Der Glaube soll nicht an eine steuerliche Verbindung geknüpft sein


Wie passen Glaube und Steuern zusammen? – Foto: dpa

Der franziskanische Armutsappell kann bereichernd sein – für eine notwendige Debatte über die Kirchensteuer. Die Steuer muss ständig neu gerechtfertigt werden.

Von Stephan-Andreas CasdorffDER TAGESSPIEGEL

Der Philosoph Robert Spaemann erzählte vor zwei Jahren, wie ihm Papst Benedikt XVI. noch als Erzbischof von München auf einem Spaziergang gesagt habe: „Wissen Sie, was das größte Problem der Kirche in Deutschland ist? Sie hat zu viel Geld.“ Das war passend zur Reise Benedikts durch sein Heimatland. Zwei Jahre später ist mit der Wahl eines neuen Papstes das Thema von damals angekommen: der franziskanische Armutsappell. Er findet Widerhall. Denn die Kirche leidet am Ideellen, nicht an finanzieller Not.

In den Parteien wird jetzt diskutiert werden müssen, was aus der Kirchensteuer werden soll; ob etwas anderes daraus werden soll. Die sächsische FDP hat sich nun als erste Partei in Regierungsverantwortung getraut, diese Forderung zu beschließen: dass die Kirchensteuer nicht mehr vom Finanzamt eingezogen, sondern durch ein von den Kirchen selbst organisiertes Beitragssystem ersetzt werden soll. Und zwar für die katholische wie die evangelische Kirche.

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