Medizinethik und christliches Schamanentum


Matthäus 22:14

Viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt.[…]Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.

Die göttliche Selektion, die wenigsten Christen, so steht es in der Bibel, werden ins Paradies und ins ewige Leben kommen. Es wäre ja zu einfach. Christen könnten auf den Gedanken kommen, entsprechendes Bewusstsein vorausgesetzt, ich tu mir dieses irdische Jammertal nicht an, ich nehm die Abkürzung, mir das Leben und warte dann darauf, dass ich ins Paradies komme. Solches Denken entzieht den Pfaffen die Arbeitsgrundlage. Die Kirchen vermitteln ihren Gläubigen die Illusion, als wären sie diejenigen, die dafür Sorge tragen könnten, dass es der Christ ins Paradies schafft. Welch Blasphemie! Die Kirchen, ihre Pfaffen und Würdenträger können gar nichts, weltlich verwurzelt kann der gute Christ noch nicht einmal mit seinem Glauben die Grundlage seiner Ernährung sicherstellen. In den Kirchen selbst ist alles weltlich, es gibt nichts, was es in der säkularen Welt nicht auch gibt. Sex, Crime and Rock ’n Roll. Die Kirche der Reichen ist nicht die Kirche der Armen. Entsprechendes Kapital vorausgesetzt und  Spendenwilligkeit, gibt es auch mal den Dispens zur  Sterbehilfe. Dem ach so Gesegneten wird die Ganzkörperhaftigkeit im Jenseits versprochen. Schönes Geschäft. Im Jenseits versagt sogar die Stiftung Warentest. Konsumenten-Informationen= Null.

Nun haben sich die Bundesärztekammer, Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland zusammengesetzt um ethische Aspekte zur Suizidbeihilfe, aktuelle Entwicklungen in der Transplantationsmedizin und medizinethische Fragen zur sogenannten „Pille danach“ zu thematisieren. Ärzte, mit einer fundierten medizinischen Ausbildung setzen sich mit Schamanen an einen Tisch, die Splatter-Rituale in ihren Räumlichkeiten vollziehen, wo Geisteskrankheit des Teufels ist und eine dünne Teigplatte zum Fleisch Jesu verkommt, Wein zum Blut des armen Kerls. Religiöser Kannibalismus.
Aus meinen Erfahrungen weiß ich, Krebserkrankungen, Alzheimer uvam. lassen sich nicht wegbeten, wir bedürfen der Medizin. Wer an seinen Gottglaubt kann ja gern nach Lourdes, Fatima und Medjugorje pilgern, in der Hoffnung dass es klappt. Die bestätigten Heilungen sind statistisch gesehen aber wesentlich schlechter als die Erfolge der Medizin.
Die EKD vermeldet nun in ihrer Presseerklärung:

Der derzeit intensiv diskutierte „Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ wurde von allen Gesprächsteilnehmern in der bestehenden Form kritisiert. Es bestand Einigkeit darüber, dass ein Verbot lediglich des gewerbsmäßigen, also gewinnorientierten Handelns im bisherigen Gesetzentwurf zu kurz greife, da eine solche Engführung den Eindruck erwecken könne, alle nicht kommerziellen Formen seien als legitim zugelassen. Alle Beteiligten hielten außerdem fest, dass eine Mitwirkung von Ärzten beim Suizid dem ärztlichen Ethos widerspreche und ethisch nicht zu rechtfertigen sei. Eine rechtliche Einschränkung der Garantenpflicht des Arztes wurde zurückgewiesen.

Es geht ums Geschäft. Das Geschäft mit Geburt und Tod. Der kirchliche Popanz duldet keine Wettbewerber, wenn man dieses Geschäft verliert, unerträgliches Leid zu bebeten, die Bewirtschaftung der Friedhöfe, ist es aus mit dem Jesu-Herzilein-Jenseits Business. Menschen sollen nicht über ihr Ableben bestimmen können, dabei ist es ihr Leben, das vergangene und die noch vorhandenen Leiden. Bei soviel religiösen Imperialismus sollte man das Kartellamt anrufen und die Kirchen wegen unlauteren Wettbewerbs zur Kasse bitten.

Bei Organspende ist man sich einig. Sichert diese doch den Kirchen zumindest einen Gläubigen und damit weltliche Genüsse.

Bigotterie allerortens, bei den Kirchen, die als moralisches Korrektiv völlig versagt haben und bei der Ärztekammer, die sich mit Splatter-Schamanen an einen Tisch setzt. Die Idiotie feiert fröhliche Urständ.

Presseerklärung EKD

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