Junkers Wunderwelt: Wo Biologie mit der Bibel unterrichtet werden soll


Foto: picture alliance / Mary Evans Pi
Mehr als Philosophie? Der Verband evangelischer Bekenntnisschulen will die Naturwissenschaften für religiöse Deutungen öffnen. Wissenschaftler, evangelische Kirche und Schulministerien sind alarmiert.

Von Matthias KamannDIE WELT

Reinhold Leinfelder ist kein Gegner des Glaubens. Der Professor für Paläontologie und Geobiologie an der Freien Universität Berlin plädiert für konfessionellen Religionsunterricht. Und obwohl er in seiner Zeit als Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums (2006 bis 2010) viel mit bibeltreuen Gegnern der Evolutionstheorie stritt, sagt der 56-Jährige: „Gegen eine geeignete Behandlung der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht ist nichts einzuwenden.“

Scharf aber kritisiert er eine „Stellungnahme“ zu „Evolution und Schöpfungslehre“, die auf der Homepage des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) steht. Hier würden „Schüler in grotesker Weise falsch über das Wesen der Wissenschaft unterrichtet“, sagte Leinfelder der „Welt“.

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7 Comments

  1. @raimas
    Die Grundlage des katholischen Religionsunterrichts ist im sogenannten Reichskonkordat Artikel 21 von 1933 geregelt.

    Das für den Vatikan so sehr vorteilhafte Reichskonkordat wurde zwischen Adolf Hitler und Kardinalstaatssekretär Pacelli, den späteren Papst Pius XII, geschlossen; es gilt noch heute; es war ein Dankeschön Adolf Hitlers an den Vatikan für dessen Hilfe bei seiner pseudo-legalen Ermächtigung zum Diktator, also einem kalten Staatsstreichs. Bei einem militärischen Staatsstreich wäre Hitler wegen „Eidlicher Falschaussage“ sofort in den Bulles gegangen. Dieser kalte Staatssreich wurde durch den Chef der katholischen Zentrumspartei organisiert. Der Bonner Prälat Kaas verschwand danach im Vatikan; Deutschen Boden hat er nie wieder betreten.

    Einige Teile dieses Reichkonkordat stellen sogar eine flagrante Verletzung des Völkerrechts dar, was aber weder Adolf Hitler noch Kardinalstaatssekretär Pacelli störte. Ein Vorgang der lückenlos in die „Kriminalgeschichte des Christentums“ passen würde, die von Karl-Heinz Deschner so lebhaft erzählt wird.

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  2. Na ja, solange es Religionsunterricht an Schulen gibt, kann man kaum etwas dagegen einwenden, dass dort – aber auch nur dort – die Schöpfungslehre vermittelt wird. Aber auch Leinfelder will sicher nicht, dass sie im Bio-Unterricht auftaucht!

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  3. @Nickpol
    Warum hat er dann nichts gegen die biblische Schöpfungslehre und das sie Schülern weiterhin untergejubelt werden soll ? Seine Entscheidung sollte zugunsten des menschlichen Verstandes, nicht zur Unterstützung der Verbreitung von steinzeitlichen Ammenmärchen erfolgen. Da wünschte ich mir eine konsequentere Einstellung.

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  4. So langsam sollte sich der Prof. mal entscheiden. Scheinbar weiß er nicht so genau, was er eigentlich will ? (Ist allerdings typisch für gebildete Religioten.)

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    1. @Rolo, wenn du Reinhold Leinfelder meinst irrst du gewaltig, er ist kein Religiot. Ich sags mal mit Vollmer

      Gerhard Vollmer:

      Da Naturalisten die Existenz Gottes nicht voraussetzen wollen oder sogar bestreiten; müssten sie somit in der beschreibenden oder der erklärenden Ebene stecken bleiben und dürften niemals zur Formulierung oder gar zur Begründung von Normen kommen.

      Aus: Gerhard Vollmer; Der Turm von Hanoi – Evolutionäre Ethik.
      Aus der Natur lassen sich keine moralischen, ethischen Normen herleiten, selbst unter Berücksichtigung von Soziobiologie und Hirnforschung nicht.

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  5. Es wird heimlich durch die Hintertür eine Situation geschaffen, die der im Beibel-Belt der USA gleichkommt

    In Alabama werden 1995 Schulbücher mit Aufklebern versehen die Evolution ist eine umstrittene Theorie, die nicht als Tatsache angesehen werden darf. Das Cobb-County Board of Education lässt 2002 bei Kosten von ¼ Million US$ Biologiebücher mit dem Aufkleber versehen, die „Evolution ist lediglich eine Theorie und kein Fakt“. Der Georgia-Education-Board streicht 2004 n.C. Worte wie Evolution, Erdalter, natürliche Auslese und „big-bang“ aus den Schulbüchern. Arkansas verbietet Worte wie Evolution und natürliche Auslese, Altersangaben dürfen nicht mehr in Zahlen gemacht werden. Der Staat Tennessee erlaubt 2012 mit dem Gesetz HB-368 wieder Kreationismus im Biologieunterricht.

