like being involved in the “Civil Rights Movement.”
– Brian Brown

Gays and lesbians “hate God’s law and therefore they do hate God.”
– Peter LaBarbera

If the above statements from members of the conservative evangelical Christian commentariat sound ludicrous yet chilling, outlandish yet eerily familiar, that is because over the years we have become quite familiar with their incessant anti-gay vitriol. However, the more interesting aspect of this collection of off-the-wall commentary by Pastor Jim Garlow, Matthew Hagee, Liberty Counsel’s Matt Barber and Mat Staver, who is also vice president of the Jerry Falwell-founded Liberty University, the National Organization for Marriage’s president Brian Brown, and Peter LaBarbera of Americans For Truth About Homosexuality, is their fear that the tide of public opinion has turned against them.

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Atheisten als gefühllose Fanatiker – freiheitsgefährdenter Atheismus

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Kontra Kirchenprivilegien: Atheismus und Religionsfreiheit. Mit religiöser Inbrunst führen die neuen Atheisten ihren Kampf gegen Religion.

Von Ulricht H.J. KörtnerDie Presse.com

Seit einigen Jahren macht ein neuer Atheismus von sich reden. Auch in Österreich geht er in die Offensive, wie aktuell das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien gezeigt hat. In einem Artikel sprach der US-Journalist Gary Wolf 2006 von einer neuen „Kirche der Atheisten“ und ihren Oberhäuptern Richard Dawkins, Sam Harris und Daniel Dennett. Zu ihnen wird noch Christopher Hitchens gezählt.

Man gab den vier den Beinamen „the four horsemen“, der auf die vier apokalyptischen Reiter in der Johannesoffenbarung anspielt. Interessanterweise sind es nicht nur die Gegner der neuen Atheisten, die ihr Auftreten in apokalyptisch aufgeladenem Ton kommentieren, sondern diese führen selbst ihren Kampf gegen alle Religion mit geradezu religiöser Inbrunst.

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10 Craziest Things Pat Robertson Has Said

Bild: alternet.org

His profile in the mainstream media may have faded, but his influence over the Christian right (and the GOP) hasn’t dimmed much at all.

By Amanda Marcotte alternet.org

It’s tempting to dismiss Pat Robertson as an unimportant distraction, a living relic whose various kooky opinions might have mattered in the past, but don’t matter any longer. That would be a mistake. While many other Christian right leaders have crowded the field in recent years, Robertson still has wide-reaching influence through his popular televangelism program “The 700 Club.” The show not only airs on Robertson’s own Christian Broadcasting Network, but also the supposedly mainstream ABC Family Channel.

Nor has Robertson really faded from the world of right-wing activism. The university he founded, Regent, continues to crank out hard-right politicians and bureaucrats,  including Bob McDonnell, the governor of Virginia. The Robertson-founded American Center for Law and Justice, which is meant to be a Christian right counterpoint to the ACLU, continues to  strike huge blows to human rights in the courts, with a specific eye to dismantling religious freedom and forcing fundamentalist Christian views on the rest of the country.

While all this goes on, Pat Robertson continues to be as loony as ever, using his position as the host of “The 700 Club” to spout all sorts of silly, bizarre and horrific ideas to his rapt audience, who believes the man has a special relationship with God. His profile in the mainstream media may have faded in recent years, but his influence over the Christian right–and therefore the Republican Party–doesn’t seem to have dimmed much at all.

With that in mind, here are 10 of his most recent alarming and disturbing statements.

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Katholische Erwachsenbildung: „Schwule sind unnatürliche Konstrukte“

So muss es laut Christa Meves sein- Die Mutter mit ihren Kindern. Foto: Roth

Abstruse Theorien, homophobe Sprüche und ein Veranstalter, der die Anwesenden filmt und fotografiert. Ein Abend mit Christa Meves in Donaustauf.

Von Mathias RothRegensburg digital

Nach einer rassistisch motivierten Unterschriftenliste gegen ein Asylbewerberheim und der geschichtsrevisionistischen Rede von Bürgermeister Jürgen Sommer am Volkstrauertag, war dieses Mal das Katholische Pfarramt St. Michael in Donaustauf Kulisse für veraltete Ideologien.

Zusammen mit der „Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Regensburg“ hatte Pfarrer Erich Renner die „Psychagogin“ Christa Meves zum Vortrag geladen: „SOS – Die Familie retten, heißt Europa bewahren“ lautete die Botschaft, die es zu verbreiten galt.

Für die Wahrheit zahlt man gern mal mehr…

Die konservativen Anhänger von Meves sind zahlreich. Und so füllt sich das Pfarrheim bis auf den letzten Platz. Insgesamt kommen über 120 Menschen, um ihr zu lauschen.

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Femen: Oben-Ohne-Demonstration vor Moschee in Berlin

Femen-Aktivistinnen in Paris, Bild: AFP

Europaweiter Femen-Protesttag gegen Islamismus

DIE WELT

Anlässlich des von der Frauenbewegung Femen ausgerufenen internationalen Tags des sogenannten Oben-Ohne-Dschihads haben Aktivistinnen in zahlreichen europäischen Städten barbusig gegen den Islamismus protestiert. In Berlin versammelten sich sechs Aktivistinnen vor der Ahmadiyya-Moschee und skandierten Slogans wie „Freiheit für Frauen“. Sie forderten unter anderem die Freilassung des tunesischen Femen-Mitglieds Amina Tyler. Die junge Frau hatte sich oben ohne auf ihrer Facebook-Seite präsentiert und damit den Zorn von Islamisten auf sich gezogen.

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Kirche muss sich auf dem spirituellen Markt bewähren

Bild: sein.de

Papst Franziskus hat erste Zeichen und Worte gesetzt. Ein überzeugender Stil der Volksnähe und der einfachen Seelsorge zeichnet sich ab. Kritiker und Historiker haben erste Blicke in seine Vergangenheit geworfen. Eine politisch taktierende Persönlichkeit kommt zum Vorschein, die nicht leicht einzuordnen ist.

Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten – Neue Zürcher Zeitung

Als Papst ist Bergoglio Seelsorger und Politiker zugleich. Das Erbe des Konzils – pastoral, wie es sein wollte – wird er mit einem Sinn für die Grundwerte des Evangeliums vertreten. Das Wohl der Menschen liegt ihm am Herzen, daran besteht kein Zweifel. Damit unterläuft er den dogmatischen Streit ums Konzil, den sein Vorgänger hinterlassen hat. Sichtbar verlegen stehen denn nun auch jene Kreise da, die mit dem vorkonziliaren, neo-scholastisch-tridentinischen Katholizismus geliebäugelt haben. Und gespannt warten Beobachter, wie Franziskus das Staatssekretariat besetzen wird, kommt sein politisch-strategisches Handeln dabei doch besonders zum Ausdruck.

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