Kirche muss sich auf dem spirituellen Markt bewähren


Bild: sein.de

Papst Franziskus hat erste Zeichen und Worte gesetzt. Ein überzeugender Stil der Volksnähe und der einfachen Seelsorge zeichnet sich ab. Kritiker und Historiker haben erste Blicke in seine Vergangenheit geworfen. Eine politisch taktierende Persönlichkeit kommt zum Vorschein, die nicht leicht einzuordnen ist.

Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten – Neue Zürcher Zeitung

Als Papst ist Bergoglio Seelsorger und Politiker zugleich. Das Erbe des Konzils – pastoral, wie es sein wollte – wird er mit einem Sinn für die Grundwerte des Evangeliums vertreten. Das Wohl der Menschen liegt ihm am Herzen, daran besteht kein Zweifel. Damit unterläuft er den dogmatischen Streit ums Konzil, den sein Vorgänger hinterlassen hat. Sichtbar verlegen stehen denn nun auch jene Kreise da, die mit dem vorkonziliaren, neo-scholastisch-tridentinischen Katholizismus geliebäugelt haben. Und gespannt warten Beobachter, wie Franziskus das Staatssekretariat besetzen wird, kommt sein politisch-strategisches Handeln dabei doch besonders zum Ausdruck.

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