    Einige US-Schulbehörden weigern sich den Bildungsgesetzen von 2005 zu folgen, in denen „übernatürliche Erscheinungen eine annehmbare wissenschaftliche Erklärung“ darstellen. In Maryland verbannt das Education-Board alle Literatur, die positiv zur Evolution steht. In Missouri müssen Evolution und ID gleichwertig unterrichtet und Lehrer gefeuert werden, die sich nicht daran halten. Die Lehrerin Hensley in North-Carolina wird zwangsversetzt und nach einem Prozess mit Entschuldigung wieder eingesetzt. Die Verfügung des Tangipahoa-Parish-Education-Board Aufkleber gegen die Evolution vor dem Unterricht zu verlesen, wird 1997 aufgehoben. In Minnesota wird der Lehrer LeVake 1997 zurückgestuft, weil er Evolution nur unterrichten will, wenn alternative Theorien der Genesis ebenfalls erklärt werden dürfen. Die Klage des Lehrers wird abgewiesen. Im Cobb-County wird ab 2002 in Biologie gelehrt die Evolution ist eine fehlerhafte Theorie gemäß dem ID-Biologiebuch „Of Pandas and People“.

    Der Religiot Dr. Edwin Goodwin in US-Indiana reicht 1897 das Gesetz 246 ein, als Wahrheit der Mathematik ist die Zahl π = 3,0. Virginia erlässt 2010 ein Gesetz, welches den Antichristen aus allen Mikrochips verbannt, der nach dem Abgeordneten Mark L. Cole dort haust und Angestellten in Versicherungen, Banken usw. als Kontroll-Chip wie bei Haustieren implantiert wird. Die Schulbehörde von Georgia verbietet 2005 Worte wie „Evolution“ und Fakten wie „Erdalter, Big-bang oder Plattentektonik“ im Unterricht zu verwenden. Der Dover-Area-School wird im Kitzmiller Prozess der ID-Unterricht als unvereinbar mit der US-Verfassung untersagt. Das Ohio-Board-of-Education feuert daraufhin die 8 Unterstützer von ID und setzt das Dover Urteil um. Professor M.J. Behe (Discovery Institute) wird als Zeuge zum Lügner unter Eid. Astrologie ist für ihn eine Wissenschaft deren Kriterien müssen um Gott als Schöpfer erweitert werden. Das Gericht befindet CR und ID nutzen eine wissenschaftlich klingende Sprache ohne eine Wissenschaft per Inhalt zu sein. Das Kansas-State-Board-of-Education rudert 2007 zurück und erlaubt erneut Unterricht über die Evolution. Nach einer Umfrage unterrichten etwa 28% der US-Biologielehrer die Evolution bedingt korrekt, 60% mogeln sich teilweise mit absurden Scheintexten durch, um dem Druck von Politik durchsetzt mit Religion auszuweichen.

    Die US-Verfassung verbietet jede religiöse Diskriminierung, trotzdem dürfen in 7 US-Staaten Atheisten kein politisches Amt übernehmen oder als Zeugen vor Gericht auftreten. In Mississippi verbietet Artikel 14 jede Verneinung einer göttlichen Existenz und schließt denjenigen vom Amt im Staat aus. Staaten wie Texas, New Mexico, Louisiana, New Hampshire, Arkansas, Oklahoma, Ohio, Kansas, Kentucky, Missouri, Florida, Tennessee, Virginia, Alabama, Indiana sind besonders aktiv. In 10 Jahren werden 400 anti-Evolutions Gesetze eingereicht, nur 2 werden verabschiedet. Dieser Kreationismus wird 1987 im Unterricht verboten, man ändert die alten Texte an etwa 150 Stellen und scheitert 2005 erneut.

    Die Pisa-Resultate der USA von 2006 sind sehr viel schlechter als die von 2000, die USA rangiert weit hinter den 12 westlichen Top-Nationen. Christlich ausgebildete Studenten werden an den Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford, Princeton, Yale usw. nicht zugelassen, von Firmen nicht eingestellt oder wegen fachlicher Unfähigkeit gefeuert. Die Universität-of-California akzeptiert keine Absolventen christlicher Schulen wie etwa der vielen Association-of-Christian-Schools-International, das vermittelte Wissen erfüllt nicht die Anforderungen eines Universitäts- Studiums. Die Wertung wird der University-of-California in einem Gerichtsverfahren als zulässig bestätigt, die Klage eines abgelehnten Studenten gegen die Universität wird verworfen.

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  6. Nichts als Mythen,,…

    Einstein schreibt am 3. Januar 1954 in einem Brief an den Philosophen Eric Gutkind, der ihm eine Kopie seines Buches Entscheide dich für das Leben: Der biblische Aufruf zur Revolte geschickt hatte:
    „Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger aber reichlich primitiver Legenden. Keine noch so feinsinnige Auslegung kann (für mich) etwas daran ändern.“.
    😉
    Goethes „Faust“ oder Dante’s „Die gôttliche Komödie“ wären ebenso Literatur die von Kreationisten im Unterricht wie die Bronzezeitliche als Referenzliteratur verwendet werden könnten. 😉

    Offene Themen für Kreationisten wären z. B. die Gravitation von Himmelsfahrten, …… Jesu nahe 0 Grad Kelvin? ….oder die Physik der Dreifaltigkeit wie auch die Microbiologie der Transubstantiation…. 😉

    http://www.theaustralian.com.au/life/letter-in-which-einstein-tells-eric-gutkind-about-human-weakness-and-religion-is-being-sold-on-ebay/story-e6frg9zo-1226490371647

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