Religion und die Neugier der Meldeämter


theorigin.de
Für das Meldegesetz relevant sind nur öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaften – Islam oder Buddhismus sind keine solchen. Trotzdem holt das Einwohnermeldeamt Fürth auch über diese Religionen Informationen ein – nicht nur mündlich.

Von Alev DudekDeutsch Türkisches Journal

Wurden Sie schon mal auf dem Einwohnermeldeamt nach Ihrer Religionszugehörigkeit gefragt, obwohl Sie keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehören? Haben Sie auf die Frage schon einmal mit Islam, Buddhismus, Hinduismus oder Ba’hai geantwortet, weil dies eben die korrekte Antwort auf die Frage war?

Vielleicht haben Sie sich schon einmal darüber geärgert, wieso Sie denn so eine Frage überhaupt gestellt bekommen, obwohl Sie keiner „Religionsgesellschaft mit Körperschaftsstatus“ angehören. Anstatt in Ihre Privatsphäre einzugreifen, könnte das Einwohnermeldeamt Sie zuerst ja auch fragen, ob Sie denn überhaupt einer öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehören. Wenn Sie diese Frage mit „Nein“ beantworten, hätte das Amt bereits die Information erhalten, die es aufgrund des Meldegesetzes einholen darf. Zu einer so fragwürdigen Situation wie jener, dass alle Mitbürger/innen einfach nach Ihrer „Religionszugehörigkeit“ gefragt werden, würde es auf diese Weise gar nicht erst kommen.

weiterlesen

2 Comments

  1. Als ich umgezogen bin und beim Einwohner-Meldeamt gefragt wurde, welche Religion unsere (nicht getaufte) dreijährige Tochter angehöre, sagte ich ‚Animismus‘ (weil alle Kinder in diesem Alter Animisten sind). Leider hat die nette Dame das nicht in den Computer eingetragen, sondern traute sich, nachzufragen, was das wohl sei.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.